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zwischen shepherds' und westlands

wow, der letzte eintrag ist ja schon ne ganze weile her! also los: immer schoen die lieben leser auf dem laufenden halten...

am freitag sind wir also zu zehnt zum shepherds' waisenhaus gefahren, mit drei grossen kisten, einem kanister saft und mehreren tueten reis. und das im matatu! wir haben vielleicht aufsehen erregt! die shepherds' waisenkinder wohnen in blechhuetten, aber seit ich das letzte mal dort war, hat sich ein bisschen was getan: es waren wohl ein paar australische freiwillige dort, die geholfen haben, den boden in den schlafraeumen zu zementieren, damit die kinder nicht mehr im schutt rumlaufen muessen. auch das kleine buero, das letztes mal eher wie ein kabuff aussah, ist nun abgetrennt, aufgeraeumt und mit neuen schreibutensilien ausgestattet. die kinder haben sich riesig gefreut, besuch zu bekommen, sie haben gleich mal was gesungen und ein kleiner junge ist an mir hochgeklettert. auch die beiden japanischen freiwilligen von civs, nobu und jhiaki, die dort zur zeit arbeiten, sind wohl ein teil der bunten shepherds' familie geworden. ich bin ja schon einmal dort gewesen, aber michael von civs hat die verschlaege zum ersten mal gesehen, und hat hinterher gestanden, dass ihn das sehr geschockt hat. deswegen will er mit den anderen civs-jungs ein bisschen geld zusammen kratzen, um dann in eigenregie in den anderen raeumen auch noch den boden zu zementieren.
ein bisschen bloed war es schon, die kinder bekamen die gespendeten kuscheltiere und spielsachen in die hand gedrueckt, fuer das foto fuer die deutsche firma, die fuer eva die versandkosten uebernommen hat, und danach mussten sie alles wieder abgeben, weil es ja eigentlich weihnachtsgeschenke sind...

den nachmittag haben wir mit nichtstun verbracht.
abends war ich dann in langata, wo kens cousine ihre graduation party feierte. freitag war naemlich der tag, wo ganz viele hochschulen in nairobi ihre abschlussfeiern hatten; also nix wie los. wir haben ewig gebraucht, weil mal wieder ziemlich stau war richtung city center und wir dort auch noch umsteigen mussten. irgendwann fand ich mich dan auf der terrasse von kens cousine wieder, inmitten von zehn angeheiterten afrikanischen weibern, die alle gleichzeitig drauf los quatschten und lachten - war seeehr lustig.

danach bin ich noch zu eva, um bei ihr mit david, melanie joachim und brian den rest von irgend so nem mafiafilm zu kucken. richtig schoener, typisch deutscher filmabend, mit chips und cola - und dem erfreulichen besuch einer kakerlake! (also doch nicht ganz wie in deutschland... )

am samstag hab ich dann einen abstecher nach europa gemacht. mit vanessa, jana, finnen-iida, verena und samuel bin ich naemlich zum village market gefahren, einem komplex etwas ausserhalb, mit ganz vielen noblen geschaeften, swimming pool, restaurants (unter anderem ein german point, wos schnitzel gibt!) und erstaunlich vielen wazungu. das war ein merkwuerdiges gefuehl, so absolut untypisch fuer das kenia, das ich bis jetzt kennengelernt habe. einerseits finde ich, dass ich das nicht unbedingt brauche, ich meine, wenn ich schon mal in afrika bin, dann lebe ich halt auch afrikanisch. andererseits ist die tatsache, dass ich auch in afrika kiri und philadelphia und "bavarian bread" kaufen kann, einfach ein teil der globalisierung, gehoert also irgendwie doch mit dazu... fuer vanessa jedenfalls, die jetzt bald die haelfte ihres jahres in kenia hinter sich gebracht hat, waren die klamottenlaeden, die wirklich wie jeder deutsche h&m aussahen, ein kurzer ausflug zurueck in die heimat und sie hat ganz leuchtende augen gekriegt...

sonntags bin ich mit david ins city center gefahren, wo wir in den uhuru- und central park gegangen sind. ach, welch eine wohltat: GRUEN!!! und ein kleiner see zum tretbootfahren ist da auch. es war mal wieder irre viel los, wie eigentlich immer nd ueberall in nairobi, aber ich hab den spaziergang durch die fast gruenen wiesen wirklch genossen. david hatte sein skateboard dabei und ist immer vorrausgeflitzt. die afrikaner haben sich erst ganz erschrocken umgedreht, sind dann in panik auf die seie gesprungen und haben im nachhinein ueber diesen merkwuerdigen mzungu gelacht, so als haette sie noch nie einen skateboarder gesehen - haben sie vielleicht auch nicht!

danach haben wir jeff aus der psychatrie-kritischen szene in kenia getroffen - nicht dass ich auf diesem gebiet besonders bewandert waere! das musste ich jeff aber auch erstmal erklaeren. nein, david kennt sich da ganz gut aus und ihm wurde schon in detschland der kontakt vermittelt. (das waere wieder ein gespraech ganz im sinne von meiner moeni gewesen! ) wir haben uns ganz gut unterhalten und die zeit flog nur so dahin. um sieben wollten wir dann langsam mal aufbrechen, haben jeff noch ueber die strasse begleitet, wo er einen alten freund getroffen hat, zu dem er eingeladen war. dieser freund hat uns gleich mit eingeladen und david und ich fanden uns kurze zeit spaeter in einer kleinen villa in westlands wieder, mit parkettboden und zwei laptops auf dem kamin. kontraste, sag ich da nur! die kleine tochter geht auf die franzoesische schule in nairobi und spricht mit den eltern reinstes, entzueckendes franzoesisch und mit den gaesten glockenreines englisch. ihr vater, der sich fuer davids fotos interessiert und fuer safaricom, das kenianische vodafone, arbeitet, kommt eigentlich aus togo, lebt wohl in belgien, war bis vor kurzem noch in den usa und haelt nicts von der "kenianischen zeit", die ich schon des oefteren beschrieben habe. "unpuenktlich zu sein hat nichts mit afrika zu tun! wenn kenia was werden will, muessen die leute puenktlich zum meeting kommen!" es gab ein leckeres abendessen und wir haben uns sehr gut unterhalten. so schnell geht das hier in nairobi: na klar, komm doch mit, kein problem, karibu sana, herzlich willkommen.

auf der heimfahrt von westlands nach buruburu haben wir uns ein bisschen verfranst, weil die beiden afrikaner noch nie in diesem stadtteil waren: "is this still nairobi? ist das hier immer noch nairobi?" und zu david meinten sie: "mensch, du lebst ja im ghetto!" tja, so ist das nunmal. der westlands-geschaeftsmann muss sich hoechstwahrscheinlich nicht genau ueberlegen, wann er das naechste mal seine waesche waescht, so wie die leute in buruburu, waehrend leute in anderen stadtteilen taeglich zwischen im stau stehenden autos auf den heissen strassen und im abgasnebel orangen verkaufen muessen, damit ihre kinder genug zu essen haben...

gestern - und jetzt haltet euch fest - ist die kleine laura das erste mal ganz alleine und ohne fremde hilfe im oeffentlichen bus gefahren! boah war ich stolz, vor allem, weil ich unterwegs tausendmal dachte, ich sei falsch. fuer andere freiwillige mag das jetzt kurios klingen, aber mich hat dieser kleine persoenliche triumph ueber mich selbst sehr gefreut. jetzt bin ich gute zwanzig tage hier, und so langsam gewoehne ich mich an alles. das macht richtig spass, sich stueck fuer stueck immer ein bisschen besser auszukennen. im go down arts center wieder gitarre gespielt (david ist gerade am verhandeln: er hat eine gebrauchte gitarre in aussicht, die wir recht guenstig erwerben und dann mit ins work camp nehmen koennten, weil jes'se sein heiliges baby ja keinesfalls hergeben moechte!). die typen dort haben mich danach noch mitgenomme in ein anderes strassenkinder-center, aber weil ja zur zeit ferien sind, haben wir eigentlich nix anderes gemacht als tee getrunken und witze gerissen. die leuchtend-weisse laura ist dann gegen abend in begleitung von den beiden schwarzen grossen maennern jes'se und felix ueber stock, stein und durch verwinkelte maerkte nach hause begleitet worden.

dort erwartete mich ein kleines chaos, denn kens tanten sind gerade damit beschaeftigt, alles zu packen, weil die familie doch ausziehen muss. und das ueber weihnachten - aber das scheint hier keinen besonders zu stoeren. deswegen weiss ich auch noch nicht, wie GENAU ich den morgigen festtag verbringen werde, auf jeden fall it daniela, die jetzt wieder aus somalia zurueck ist, david und vanessa. deswegen werde ich mich jetzt, nach diesem eeeeeeeewig langen eintrag, auch langsam mal verabschieden: ich muss naemlich noch saefte und zimt kaufen, fuer einen richtigen deutschen weihnachtspunsch.

ich wuensche euch allen ein ganz schoenes weihnachtsfest, feiert schoen und erholt euch gut vom alltagsstress. ich hoffe, ihr verbringt genauso erfuellte tage wie ich hier, wenn auch mit weniger staub, dafuer mit mehr schnee. geniesst die zeit, glitzert ein bisschen vor euch hin und esst einen zimtstern fuer mich mit. seid allerheftigst umarmt und macht euch keine allzu grossen sorgen (gell, oma!! )

merry christmas to everyone! und jingle bells!:D

laura.

23.12.08 08:02

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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Papa (23.12.08 18:26)
BOAH!!!
Ein riiiiiieeeeesen Eintrag. Wie kannst Du Dir das alles merken? Wahnsinnig interessant. Natürlich essen wir für Dich einen Zimtstern und bei jedem Biss werden wir an Dich denken. Schnee gibt es leider keinen mehr. Ist alles weggetaut. Aber am 2. Feiertag soll wohl wieder etwas kommen. Bin stoz auf Dich, dass Du es alleine! geschafft hast Matatu zu fahren. Liebe Laura, ich denke, ich werde Dir morgen nochmal schreiben. Jedenfalls habe ich nun Urlaub. Auch ich umarme Dich ganz doll und drück Dich. Mach et jud.
Liebe Grüße,
Papa


Ka, Vroni, Tini und Elli (23.12.08 23:28)
hola laurita xD
hier sind deine wazungu ka, vroni, tini und elli (die schreibt ^^). wir wollten dir auf diesem wege quasi aaaalle zusammen ein frohes weihnachtsfest und geruhsame tage wünschen und hoffen, dein afrikanisches fest wird für dich ein unvergessliches
ka sagt: hallo laura! sie genießt die zimtsterne und isst sie alle, einen nach dem andren. leider sind schon alle weg, aba sie hat ab und zu auch beim essen an dich gedacht spaß
tini hätt bitte gern nen babylöwen von dir zu weihnachten :P
ach ja, wir warn grad vorhin beim armando essen. mei, wir ham sowas von reingehaut...vorspeise (alle zusammen n nizza-salat), hauptspeise (ka: pizza frutti di mare, vroni: tortellini alla panna, tini: gnocchi quattro formaggi, ich: pizza vegetariana) uuund auch noch ne nachspeise (kinderbecher, schokobecher, eisschokolade und panna cotta). war sooo geil und zum abschluss gabs (nur für vroni und elli) noch nen verdauungsschnabbes xD
der schnee is weg und ich hatte mir sooo dolle weiße weihnachten gewünscht...voll der pfusch..kackdreckmist!
ka muss noch christbaum schmücken sagt se und fragt, ob du denn auch einen hast in afrika?! ^^
also kurz gesagt: wir liebn und vermissn dich und wünschen dir von ganzem herzen ne gute zeit und freuen uns über jeden neuen eintrag!
fühl dich geknuddlt, 1000 bussis, deine dich vermissenden, kränkn wazungu ka, vroni, tini und elli <3333


mzungu (24.12.08 08:25)
ach seid ihr suess!
wenn ich zurueck bin, muessen wir nochmal alle zum pizza essen gehen oder so - ich will auch gnocchi quattro formaggi!! der loewe geht klar! und nein, ich hab hier natuerlich keinen christbaum. im wazungu-lieblingssupermarkt tuskys gibt es genau fuenf plastikbaeumchen zu kaufen, aber die sehen sowas von made in china aus, da verzichte ich lieber!
das mit dem schnee ist schade, aber vielleicht gibts dann im mai noch welchen, wenn ich wieder da bin... :D
vielen tausend dank fuer diese lieben weihnachtsgruesse! ich hab euch ziemlich arg lieb! geniesst die zeit. merry christmas!

ps: ich ziehe uebrigens heute aus bzw. um bzw. ich weiss noch gar nicht wohin...? naja, auch ne art, weihnachten zu feiern!


Papa (24.12.08 13:29)
Hallo mzungu,
an Weihnachten umziehen ist auch ne besondere Art dieses Fest zu feiern. Wir alle, Andi, Lena, Lisa, Lukas, Jacki, Silver und ich möchten Dir auf diesem Wege friedvolle Weihnachten wünschen. Wir werden ab 23h besonders fest an Dich denken. Dann sind wir in der Christmette. Wenn Du Zeit hast und eine klare Nacht herrscht, schaue einfach in die Sterne, das tue ich auch. Dann sind wir ganz nah beisammen. Jetzt bringe erst einmal Deinen Umzug gut hinter Dich. Morgen fährt der erste Teil der Künzig's nach Buchen zur Oma. An Silvester sind dann alle wieder hier. Lieber Schatz, lass Dich ganz feste umarmen und drücken. Mach es gut in Deinem neuen Domizil.
Bis bald,
Papa


die Buchener (24.12.08 21:09)
Hallo Laura, wir wünschen dir erst mal ein frohes, friedvolles Weihnachtsfest und hoffen, dass du trotz Umzug (wo bist du eigentlich jetzt?) ein paar besinnliche Stunden haben kannst. Die Bilder haben uns total beeindruckt, vor allem die Bilder von dir. Auf dem Bild mit Pauline siehst du schon wie so ne richtige Mama aus. Beim anderen Bild von dir hat Opa gemeint, du sähest wie eine evangelische Schwester aus. Auf jeden Fall haben wir jetzt eine Vorstellung von deiner Umgebung und dem Dach des imani. Für uns ist unvorstellbar, wohin du in den paar Wochen schon überall eingeladen warst, wie viele verschiedene Menschen der unterschiedlichsten Schichten du schon kennengelernt hast und wie afrikanisch du schon denkst.
Wir finden es supertoll, dass du jetzt auch schon alleine matatu fährst. Haben die Bilder und Berichte gleich ausgedruckt, weil man das alles von einem mal lesen und sehen gar nicht erfassen kann. Oma und Opa denken ganz, ganz fest an dich und wir alle drücken dich in unseren Gedanken ganz fest. Liebe Grüße aus dem Badischen sollen wir dir von ANNA, von Tante Gisela und von Micha Zirker ausrichten. Wir wünschen dir noch eine tolle Zeit, Möglichkeit zum schreiben, und hoffentlich ein schönes neues Heim. Haben uns heute abend um den Weihnachtsbaum versammelt (Oma, Opa, Kevin, Norman, Heli, Moni). Aber wie du siehst gehts nicht ohne ein paar Zeilen an dich. Gottes Segen möge mit dir sein.
Bis bald. Deine Oma und dein Opa, die dich sehr lieb haben.