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back to the roof

ihr lieben!
uff, hier gibts ja ganz schoen viel nachzuholen, aber die babys halten michseit gestern so auf trab, da hab ich abends ueberhaupt keine zeit, geschweige denn den nerv dazu, einen einrag zu schreiben. hier also der ueberblick ueber die letzten tage, der ein bisschen oberflaechlich ausfallen wird, weil ich mich nicht mehr genau an alles erinnere:

am samstag also waren wir abends bei eva und melanie, die bei violet wohnen. vio ist sooo witzig und macht die besten fritten in ganz nairobi! wir hatten also einen recht lustigen, gemuetlichen abend.

den sonntag haben wir im arboretum verbracht. das ist ein park mit ganz vielen verschiedenen baeumen, wo man picknicken und dabei affen beobachten kann, die da einfach so rumspringen. wir haben samosas und kekse verspeist, ich hatte unser "baby", sprich die gitarre dabei und wir haben werwolf gespielt, was sehr lustig ist. ich war der werwolf, aber ich wure leider in er vorletzten runde gekillt.

an diesem tag, recht frueh am morgen, hab ich auch ne neue mitbewohnerin ins zimmer bekommen: ella aus finnland. ken hat meine matratze entfernt und stattdessen ein stockbett ins zimmer gebaut. ella wird naechste woche in ihr projekt nach kisumu ziehen und ist nur diese woche fuer die orientation hier, aber sie ist echt nett und genauso alt wie ich. vielleicht kann ich sie dort mal besuchen, wenn sie sich eingelebt hat und ich die zeit finde, kisumu anzukucken...

am montag gings dann wieder aufs imani-dach, wo ich fast den ganzen tag mit windeln aufhaengen windeln abhaengen windeln aufhaengen windeln abhaengen verbracht habe... unsere babys sind toll: big mama ist echt richtig aktiv, quatscht ein bisschen und krabbelt schon fleissig rum. heute hat sie ihren wasserbecher selbst gehalten und selbststaendig getrunken! die fette paris hat ein bisschen abgenommen und hat ueber weihnachten gelernt zu lachen. richard, der kleine orang utan, ist immer noch ein bisschen schwachlich, aber nicht mehr ganz so apatisch und unnahbar. er lacht so herzerfrischend, wenn ich handflieger mit ihm spiele...
leider sind ueber weihnachten auch vier babys gestorben und heute sind zwei neue gekommen: ein ganz ganz ganz kleines und eins mit ziemlichen verbrennungen im gesicht und am koerper.

heute hatten wir ein "meeting" mit tabitha, der chefin, die allgemein nicht so beliebt ist. wir mussten um halb acht da sein, also um halb sieben mit dem matatu losfahren. natuerlich mussten wir dann zwei stunden rumsitzen und warten, dass das meeting anfaengt. wir hatten ne hitzige diskussion, weil es fuer uns leute aus buruburu einfach nicht moeglich ist, vor sieben anzufangen bzw. nach sechs aufzuhoeren, weil es dann noch bzw. schon dunkel ist, wenn wir nach hause kommen und damit nicht mehr so sicher. andererseits verstehen wir auch tabithas neues system mit den schichten, die sie einfuehren will, die wahrscheinlich nicht nur den aunties zu gute kommen, sondern vor allem den babys, die dann immer frische und nicht uebermuedete leute haben, die sich besser um sie kuemmern koennen.
wie ich letztens schon geschrieben habe, ist diese hoeflichkeits- respekt- sache hier in kenia ein grosses ding, und weil tabitha meinte, dass wir sagen sollen, wenn uns was stoert, nachdem sie meinte, masaro sei der einzige gute volunteer von uns allen, da hab ich gesagt: nr weil er neu ist und nix sagt. (dabei ist er gar nicht neu, er hat nur immer in imani b gearbeitet.) da war tabitha recht sauer und meinte zu mir und zu verena, die auch irgendwas gesagt hatte, wir seien "very rude". wir haben uns ordnungsgemaess entschuldigt fuer etwas, das wir gar nicht gemacht haben und sind jetzt wohl erstmal die schwarzen petras, obwohl die aunties versichert haben, tabitha sei nur "hot tempered" und nicht nachtragend...
irgendwann ist dann ploetzlich steven von civs aufgetaucht und hat versucht zu vermitteln,ach es war alles etwas schwierig heute. morgen werd ich jetzt mal die nachmittagsschicht machen, also um elf losfahren, damit ich um zwoelf da bin. ich hoffe, das system funktioniert, und ich kann euch versichern, ich werde nicht in der dunkelheit alleine rumlaufen, nicht mal fuer die lieben babys.

ich habe sowieso schon ueber einen wechsel nachgedacht, weil ich bis zum work camp nun fuenf wochen in imani arbeiten were und zwischen den work camps im februar und im april vielleicht noch was anderes machen und sehen moechte. auf dem dach und im matatu hat man naemlich viel zeit, nachzudenken, und da kommen mir manchmal die grossen sinnfragen ins hirn: warum tu ich das eigentlich? wem bringt es wirklich was? ist das alles so sinnvoll? --- keine panik, ich stehe immer noch voll hinter allem, was ich hier tue, nur mittlerweile hab ich eingesehen, dass es zu neunzig prozent ich selbst bin, die ich davon profitiere, denn um die babys koennte sich im grunde genommen auch irgendein dafuer bezahlter kenianer kuemmern. aber wenn japhet, den ich damals ins krankenhaus getragen habe, mir winkt, wenn ich seinen namen rufe, oder wenn little richard kichert wie ein kleiner wasserfall, oder wenn big mama sich dermassen ueber sich selbst freut, weil sie sitzen und brabbeln und ihre tasse selbst halten kann, dann seh ich schon einen sinn in dem, was ich tue, mal ganz von den sachen abgesehen, die ich fuer mich persoenlich mitnehme... naja, das mit einem anderen projekt wird sich alles ergeben.

heute abend ist erstmal abschiedspaty fuer melanie und jo, die morgen wieder in ihre schule ausserhalb nairobis fahren und morgen werden wir ja sehen, ob diese schicht-sache wirklich funktioniert.

das mit dem album fuer oma find ich ja sehr toll! und auf eure matatu-musik-ranglisten bin ich auch schon sehr gespannt! (heute morgen liefen uebrigens "life is life" und "sex on the beach", naja, die matatus zwischen buru und kayole, wo imani ist, sind halt doch ein bisschen komisch... ) und oma: na dreimal darfst du raten, wer die jakobsweg-karte in den kalener geklebt hat!!! und weil sich alle nach den mendes erkundigen: ich muss euch leider enttaeuschen, die kakis sind alle tot und begraben!! oooooooohhhhhhh, pole

jetzt geh ich erstmal ne banane bei meiner dicken lieblingsbananenfrau kaufen. die hat mir doch neulich mal eine umsonst gegeben - "because you are my customer!", weil ich ihr kunde bin. voll nett. so ein fruechtchen hab ich mir nach so einem tag auch redlich verdient!

wie ihr also lesen koennt, erlebe ich hier so allerhand, ich lerne fuers leben und bin weiterhin sehr wohlaufest! ausserem vermisse ich euch alle und warte sehnsuechtig auf eure kommentare... hab euch lieb!

ps: an alle, denen ich nicht immer gleich antworte: bitte nicht sauer sein, ich verliere so langsam den ueberblick von myblog, googlemail, facebook usw... und jetzt ist ja auch noch der urlaub vorbei, da wirds noch viel schlimmer!

6.1.09 15:00

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bisher 8 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Papa (6.1.09 17:54)
Hallo Laura,
schön, wieder mal von Dir zu hören, bzw. zu lesen. Wie immer, sehr abwechslungsreiche Erzählungen und Erfahrungen. Natürlich kommt man ins Nachdenken und vielleicht auch ins Grübeln kommt, wenn man viel Zeit hat. Dazu kommt natürlich auch die Tatsache, dass vier Kinder nicht mehr da sind. Wen n es sich auch hart und kalt anhört, aber auch so stellt sich das Leben dar. Wichtig ist, dass Du diese Dinge realistisch siehst und auch analysierst bzw. verarbeitest. Eines ist auf jeden Fall klar, überflüssig ist niemand von Euch in Nairobi und im Imani. Wie Du auch richtig schreibst kann man sich auch an den kleinen Dingen wieder aufbauen und freuen. Allein das Lächeln von Little Richard oder das Winken von Japhet belohnt für die meisten Entbehrungen oder Enttäuschungen. Das war der erste Teil!


Papa (6.1.09 17:57)
Jetzt kommt der zweite Teil. Es scheint so, als ob der Kommentar nicht so viele Zeilen verträgt. Also los geht's.
Zu den neuen Arbeitsbedingungen oder Einteilungen kann ich bei allem Verständnis für die Sache nur sagen, dass die eigene Sicherheit erste Priorität hat. Das sieht bestimmt auch Tabitha ein. Selbstverständlich darf man auch seine Sichtweise über verschiedene Dinge sagen, bei allem Respekt für das Land und die Leute. Es ist ja auch so, dass Du nicht die erste Europäerin in einem Dorf mitten im Dschungel bist. Was ich damit sagen will ist, dass eure Chefin Tabitha auch akzeptieren muss, das dort eine multikulti Truppe kostenlos hilft. Du bekommst das schon hin. Da bin ich mir sicher. Und die nächsten Wochen werden, so wie Du schreibst, auch wieder sehr interessant werden. Bei uns waren heute die Sternsinger unterwegs. Bei -6°C und Schnee. Ja, es hat wieder geschneit und der bleibt, wegen der Kälte, die nächsten Tage auch liegen. Morgen fängt auch wieder die Schule an. Freude in allen Kinderzimmern. Liebe Laura, ich werde Dir die nächsten Tage auf jeden Fall ein Päckchen schicken. Bevor ich aber verschließe, wollte ich Dich fragen, was Du gerne hättest. Kannst mir in mein Postfach schicken. Nun umarmen und drücken Dich Silver, Jackie, Lukas, Lisa, Lena, Mama und Papa. Wir alle haben Dich gaaaaanz lieb.


Papa (6.1.09 17:58)
Es hat funktioniert. Tipp für alle, die einen längeren Text schreiben. Bevor ihr ihn mit "LOS" abschickt, kopiert ihn in den Editor.


blubbkas (7.1.09 19:12)
hallöle laura!!
jetz schreib ich dir halt au mal n kommentar...
allerdings war des jetz ziemlich spontan und ich hab keine ahnung was ich denn überhaupt schreiben soll
naja jedenfalls würd ich mal gern wissen warum die babys gestorben sind. mein erster schultag war eigentlich gar net mal soo schlecht. wir ham jetz ne "cafeteria" n kaffeeautomat gibt's auch aber der wird erst vorraussichtlich morgen in betrieb genommen und man kann muffins nudeln wiener und gulaschsuppe kaufn, und das ohne irgenwelche lästigen zettel auszufüllen!!
naja das wars dann mal vorerst jetz wird noch WoW gezockt ;-)
hab dich gaaanz arg lieb!!!
der blubbkas


moniii / Website (9.1.09 02:00)
SIE HABEN POST :PP

und zwar eine ganz pseudo-philosophische total unzusammenhaengende email von moni ;-)

hab dich liiiiiiieb ,3


die Buchener (11.1.09 20:57)
Hallo Laura,
schon wieder ist eine Woche vorbei, und Monika schreibt für mich im Internet. Weißt du überhaupt noch, was "kalt" heißt? Wir haben zur Zeit minus 14 Grad!! Da könnte man doch glatt ein Sack voll Wärme von Dir gebrauchen. Aber weißt was? Wenn es bei uns wieder "gut warm" wird, dann bist du auch wieder im Bibertal! Es dauert halt noch. Ich denke, es macht dir immer noch Spass bei deiner Arbeit und Freude mit den Babys. Unser Album wird auch immer um ein Blatt reicher. Kannst du dich an die Inge erinnern - Martins Frau von Schweinberg? Die waren bei uns und sie hat das Album gesehen und ist total von deiner Arbeit begeistert. Sie sagte mir, dass sie sich so toll mit dir unterhalten hat bei unserer Goldenen Hochzeit. Stell dir vor, bei uns riecht es schon ein kleines bisschen nach Faschnacht. Wir haben Manuel vorgeschlagen, einen Huddelbätz anzuziehen, er hat ganz komisch aus der Wäsche geguckt. Aber "ein Bayer im Huddelbätz" ha...ha...ha..!
Ab 12.1. sind bei uns die Ferien vorbei und ich habe wieder Dienst beim Sport und verschiedene Versammlungen. Bei dieser Kälte war es daheim doch schöner.
Liebe Laura, bis zum nächsten Mal wünsch ich dir alles Gute aus dem kalten Odenwald.
Deine Oma - und auch von Opa ganz liebe Grüsse.
Machs gut.


die Buchener (11.1.09 21:10)
Hi Laura, auch noch ein paar Zeilen von mir. Sicher hast du schon auf Nachrichten aus Buchen gewartet. Brief von Oma siehe oben. Habe am Mittwoch auch wieder angefangen zu arbeiten, da hat man gleich nicht mehr so viel Zeit, täglich mal ins Internet zu gucken. Ausserdem hatte Norman noch Ferien und hat den Computer oft in Beschlag genommen. Neueste Temperaturinfos: letzte Nacht hatte es minus 17 Grad (lt. Oma). Das einzige, was wir im Moment wohl klimatisch gemeinsam haben, ist, dass auch bei uns die Sonne scheint. Das mit deiner Chefin ist normal im Arbeitsleben. Also nimms dir nicht zu Herzen. Sie hats bestimmt auch nicht leicht, das Waisenhaus zu führen und Praktikanten sind nun mal nicht wirklich so ne große Hilfe. Wie machst du das dann mit der Arbeitszeit, wenn du erst mittags anfängst. Hörst du dann trotzdem rechtzeitig vor Dunkelwerden auf oder bekommst du dann wieder Begleitung? Lass dich nicht auf irgendwelche riskanten Sachen ein. Kennst du noch Carmen Breitinger, die Nachbarstochter von Oma schräg gegenüber? Sie hat von deinen Aktivitäten gehört und da sie im Frühling Abi macht und was im pflegerischen Bereich studieren will, war sie total interessiert. Ich hab ihr die Blog-Adresse gegeben. Hoffe, es ist dir recht. Sie will sich mal bei dir melden. Vielleicht kannst du ihr mal die Adresse von civs geben. Bei uns ist soweit alles bestens, das heißt, alle sind gesund und arbeitsfähig. Keine negativen Einflüsse, ausser dass die Autos bei der Kälte nicht mehr richtig starten wollen. Lass dich nicht unterkriegen, wir bleiben weiter auf deiner Spur.
Herzlichste Grüsse aus Buchen von Moni und Anhang.


die Buchener (11.1.09 21:19)
Hi Laura, ich bins nochmal, Monika. Hab mir nicht getraut, die Hitparade auch noch an die Nachricht zu hängen. Du weißt ja, lange Texte... Hier meine Quotation: Platz 1 für P-Square mit "No one like you, 2. für Marlaw "Bembeleza", 3. Nameless "Salari", 4. Redsan "Leo mi Leo", 5. Prof. Joy "Hapo Sawa". Die letzten beiden sind mir zu rappig. Mag ich schon in Deutsch nicht. Den Jungs hat Nameless mit Salari am besten gefallen.
Also viel Spaß weiterhin beim Matatu-Fahren und Matatu-Musik hören. Hast ja genug Zeit, bis du als am Ziel bist. Küssle von mir. Bis bald. Monika