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was ist luxus?

- wenn das wasser wieder kommt und man nicht staendig kanister schleppen muss, um die klospuelung aufzufuellen oder zu duschen

- wenn es statt weissem toastbrot mit honig GETOASTETES weisses toastbrot mit BUTTER und honig zum fruehstueck gibt

- ein stueck schokolade geschenkt bekommen

- gitarre spielen

- pizza essen beim pizza inn und so viel fanta trinken duerfen wie man will

- nach hause kommen, wenn es schon dunkel ist

- ins theater gehen

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spontanitaet ist die regel nummer ens in meinem afrikanischen urlaub. nach dem letzten eintrag hab ich gleich die kranke vanessa besucht und ihre mitbewohnerin melanie hat mich gefragt: wir gehen morgen zum elefantenwaisenhaus - magste mit? na klar mag ich mit. also los! gestern morgen mit eva, melanie, joachim und samuel eine ziemliche matatu-odyssee hinter mich gebracht, mit fahrern, die uns uebers ohr hauen wollten, matatuleuten, die keine ahnung hatten, wo wir eigentlich hinmuessen, matatus, die in komplett falsche richtungen gefahren sind und etliche fusswege. aber wir habens noch rechtzeitig zum david sheldrick wildlife trust geschafft, einem elefantenwaisenhaus, etwas ausserhalb der stadt. taeglich zwischen elf und zwoelf kommen die kleinen jumbos angetrampelt ans wasserloch, wo sie gefuettert werden, eifrig im matsch rumplantschen und den zuschauern hallo sagen. ach, waren die suess! noch etwas unkoordiniert sind sie vor sich hin gestolpert, haben neue muskeln in ihrem ruessel entdeckt und mussten hin und wieder aus dem matsch gezogen werden, in den sie geschlittert und gefallen waren. einer kam freudig auf mich zu gehoppelt (nur ein seil markiert die grenze zwischen tieren und menschen) und liess sich bereitwillig anfassen. mein ganzer arm und meine bluse waren uebersaet von braunen spritzern... nach einer stunde sind sie mit ihren waertern wieder abgezogen. die kleinen haben zum teil furchterregende geschichten hinter sich gebracht. viele haben ihre muetter durch fallen verloren, oder sind selbst in eine geraten, und konnten von den rangern gerade noch gerettet werden, bevor wilderer oder loewen sich ihrer bemaechtigen konnten. wenn sie aelter sind, werden sie in wilde herden integriert und so ausgewildert, aber es gibt wohl ein wasserloch, wohin sie immer wieder zurueckkehren, weil die ranger dort oefters mal vorbeischauen - und ein elefant vergisst nicht. eine frau fragte den ranger, ob den tieren chips implantiert wuerden, damit man sie weiterhin verfolgen und finden kann. daraufhin der ranger: "nicht wir finden die elefanten, wenn sie mal ausgewildert sind - die elefanten finden uns!"

danach gabs also teure, aber recht leckere pizza im city center und dann waren wir im musical "the prince of peace", einem afrikanisch-englisch comedy-spiel mit chor, taenzern und vielen gags. jesus wurde im slum kibera geboren, obwohl maria und josef nicht mal vom selben stamm abstammen. der erzengel sprang immer mit getoese herein, nur einmal stolperte er, da nahm er eben ein zweites mal anlauf. beste stelle: "DU WIRST EINEN SOHN GEBAEREN, UND SEIN NAME WIRD SEIN EMMANUEL --- naja, also du kannst ihn auch em oder emmi nennen, oder sonst irgendeine abkuerzung finden, das klingt dann vielleicht besser..." :D natuerlich hab ich nicht alles verstanden, aber es war echt witzig.

dank davids kontakten (er arbeitet ja auch inm theater), wurde ich dann dem direktor des boys choir of kenya vorgestellt. (der chor wird im januar in die usa fliegen, um zu obamas amtsantritt zu singen! - hier ist alles nur noch obama obama, weil sein vater oder opa doch kenianer ist.) also liebe choRleriker: vielleicht kann ich euch ein paar kenianische noten mitbringen.

auf der heimfahrt im matatu war ich mal wieder sehr verwirrt. das liegt aber am city center, das man durchqueren muss, wenn man zum theater will. diese ganzen ruecksichtslosen leute, das gerempel, diese masse, dieser stress --- daran muss ich mich wohl noch gewoehnen, damit mich das nicht mehr so aus dem konzept bringt wie gestern abend.

heute wollen wir zwei kisten voller spielsachen, kuscheltiere, baelle usw. zum shepherds waisenhaus bringen. das hat eva organisiert, deren mutter eine spendenaktion in deutschland gestartet hat. und dann ist ja auch schon wieder wochenende, und in fuenf tagen christmas.

selbst ken sagt, im dezember sollte es nicht mal in nairobi so heiss sein! aber im office kann man die tuer aufmachen, dann zieht es ein bisschen durch. jetzt machen wir uns langsam auf den weg. die betonung liegt auf langsam, hier gilt nach wie vor kenianische zeit. "komm einfach mal zum office, dann sehen wir schon..."

19.12.08 08:46

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Papa (19.12.08 12:54)
LUXUS!!!
Und wieder kann ich jedem raten, der meint im ginge es schlecht, das Wasser ist zu kalt, das Essen im Restaurant dauert zu lange und die Auswahl ist nicht sehr groß, für eine Woche mit Dir zu tauschen.
Hallo Schatz.
Schön, dass ich oft von Dir höre (lese). Du kannst mit Sicherheit nicht behaupten, dass es Dir langweilig wird oder dass jeder Tag wie der andere ist. Allein das Kennenlernen von so vielen unterschiedlichen Menschen ist spannend. Allerdings solltest Du nicht jeden Luxus übertreiben (bei Dunkelheit heim kommen). Bei uns war gestern die Hoffnung noch groß, weiße Weihnachten zu haben, aber diese Hoffnung wird sich wahrscheinlich nicht erfüllen. Zur Zeit regnet es und die Temperaturen sollen zum Wochenende hin ansteigen (+8°C). Der event mit den Elefantenbabys war doch genau das Richtige für Dich. Da lässt man sich auch gerne vollspritzen. Laura, viel Spass am Wochenende und weiterhin spannende Erlebnisse und eine gewisse Dosis an Luxus.
Liebe Grüße,
Papa


die Buchener (21.12.08 17:27)
Hallo Laura, erst mal ein paar Zeilen direkt von Oma:
es ist wieder Sonntag und ich bin bei Monika. Papa hat mir am Donnerstag wieder berichtet, dass du bei Elefantenbabys gewesen bist. Das ist ja für dich das Richtige. Aber den vollständigen Bericht habe ich heute gelesen. Liebe Laura, wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich Dir eine ganze Tonne Schokolade schicken. Du hast geschrieben, dass Schokolade Luxus ist, und bei uns weiß das so mancher gar nicht mehr zu schätzen. Seit du dort bist, und uns berichtest, weiß ich jetzt auch, dass manches im Leben gar nicht so wichtig ist.
Liebe Laura, Opa und ich hoffen von ganzem Herzen, dass es Dir den Umständen entsprechend gut geht. Ich bete jeden Morgen und Abend für Dich, dass Dir nichts passiert und du die Zeit bis 1. Mai 2009 gut überstehst.
Auch meine Turnfrauen finden es großartig, was du machst und lassen dich grüßen.
Opa und ich wünschen Dir schöne Weihnachten, wie auch immer dort gefeiert wird. Laß Dich fest umarmen von Deiner Oma


die Buchener (21.12.08 17:36)
Hallo Laura, jetzt versuch ichs auch nochmal. Hatten schon alles geschrieben, ging aber nicht durch. Warum auch immer, wurde das ganze als Spam geblockt. Wollte dir nur mal kurz sagen, wie faszinierend ich deine Berichte finde. Ich hätte tausend Fragen, die sich daraus ergeben. Aber dazu fehlt wohl die Zeit. Wir sind froh, dass du dich so oft melden kannst, weil wir dann wissen, dir gehts gut. Melden uns wahrscheinlich an Heiligabend wieder, weil Oma und Opa dann bei uns sind. Dann können wir zumindest in Gedanken zusammen Weihnachten feiern. Was den Luxus angeht, stelle ich auch bei uns fest, wie die Wünsche, die Bedürfnisse und das was sich der ein oder andere leistet oder leisten kann, schon ganz schön auseinanderdriften. Trotzdem gehts uns allen noch supersupergut. Das wird uns bei deinen Bericht auch wieder so richtig bewußt. Wir wünschen dir noch tolle, ereignisreiche und gesunde Urlaubstage. Viel Spaß mit deinen Freiwilligen und ein erfolgreiches Ankommen, wenn du mit deinen matatus unterwegs bist. Herzlichst Monika und Co.