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Mein verruecktes Weihnachten - Ein Rueckblick in Akten

ihr lieben! da im office das internet mal wieder nicht funktioniert ("hakuna natwork"), melde ich mich nun mal aus dem cyber cafe mit einem kleinen (ok, es koennte auch ein riesiger werden) ueberblick ueber meine erlebnisse zwischen den jahren. 1.Hilfe, wir ziehen um - an Heilig Abend sowas hab ich auch noch nie erlebt: ein umzug, der an einem nachmittag ueber die buehne geht. das ist selbst fuer kenianische verhaeltnisse ungewoehnlich, sagt ken. ich fand mich, statt wie geplant beim weihnachtseinkauf, im hinterhof wieder, wo sich sofas, betten, schraenke, mikrowellen und massenweise tueten und koffer stapelten und die tanten, ken und ich auf den transporter warteten. der kam und brachte ein paar junge maenner mit, die auf kleinen aesten kauten - kein wunder, dass die zu zweit das riesen sofa auf den transporter pfeffern konnten, als waere es ein sack federn: die leute waren ziemlich high von diesen drogen, die sie da kauten. holterdipolter gings dann ein paar strassen weiter in die neue wohnung, wo ich mit ken und seinem bruder wohne (der aber gerade bei seiner schwester in mombasa ist). die wohnung hat eine kleine kueche, ein wohn- und esszimmerchen im eingangsbereich und zwei schlafraeume. das bad ist nicht so prickelnd. als dusche und klo dient ein einfaches loch im fliessenboden. aber erstaunlicherweise kann man sich auch daran gewoehnen. klingt wirklich schlimmer als es ist, und im januar bin ich ja erstmal im work camp und dann kommt der japaner masa wieder, sodass ich eventuell eine neue gastfamilie kriegen werde. ken sagte etwas von einer verwandten mit kind und heisser dusche!!! ich lasse mich ueberraschen. hinter dem haus, das knapp an der grenze zum ghetto ist, wie mir ken erzaehlte, fliesst ein winziger kanal (deswegen haben wir jetzt so viele muecken im haus, wenn wir nicht konsequent die fenster zumachen) und dahinter erstreckt sich ein maisfeld bis zu einer blechwand. ausserdem muessen da noch schienen sein, wo hin und wieder zuege vorbeiprusten. kennt ihr das ganz beruehmte monet-bild, auf dem ein paar damen und kinder in weissen kleidern mit schirm ueber ein mohnfeld spazieren? so aehnlich sah das gestern aus, als eine schwarze mama in weissem kleid mit schirm und sohn durch den mais stiefelte... ach ja, und wir haben noch ein paar bewohner in diesem haus: alfrde, the german ghost, den vanessa mitgebracht hat und der meine zimmertuer staendig auf und zu macht, die laesst sich naemlich nicht richtig schliessen. ausserdem noch zwei (oh mann, was ist jetzt das deutsche word fuer lizzard??) , aeh, sowas wie lurche oder geckos. einen in der kueche und laut ken auch einen im "bad", den hab ich aber noch nicht gesehen. die sind aber gut, denn die fressen die insekten. was den heiligen abend betrifft, war unser improvisiertes festchen natuerlich nicht zu vergleichen mit dem richtigen deutschen weihnachten. weihnachten ist hier naemlich nicht so wichtig, und wenn ueberhaupt, dann erst am 25. wir haben also zwischen umzugskisten und auf dem boden nudeln gegessen, geschenke getauscht und ich hab loriots adventsgedicht vorgelesen. aber die richtige weihnachtsatmosphaere hat eigentlich gefehlt. 2.Entspannte Tage mit Muecken am ersten weihnachtsfeiertag hab ich erstmal eine abspuelorgie gestartet, um mich von ein paar trueben gedanken abzulenken. ich moechte nicht sagen, dass ich heimweh hatte, aber schade fand ichs schon, dass dieses weihnachten so unweihnachtlich ist. mit blick auf den kanal hinterm haus und ein paar exotischen reihervoegeln, die da rumstaksten, spuelte es sich ganz fix ab, und danach gings mir wieder gut. der rest des tages verlief recht unspektakulaer. die kenianer trinken eigentlich nur die ganze zeit, kucken filme (was wird in einem kenianischen haushalt natuerlich als allererstes installiert? - klar, der fernseher!), und abends haben wir wieder mit den deutschen volunteers gegessen. ich hatte viel zeit und hab mein zimmer, das ein einziges chaos war, mal ein bisschen bewohnbarer gemacht, meinen koffer ausgepackt und in dem leeren schrank verstaut. ausserdem bilder und kalender aufgehaengt und mich eben etwas eingerichtet. 3.Ein Anruf aus Afrika und die Entdeckung des Radios die tage werden aehnlich, zu tun gibt es nix und weihnachten faengt an zu nerven. also auf zum cyber cafe und einen international call machen! wahrscheinlich lag es daran, dass wir alle so ueberrascht waren und die verbindung ein bisschen zeitverzoegerung hatte, dass wir uns gar nicht so viel erzaehlen konnten. ich hab nur fuer drei minuten bezahlen muessen, mehr nicht! das war echt kurz, aber es war toll, euch mal zu hoeren. diese ueberraschung ist mir wohl gelungen, was? ausserdem hab ich an dem tag einen tollen radiosender entdeckt: so wie ich in deutschland bayern 2 hoere, um diesen pop-musik-sermon nicht immer hoeren zu muessen, so freue ich mich hier ueber radio ex fm 105.5, weil mich der pop-musik-sermon, den die da spielen, ein bisschen an zu hause erinnert... 4.7 Freunde und der Ausflug ins Verlorene Paradies am ersten nicht-weihnachtstag gings mit daniela, ken, vanessa, david, tanja und christian nach paradise lost, das ist ein park eine stunde noerdlich von nairobi. wir sind ueber verschlungene pfade vor und hinter wasserfaellen rumgestiefelt, sind in hoehlen gekrochen, wo sich die mau-mau-kaempfer seinerzeit versteckten, bevor sie fuer kenias unabhaengigkeit kaempften, haben deutsches brot und gemuese verpicknickt und hatten danach schliesslich viel spass bei einer bootsfahrt auf dem see. wir haben voegel und sogar ne wasserschlange gesehen und waeren beinahe an ufergeaest stecken geblieben. ja, hat sehr viel spass gemacht. 5.was sonst noch so passiert eigentlich nicht viel: ich hab die serie "the black donellys" angeschaut (und nur die haelfte verstanden), tania blixens kurzgeschichten verschlungen, waesche gewaschen und ganz viel abgespuelt. denn wie sagte schon der suesse franzose auf dem jakobsweg: ich spuele gerne ab, denn wer was zum abspuelen hat, der hatte auch was zu essen! recht hat er!

6.was mir schon gar nicht mehr auffaellt
hier einige dinge, die schon zum taeglichen kenn-ich-eh-schon-gefuehl gehoeren:
* maenner, die mindestens vier oder fuenf getraenkekisten auf den gepaechtraeger ihres fahrrads gestapelt haben und damit die hubbeligen strassen entlang fahren, ohne umzufallen!
* marabus, diese exotischen riesenvoegel, die im flug schatten auf die strasse malen und einfach furchtbar haesslich sind (viele gruesse an "john the guy", den beruehmten marabu auf dem national theater!)
* linksverkehr! so langsam kapiere ich auch, dass es besser ist, auf de linke statt die rechte seite auszuweichen, wenn mir jemand auf der strasse entgegen kommt...
* diese grossen, kutschenaehnlichen holzkonstruktionen mit zwei raedern, an deren anfang statt eines pferdes ein mann im arbeitsmantel steht und sein vollbeladenes gefaehrt ueber nairobis strassen manoevriert

7.Ausblick
was die naechsten tage ansteht: heute nachmittag werden david und ich endlich eine gitarre kaufen - jippieh! morgen wollen wir ins giraffen center, wo man sich von giraffen kuessen lassen kann und dann muss ich so langsam damit beginnen, mich aufs work camp vorzubereiten: arbeitshandschuhe ausleihen, insektenmittel kaufen usw. ausserdem will ich noch mehr fotos hochladen, aber ich weiss nicht, wann dieses bloede internet ins office zurueckkehrt bzw. ob ich nochmal zeit hab.

so, genug gecshrieben, jetzt bin ich immerhin schon ne stunde am rechner, was 60 shilling kostet (umgerechnet 60 eurocent!). ich hoffe, ihr seid wieder einigermassen auf dem laufenden und verzeiht mir den ein oder anderen unverstaendlcihen satz, aber wie soll ich mich hier konzentrieren, wenn abba (!!) in voller lautstaerke laeuft.
ab januar werden die kenianer auch wieder arbeiten, dann ist es nicht mehr GANZ so voll und unentspannt wie zur zeit noch.
meine mails werd ich auch bald beantworten, aber heute nicht mehr, tschuldigung.

jetzt muss ich nochmal TAUSEND DANK fuer eure lieben nachrichten sagen, ich hab mich sehr gefreut, von euch zu hoeren. es macht spass, von euch zu lesen! ich hab euch alle sehr lieb und sende tausend kuesse aus nairobi.

29.12.08 10:04

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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


die Buchener (29.12.08 11:44)
Hallo Laura,
das ist ein Test, um zu sehen, ob ein kleiner Text durchgeht.
Papa


die Buchener (29.12.08 11:45)
Hallo Laura,
ich versuche jetzt das vierte Mal den Kommentar von gestern zu schicken. Also, was nachher mit "Hallo Laura" beginnt ist von gestern. Ansonsten, recht interessant, Dein Weihnachten. Hört sich hoffentlich kaotischer an, als es denn war. Auf jeden Fall viel Spass bei den Giraffen und bei den restlichen Unternehmungen. Ganz Buchen drückt Dich. So und nun das von gestern.


die Buchener (29.12.08 11:47)
So, ich glaube, wenn der Text zu lange ist, kommt er nicht an. Also werde ich ihn teilen:

Hallo Laura,
aller Guter Dinge sind Drei. Ich versuche jetzt das dritte Mal, Dir den Brief von Oma zu schicken. Die ersten beiden Male hat er es nicht genommen. Jetzt werde ich das Geschriebene erst kopieren, abspeichern und dann losschicken. Einen Brief von Lena und Manuel werde ich scannen und in Dein Postfach „werfen“. Lena meinte, Du sollst auch sehen, was Manuel geschrieben hat. Also los:


die Buchener (29.12.08 11:47)
Hallo Laura-Hier Oma!
Als Du angerufen hast, ist Opa erstmal durchs Haus gelaufen, der wusste gar nicht, wie ihm geschieht. Es ist schon faszinierend, wie das alles möglich ist. Könnte man Dich auch anrufen?? Stell Dir vor, die Moni hat aus Deinen Berichten und Bildern ein Album angefertigt und mir zu Weihnachten geschenkt! Du kannst Dir nicht vorstellen, wie ich mich gefreut habe. Monika hat auch den >Jakobsweg mit Bilder ins Album getan. Wir wussten gar nicht, das es davon auch Bilder gibt. Im nachhinein musste ich feststellen, dass meine Sorgen wirklich unnötig waren. (Gell Laura) Es geht halt nicht „ohne“! Die Bilder von Deinem jetzigen Aufenthalt sind für uns eine große Bereicherung und wir können uns jetzt wenigstens ein bisschen vorstellen, was so bei Dir abgeht. Das Bild mit Pauline ist wunderschön, Du siegst so richtig professionell aus. Ich bin als Oma sehr stolz auf meine „Große“ Enkelin Laura. Umgezogen bist ja schon. Papa hat gemeint, die neue Unterkunft ist nicht so dolle!? Nachdem ich jetzt das Album habe, kann ich immer darin lesen und ich entdecke immer wieder Neues. Man kann halt viel intensiver lesen, als vor dem Computer. Weißt was ich noch toll an Dir finde? Du kannst Dich sehr gut anpassen, zum Beispiel das mit dem Essen. Und noch was. Die „kleine Laura“ alleine mit dem Bus, Du machst ja tolle Fortschritte, ich denke, es wird doch immer besser. Wenn Du dann ab Januar wo anders bist, wirst nicht mehr so oft schreiben können, oder? Auf jeden Fall wünschen Dir Opa und Oma weiterhin viel Glück, alles Gute und viel Kraft, alles gut zu meistern, was Du noch vorhast.
Alles Liebe, Deine Oma.


die Buchener (29.12.08 11:48)
So, jetzt bin noch mal ich (Papa) dran. Bei uns wird es langsam kälter. Als ich heute morgen mit Jackie unterwegs war, hatten wir -5°C. Es soll bis Dienstag noch kälter werden. Von Schnee ist allerdings noch nichts zu sehen. Morgen kommen Mama und Lisa mit dem Zug hier an. Wir werden dann am Dienstag wieder nach Hause fahren. Manuel ist auch gefahren, denn ich musste den Polo nehmen. Beim Bulli ist mal wieder ein Kabel „weggefault“. Das muss erst in der Werkstatt repariert werden, aber dann wird er wieder schnurren!! Das ist nichts Großes. Aber der Rost arbeitet. Gestern habe ich noch mit Gigi telefoniert. Sie wird sich in den nächsten Tagen mal Zeit nehmen um den blog zu lesen. Ich soll Dich auf jeden Fall von ihr grüßen. So meine Liebe, ich werde jetzt diesen Text so lange schicken, bis er sich durch die Leitungen gequetscht hat.
Liebe Grüße und mach’s gut, Papa