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mein benteuerliches wochenende

ach leute! adventure adventure! ich bin noch ganz gefesselt!

am donnerstag hab ich die kuruka maisha leute aus dem go down in dem rescue centre besucht, wo sie den strassenkindern unterricht geben. sie haben mich mitgenommen nach soweto, wo die haeuser ghauptsaechlich blechhuetten sind. sie mussten da ein paar sachen klaeren, aber ich kann zu wenig swahili, um irgendwas zu verstehen. aber ich hab viel gesehen: schuljungen, die matschdaemme mitten im feld bauen, wege, die sich kreuz und quer durchs gelaende ziehen und die ich mir mit nem haufen leuten, aber auch schweinen, huehnern, kuehen, schafen, ziegen, hunden und fahrraedern geteilt habe. eben diese blechhuetten, nur wenige quadratmeter gross, in die mit ach und krach eine sofa-garnitur und whlplakate von kibaki als wandschmuck passen. und immer die verdreckten kinder, die mir hinterherspringen, "how are you? how are you? how are you?" quietschen und ganz fasziniert meine haare anfassen. also schon am donnerstag ein bewegender und ereignisreicher tag. (mal ganz davon zu schweigen, dass ich das centre so ohne weiteres gefunden habe! da war ich vielleicht stolz!)

am freitag morgen hab ich dann meiner chefin gesagt, ich sei ja sooo krank und bin mit eva und michele drei stunden im matatu richtung osten gesessen, weil wir dennis, melli und jo in der igangara boarding school besuchen wollten, die in der naehe des kleinen oertchens chuka ist. die strasse fuehrte n reisfeldern vorbei, eselkarren und polizeikontrollen, die uns immer ein bisschen hibbelig werden liessen, weil wir uns nicht anschnallen konnten, ber unngeschnallt ist eigentlich verboten und oft ein guter grund fuer die korrupten polizisten, ein paar extraschilling einzutreiben. wir hatten aber glueck und sind immer durchgekommen.

chuka ist recht klein und abgelegen, und scheinbar kommen da nicht so oft wazungu hin, wir wurden naemlich gleich mal belagert bei der ankunft, sollten irgendwelche sachen kaufen und uns anfassen lassen. wir sind schliesslich gefluechtet, weil das aufsehen, das man als weisser in kenia eben erregt, bei weitem nicht so gross ist in nairobi. gluecklicherweise kamen dann schon dennis und jo, die uns nach nem verspaeteten mittagessen zur matatuhaltestelle richtung igangara gebracht haben. die matatus dort sind wieder ganz anders als hier in nairobi, und so fanden wir uns mit ein paar anderen leuten leicht gequetscht in einem pick-up wieder. dort hat uns ein mzee (alter, waiser mann) eine ganze stange zuckerrohr geschenkt, die er vom strassenrnd gekauft hat, aus lauter begeisterung ueber dennis und jo, die in der abgelegenen schule unterrichten. "good work, good work" meinte er nur immer und "thank you very much!"

holterdipolter gings dann auf dem pickup bis nach miraa, an bananenstauden und buschlandschaft vorbei, von wo aus wir das letzte stueck noch ueber trampelpfade laufen mussten. die kinder waren natuerlich gleich wieder zur stelle und haben uns ganz neugierig verfolgt, bis wir an nem kleinen wasserfall und ner steinbruecke vorbeikamen, wo die jungs baden gegangen sind - jo der alte haudegen natuerlich gleich hinterher. die schule ist wunderschoen gelegen und von sogenannten burning stone, einem felsen, der gnz lange nach sonnenuntergang noch warm bleibt, weil da tagsueber die sonne recht draufknallt, hat man einen grandiosen ausblick uf nichts als gegend: berge, waelder, taeler, busch... herrlich!

uebernachtet haben wir in dem zimmer, das sich melanie normalerweise mit ner anderen lehrerin teilt. die war aber uebers wochenende weg und so hab ich mit michele auf ner recht harten und kleinen matratze uebernachtet und eva mit melanie im zweiten, noch etws kleineren bett.

am samstagmorgen sind wir hochmotiviert losgestapft: wandern zur fledermaushoehle. es war nach ner weile recht beschwerlich, weil es heiss wurde und der weg teilweise recht gefaehrlich war und auf und ab ging. leicht fertig sind wir schliesslich bei ner riesen hoehle angekommen, in der millionen von fledermaeusen rumgeflattert sind. war leicht gruselig, weil die kinder, die uns natuerlich wieder begleitet haben, die tiere mit schreien aufgescheucht haben, sodass sie wild durcheinander schwirrten. aber ein bisschen grusel gehoert ja dazu und nach ein bisschen ueberreden haben mich die jungs in die hoehle locken koennen. hui, das war ein erlebnis. ich kanns gar nicht richtig beschreiben. (merkt ihr vielleicht, tut mir auch leid.)

der weg zurueck fuehrte an nem haeuschen vorbei, wo ein anderer mzee mit kuh und kalb unterm macadamia-nussbaum mitten in der landschaft wohnt. der hat uns mal kurzerhand ein paar nuesse geschenkt und wir haben da kurz pause gemacht. eine zweite pause (ok, es war echt heiss und der weg teilweise sehr anstrengend!) haben wir bei dem mann gemacht, der uns zur hoehle gebracht hat. jo kannte den wohl von seinem ersten usflug zur hoehle und war recht froh, dass der uns den weg gezeigt hat. er hat uns seine frau und seine beiden kinder vorgestellt, die sich gleich mal in die orgelpfeifenreihe der neugierigen nachbarskinder einreihten, die sich neugierig vor uns aufbaute und der dennis ein paar hustenbonbons geschenkt hat - das einzige, was wir in richtung geschenke zu bieten hatten. dann sind die groesseren kinder gegangen, den mangobaum leerzuschuetteln, und wir haben mangos gegessen. oh gott, ich koennt mich reinlegen! reife mangos frisch vom baum, sooooooo lecker!!! wir durften sogar noch ne tuete voll mitnehmen. von nem abgelegenen kaff, dem ersten mit verkehrsanbindung nach ner ziemlichen weile ohne kontakt zur aussenwelt, haben wir dann ein matatu nach chuka genommen, wos wieder was zu essen gab, und wo uns dann mister mugambi, der witzige schuldirektor, abgeholt hat. natuerlich hatte er noch eine million besorgungen zu machen, uns noch sein wohnzimmer und seinen shop gezeigt, den er so nebenher fuehrt und uf der rueckfahrt war er extra langsam unterwegs, weils ihm so gefallen hat, wie die vier mzungugirls in seinem auto zu der miserablen countrymusik ausgeflippt sind und er unbedingt wollte, dass ihn auch ja alle leute am strassenrand mit uns sehen. war also ein bisschen anstrengend, aber auch sehr skurril: country roads mitgroelen und dabei durch afrikanischste landschaft fahren...

sonntag morgen haben uns dennis und jo noch zu nem anderen, ueberwaeltigend grossen wasserfall gefuehrt und wir sind noch ein bisschen rumgeklettert, um den zusammenfluss der beiden oertlichen fluesse zu sehen. dabei mussten wir einen stamm ueberqueren, der recht hoch ueber dem fluss als bruecke dient. ich bin nur gekrochen (die nderen haben mich usgelacht), aber so ne bruecke hab ich auch noch nie erlebt. vielleicht kann ich noch paar fotos hochladen, ansonsten zeig ich sie euch zu hause - war auf jeden fall echt abenteurlich.

genauso wie die heimfahrt, die wegen stu und halten an jeder milchkanne viereinhalb stunden gedauert hat und wir zum teil mit 22 leuten im 15sitzer sassen. quetsch quetsch.

heute hb ich wieder gearbeitet. tja, nairobi hat mich wieder, gleich mal wieder rauf aufs dach und hoch die tassen - aeh, kinder. nach diesem wochenende bin ich sooo froh, endlich aus der grossstadt rauszukommen. ich hab gemerkt, wie sehr sie mich doch nervt, immer hektik und dreck und so viele leute und wenn man mal was gruenes sehen will, muss man ins museum oder ins arboretum fahren. und staendig hoert man matatus und zuege und gebruell. auch wenn son tuskys-supermarkt nebenan natuerlich schon recht praktisch ist - ich will in die natur. hab ich ja uch bld. nur weiss ich noch nicht, ob ich denn wirklich in das regenwald-projekt gehe, weils da anscheinend echt keine arbeit gibt. faend ich jetzt aber uch nicht so tragisch, dann haette ich mehr zeit, um die gegend zu erkunden. naja, mal sehen.

jetzt werd ich erstmal waesche waschen. es ist recht heiss, da kann sie gut trocknen, und meine hosen sind voll erklettertem matsch und dreck.

ich drueck euch alle! laura.

26.1.09 14:05

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


die Buchener (26.1.09 21:13)
Hallo Laura, klopf, klopf, hier Monika. Wahnsinn, Afrika pur. Deine Beschreibung, wo du dich am Wochenende rumgetrieben hast, ist eigentlich das, was man sich unter Afrika vorstellt. Nur die großen Tiere fehlen noch. Habe am Sonntag einen Bericht über den afrikanischen Regenwald gesehen und wie gefährlich es da ist, wenn man auf Elefanten trifft. So wie ich dich kenne, würdest du vor Begeisterung einfach stehenbleiben statt dich in Sicherheit zu bringen. Aber auch wenn du den Regenwald nicht besuchst, wirst du sicher im Workcamp noch Kenia pur erleben. Und ganz schön mutig ward ihr da so auf euren Trips zu den Wasserfällen und der Höhle. Kann nur immer wieder sagen: Wahnsinn. Ich leb da richtig mit. Hör jetzt wieder auf, weil ich noch Omas nächsten Brief übermitteln will. Und wieder in 2 Teilen, weil ich noch nicht nachgefragt hab, wie dein Papa das mit dem Editor meint. Also lass dich nicht fressen, stechen oder anstecken. Halt die Ohren steif. Ach, und wegen den paar Pfunden mehr am Körper brauchst du dir doch keine Sorgen machen. Hattest doch schon auf dem Jakobsweg was abtrainiert und im Workcamp bekommst du wahrscheinlich auch nicht so viel. Da gibts wohl keine Center in der Nähe. Also bis denne. Monika


die Buchener (26.1.09 21:22)
Brief Oma, Teil 1:
Habe den langen, langen Brief vom 14.01. vor mir, obwohl heute schon der 24.1. ist. Aber Papa hat mich ja zwischendurch wieder auf dem Laufenden gehalten. Ich hatte aber auch in letzter Zeit viele Termine. Das mit deinen Babys versorgen ist ja wirklich nicht einfach. Aber ich kann mir gut vorstellen, wie du das meisterst, und weisst was sich für uns lustig anhört: Wenn du "aufs Dach gehst". Da oben wartet ja auch Arbeit auf dich. Liebe Laura, natürlich lesen wir das gerne, wenn mal ein Baby kotzt, das gehört auch dazu. Da haben wir mal gelacht und uns vorgestellt, wie denn die Laura ausgesehen haben muß. Aber du schaffst das alles ganz toll. Wenn ich bei meinen Bekannten von dir erzähle, bin ich als Oma sehr stolz auf meine "große" Enkelin!
Hey Laura, in der Zwischenzeit weiß ich auch was "blubbkas" bedeutet: Da ist ja dein Bruder gemeint.
(Fortsetzung folgt)


die Buchener (26.1.09 21:31)
Brief Oma, Teil 2:
Regen in Buchen!
Vom Regen hab ich schon die Nase voll, denn am Freitag war es nicht mehr normal. Trotz großem Schirm hatte ich nasse Füße und eigentlich war ich von oben bis unten nass. Es war halt auch stürmisch dabei. Schnee ade!!
Liebe Laura, der Januar ist ja auch schon bald rum und du bist dann schon "zwei Monate" weg. Bei uns rückt die Faschenacht immer näher, was es bei Euch ja gar nicht gibt. Ihr habt ganz andere Sorgen. Zum Beispiel freut ihr Euch über Regen und wir haben nach einem Tag schon keine Lust mehr darauf.
Liebe Laura, habe von der Hungerkrise und der Trockenheit gelesen, aber steiger dich bitte nicht so arg hinein, wie du helfen könntest, das ist vielleicht nicht so gut für dich. Ich weiß, ich hab gut reden, aber denk halt ein bisschen an Dich.
So, das wars für heut - gelle Laura. Ich hoffe, dass ich noch mal schreiben kann, bevor du am 8. Febr. weggehst.
Sei ganz fest gegrüßt, gedrückt und tausend Küssle von deiner Oma und von deinem Opa