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viel los!!!

ihr lieben!
im office ist ne orientation fuer nen tschechen, deswegen melde ich mich aus dem cyber cafe.
ich hab ja ewig nicht mehr geschrieben, aber ich hatte auch viel zu tun und nie die moeglichkeit, meinen blog auf den neuesten stand zu bringen. hier also das neuste vom neusten:

letzte woche dienstag haben so ziemlich alle volunteers, die in greifbarer naehe waren, jo und melanie verabschiedet, die zu der schule gefahren sind, wo sie unterrichten. wir sassen im cocobeach, einem recht lauten und leeren pub und wir waren sowas von multikulti: freiwillige und civs-leute aus kenia, deutschland, finnland, japan und suedkorea!

im imani hatte ich letzte woche nachmittagsschicht, die nach einem kurzen hallo-sagen und babys knuddeln mit dem lunch angefangen hat, und danach gings direkt aufs dach. dann hiess es: kinder fuettern, baden bzw. waschen, windeln wechseln, anziehen und dann hochtragen und schlafenlegen. das hoert sich jetzt recht einfach an, ist aber ziemlich viel arbeit. trotzdem hat es ganz gut funktioniert und ich konnte immer spaetestens um sechs das haus verlassen, wenn nicht sogar frueher. dann mit dem matatu nach hause fahren, und kurz vor sieben war ich dann immer daheim. kurz nach sieben ist es hier dunkel, aber bis halb neun etwa sind immer noch viele leute auf den strassen, deswegen war das kein sicherheitstechnisches problem.

es ist immer eine herausforderung, die dicke paris zu fuettern: sie laesst sich von allem ablenken, glotzt in der gegend rum und konzentriert sich ueberhaupt nicht auf die tasse porridge vor ihr. allen anderen babys sing ich immer was vor beim fuettern, aber bei paris darf ich das gar nicht versuchen, sonst wuerde sie mich fasziniert anschauen und wahrscheinlich dabei verhungern... hassan hat mich am mittwoch vollgekotzt (tschuldigung, ich weiss ja nicht, ob ihr das ueberhaupt lesen wollt, aber ich schreibs trotzdem!). zuerst dachte ich: na toll, wie eklig, aber im nachhinein war das die erklaerung dafuer, warum er nichts essen wollte. als er dann leer war, floss das mittagessen in ihn rein wie nix.

mein kleiner affe richard reagiert immer mehr auf mich und die anderen und ich freu mich immer total, wenn ich seine fortschritte sehe. als ich am freitag gehen wollte, weil es schon fast sechs war und ich keine zweifel an meinen vorgesehenen arbeitszeiten aufkommen lassen will, hatte er sich gerade richtig schoen eingesch..., sodass ich ihn nochmal komplett umziehen musste und ihm tschuess sagen konnte.

letzte woche, als das schichtensystem noch neu und noch nicht richtig etabliert war, musste ich ein paar mal die gruppe wechseln, was ein bisschen anstrengend, aber auch eine herausforderung war. ich war dann bei aunty grandma (sie ist die aelteste aunty, deswegen nennen sie alle so), die sich um die allerkleinsten saeuglinge kuemmert, die man wieder ganz anders anfassen muss als "meine" schon etwas aelteren. gerade an dem tag gabs zwei neuankoemmlinge: david, der so heisst, weil er zwei tage lang in einer latrine gelegen und trotzdem seinen kampfgeist nicht verloren hat. und ein kleines, das von oben bis unten brandwunden und rechts nur drei finger hat. wir sagen immer: es ist ein wunder, dass sein mund nicht verbrannt ist, so kann es wenigstens essen - und lachen, was es staendig tut!

die andere gruppe war noch aelter als "meine", da koennen schon ein paar laufen, oder zumindest stehen und krabbeln, und die werden immer an einen minitisch gesetzt und duerfen dann ihr essen selbst loeffeln - das ist ein spass, und eine riesensauerei!!

seit dieser woche arbeite ich in der morgenschicht, das heisst um 5.30 uhr aufstehen, um sechs mit dem matatu losfahren und hoffen, dass ich nicht arg zu spaet komme. ich soll ja um 6.30 da sein, aber um 6 wirds grade hell und die ersten arbeiter sind unterwegs und vorher gehe ich definitiv nicht, der sicherheit wegen. bis jetzt kam ich immer zu spaet, aber was will die olle tabitha machen?!
dann gehts los: fuettern, wechseln, runtertragen (das ist fruehsport: mit zwei babys im arm die treppen runter und die kleinen unterm freiluftzelt ablegen, wieder treppen hoch, die naechsten holen... uff!), fuettern, wechseln, und um 12, spaetestens halb eins, gibts lunch, der das ende meiner schicht darstellt, weil ich danach gehe.
dann direkt ins go down, weil mich jes'se letzte woche angerufen hat: you you you are so bad! warum kommst du nicht mehr hierher??? - aeh, jes'se, ich ARBEITE!!?? - aber du bist doch mein teacher!

nun ja, seit der morgenschicht ist das ja jetzt kein problem mehr. heute abend hat jes'se uebrigens seine erste ausstellung im ramoma, einer superschoenen gallerie, deswegen waren wir die letzten tage immer dort, haben bilder hingebracht, arrangiert, aufgehaengt, vermessen und aufgelistet. jes'se denkt immer noch, dass david und ich heute ins work camp fahren (die letzten tage waren ein einziges verbales versteckspiel voller notluegen und ausfluechte!) und die vernissage nicht besuchen koennen --- ich freu mich schon auf sein gesicht, wenn wir spaeter DOCH da sind!

mittlerweile hab ich auch recht konkrete plaene fuer die naechsten monate:
vom 8. bis zum 28. februar ist ja das work camp (hoffentlich!!) und im maerz werde ich dann in kakamega im regenwald arbeiten und nicht mehr im imani. da kommen so viele volunteers hin und ich finde, sechs wochen reichen dann auch mal. ausserdem komme ich dann mal aus der grossstadt raus und hab noch die moeglichkeit, ganz andere seiten kenias zu sehen und kennenzulernen. von da aus kann ich dann auch ella besuchen, die seit montag in ihrer schule in kisumu ist und vanessa, die da jetzt auch arbeitet. im april hab ich mich nochmal fuer ein work camp angemeldet, das heisst ich komme am 28. oder 29. zurueck nach nairobi, und am 30. flieg ich ja schon wieder nach hause.
ich hab keine ahnung, wie die internetbedingungen in kakamega aussehen, aber ich glaube nicht so rosig. waehrend der work camps werde ich wohl ueberhaupt keine moeglichkeit haben, euch zu schreiben, und in kakamega vielleicht ganz selten. also nur dass ihr schonmal bescheid wisst: keine sorgen machen, im regenwald gibts eben nicht so guten empfang, was nicht heisst, dass es mir schlecht geht.

jetzt muss ich euch noch von meinem merkwuerdigen wochenende erzaehlen: am freitag, nach der nachmittagsschicht, hab ich erstmal ein matatu erwischt, das viel zu frueh abgebogen ist, sodass ich den rest heimlaufen musste. dann musste ich bei daniel den schluessel fuers haus abholen, weil steven und ken nicht zu hause waren. also ein kleiner abendspaziergang. david kam mit ner neuen folge "unserer" serie (carnivale: hach voll toll, ich liebe es!), ich hab mir was zum abendessen aufgewaermt und bin dann irgendwann ins bett. steven hatte mich angerufen und gemeint, er kaeme "bald" nach hause. kenianische zeit: um 5 uhr 40 (!!!!!) klingelte mein handy: ich bin jetzt da, kannst du das tor aufmachen? klaaar! er hat sich hinterher anstandsgemaess entschuldigt, also kein problem, er war wohl recht gut am feiern gewesen. an diesem sehr fruehen morgen kam dann mein abendessen im rueckwaertsgang zurueck, und ich weiss bis heute nicht wirklich, woran es lag. nachdem ich dannleer war, gings mir wieder besser und ich bin spaeter mit ella und eva ins sarit centre gefahren, einem riesigen, westlichen einkaufszentrum, sah ein bisschen so aus wies blautalcenter in ulm. mal wieder kontraste, wie schon im village market. naja, am nachmittag war dann nicht mehr wirklich was mit mir anzufangen und ich hab mich ins bett geknallt, wo ich auch den naechsten sonntag groesstenteils verbracht habe. am montag hatte ich keinerlei probleme mehr, nur heute war ich nicht arbeiten, weils jetzt in die andere richtung geht: durchfall erster klasse! aber das ist alles eine frage der selbstbeherrschung und nach bananen zum mittagessen hab ich mich und meinen magen-darm-trakt wieder soweit unter kontrolle, dass ich spaeter wirklich zu jes'ses ausstellung fahren kann!

habt ihr eigentlich was vom notstand mitgekriegt, den kibaki fuers ganze land ausgerufen hat? kenia leidet naemlich ziemlich unter einer krassen hungerkrise: es hat ewig nicht geregnet (eigentlich ist der dezember ein regenmonat, aber ich hab noch keinen einzigen tropfen gesehen!), die fluesse sind so gut wie leer, die felder vertrocknen, es gibt keine ernte und die kuehe und ziegen verdursten. hinzu kommt das maismehl-programm (maismehl ist hier grundnahrungmittel nummer eins!), das die regierung vor ein paar monaten begonnen hat und das komplett fehlgeschlagen ist. des weiteren gibts noch ne oelkrise, die inflation, eine unfaehige koalition --- die volle ladung also!

hier in der hauptstadt sind wir vom hunger nicht direkt betroffen: nahrungsmittel werden natuerlich teurer, aber ich muss nie hungrig ins bett gehen. ich hab schon ueberlegt, was man denn eventuell tun koennte (wenn ich schonmal hier bin!), aber je mehr man drueber nachdenkt, desto groesser und groesser wird das problem und man kann nur hilflos die nachrichten anschauen. steven sagte: das einzige, was du tun kannst, ist beten. (na toll, und das von nem halben atheisten wie steven!!) ein anderes problem ist auch, dass ich einfach nicht genug von den ganzen politischen sachen verstehe, was auch am englisch liegt, ich hab also gar nicht den einblick, den ich braeuchte, um was zu unternehmen. tja, manchmal muss man seine machtlosigkeit einfach einsehen.

jetzt muss ich mal langsam aufhoeren! noch zu euren kommentaren:

@ papa: oje, du kennst tabitha nicht! stell dir einen drachen vor, das triffts ungefaehr! aber wenn ich sie ignoriere, hab ich keinerlei probleme! und fuer das paeckchen ueberleg ich mir was, aber wenn ich dann eh aus nairobi weg bin, weiss ich gar nicht, obs mich ueberhaupt rechtzeitig erreichen wuerde, weil ja alles erstmal im civs-postfach landet und dann zu mir gebracht werden muesste - vorrausgesetzt, es kommt ueberhaupt sicher durch die korrupten haende des kenianischen zolls...

@ lukas: gruesse an den kaffeeautomaten. ich wette, meine tolle ex-schule wird noch eine million jahre fuer sowas in der art brauchen! ueber die gestorbenen babys will verstaendlicherweise keiner sprechen, aber tabitha meinte, eins habe sich nachts mit der bettdecke selbst erstickt, und andere sind an dehydrierung gestorben, deswegen wurde der ernaehrungsplan ziemlich umgestellt und es gibt jetzt viel mehr zu trinken. war klar, dass ich nur ne zwischenstation vor wow bin. hab spass! <3

@ buchen: verteilt meine adresse an wen immer ihr wollt (bin das gewoehnt von papa und dem jakobswegblog ). --> civskenya.org ach ja, fasching! bitte macht ein foto von manu im huddelbaetz!!!! zum wetter: teilweise sind es 40 grad unterschied zwischen mir und euch!

@ alle: ich melde mich, sobald ich wieder aknn. und ich freue mich immer sooo arg ueber all eure kommentare, briefe und nachrichten. hab euch alle sehr lieb, und vergesse euch nie, trotz meiner spannenden zeit hier! tausend afrikanische (neger)kuesse --- boah, der war gemein!

14.1.09 14:02

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Papa (14.1.09 22:06)
Hallo Laura,
nicht dass es mir flau in der Magengegend geworden wäre, aber wenn man in relativ regelmäßigen Abständen einen blog-Eintrag lesen kann und es danach über eine Woche dauert, empfindet man das als lange. Erlebt hast Du ja wieder jede Menge. Das mit dem Notstand in Kenia ist hier noch nicht so richtig angekommen. Aber daran kann man erkennen, dass in Zukunft nicht Resourcen wie Öl, Gold oder andere Materialien in der Welt eine Rolle spielen werden. Neue Konflikte wird es geben wenn es um Wasser und Nahrung geht. Das ist natürlich meine persönliche Meinung. Ich kann Dich auch gut verstehen, wenn man mehr oder weniger alleine dasteht, helfen möchte,aber es nicht funktioniert. Dazu sind wir einfach zu klein. Resignieren ist auch nicht der richtige Weg. Manchmal hilft wirklich nur, wie Steven sagt, beten. Aber Du tust doch was. Und das ist nicht hoch genug anzuerkennen. Bei der ganzen Arbeit musst Du aber auch an Dich denken, damit Du psychisch stabil bleibst, gerade wenn kleine Kinder mit Brandverletzungen in imani kommen. Aber ich kenne Dich jetzt fast 20 Jahre und ich weiß, Du bekommst das gut hin. Deinen Eintrag werde ich noch ein paar mal durchlesen, um die ganzen Aktivitäten mal richtig zu realisieren. Es ist eine ganze Menge, die Du noch neben Deiner fordernden Tätigkeit bei den Kindern machst. für Dich hoffe ich, dass das Workcamp und auch das Projekt im Regenwald stattfinden.
Mein Liebling, lass Dich ganz feste drücken. Ich hab Dich lieb,
Papa


blubbkas (15.1.09 17:54)
halli hallö
also bei dem kaffeeautomat is immer voll der andrang aber er (der kaffee und der cappucino(falls mans so schreibt:-) und der milchkaffee) schmecken auch einfach ähm... (soll ich jetz geil oder himmlisch sagn)... himmlisch-geil
ach ja und snowboardn is (bis auf des liftn n bissl) einfach nur ...ähm... GIGANTISCH!! <- mir gehn langsam die wörter aus
naja und für die schule habbich auch ne neue beschäftigung: frösche und fliegen und pinguine mit mega-mündern basteln kann ich dir ja zeigen wenn du wieder bei uns bis!!!
hab dich liieeb!!!

der blubbkas!


blubbkas (15.1.09 18:08)
ach ja und der lehrer HOLGER des is so DER boarder!!
schlabber-jacke
-"- - hose
so n dünner bart am kieferrand
und raucht
so stellt sich doch jeder n boarder vor