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erster arbeitstag

guten morgen ihr lieben! habiri yako? (wie gehts?)

danke fuer die lieben kommentare und mails. und alles gute nachtraeglich an kevin! ich gewoehne mich hier immer noch ein. mein erstes wochenede war ein bisschen langweilig, weil ich halt doch noch nicht so viele leute kenne mit denen ich was unternehmen koennte. am samstag musste david schon arbeiten - sein projekt hoert sich irre spannend an, ich werd ihn wohl sehr oft besuchen kommen... also hab ich gelesen, kiswahili gelernt und eine liste mit allen sehenswuerdigkeiten in und um nairobi angefertigt, die ich mir in den fuenf monaten anschauen werde.

es war schon ein bisschen bloed, immer hinter der verriegelten hoftuere zu sitzen. einerseits fuehle ich mich natuerlich sehr sicher, andererseits ist es auch einfach ein bisschen wie ein gefaengnis. nachmittags bin ich dann zum lieblingssupermarkt tuskys gelaufen und hab mir ein leckeres samosa gekauft (gefuellte dreieckige gemuesetasche), aber danach bin ich ja wieder nur im hof gesessen. deswegen hab ich mich voll gefreut, als mich ploetzlich eine babykatze besucht hat und ununterbrochen gestreichelt werden wollte. die ist vielleicht suess! und vielleicht kriegen david und ich am mittwoch ne gitarre, dann ist es auch nicht mehr so langweilig.

am sonntag hab ich dann mit david das nationalmuseum besucht; eigentlich nur, weil da die truppe, mit der david zusammenarbeitet, einen auftritt haben sollte, aber daraus wurde dann natuerlich nix - da braucht man sich aber gar nicht laenger aufregen, das ist halt mal so in kenia: hakuna matata! (kein problem!) trotzdem war es interessant und in dem schoenen park drumrum gabs noch eine kleine vorstellung von traditionellen taenzen. ich hab ein paar fotos gemacht, wenn ich hier die moeglichkeit habe, lade ich sie natuerlich hoch.

unterwegs wurden wir mehrmals einfach so angesprochen; man faellt als weisser sehr auf, auch wenn nairobi schon ein bisschen eine metropole ist. die anderen weissen leuchten einfach aus der schwarzen menge raus. aber wenn man ein paar dinge beachtet, kommt man eigentlich ganz gut durch: zum beispiel hab ich mir hier sehr schnell diesen schlurfenden wiegeschritt angewoehnt; wirklich, ich hab hier noch kaum jemanden in hektik gesehen. man kann auf kenianische zeitangaben auch nix geben, eine halbe stunde verspaetung ist das mindeste! dann zeige ich natuerlich immer meinen ring, wenn jemand fragt, ob ich denn verheiratet bin: klaaar bin ich verheiratet, also lieber schwarzer mann, versuchs gar nicht erst! (bin aber erst einmal gefragt worden, gestern im matatu, als ich dem geldeinsammler peinlicherweise 50 cent anstatt 50 shilling hingehalten hab und er mich daraufhin erstmal auslachte - typisch mzungu - weisser). in menschenmengen muss man ein bisschen auf seine tasche achtgeben, aber die koennte mir genausogut in muenchen, rom oder new york geklaut werden. wenns dunkel wird, sollte ich zu hause sein oder ein taxi nehmen. (hier hat jeder seinen privaten taxifahrer, david wurde gestern von seinem gegruesst, das war witzig!) ich versuche mir zur zeit selbst das misstrauen, das man mir in der vorbereitung angelernt hat, etwas abzubauen, weil nicht jeder, der mir entgegen kommt, gleich ein potentieller dieb ist. da arbeite ich noch an mir selbst.

am wochenende gibts kaum wasser in buruburu, deswegen hat meine familie immer ein paar faesser als notreserve im hof stehen, die man, wenn das wasser wieder fliesst, aus einem wasserhahn im hof speist und bei wasserknappheit aufbraucht (zum beispiel fuer die klospuelung, die man halt von hand auffuellt). ich muss bald mal waesche waschen und ausserdem brauch ich dringend neue hosen, meine beiden mitgenommenen haben schon loecher. aber in der strasse, wo die indischen haendler ihre staende haben, solls ganz gute kleidung geben. inder sind gut in stoffen...

heute werde ich bei imani a vorgestellt, der babyabteilung des waisenhauses und bin schon ganz gespannt. thomas, der hier seinen zivi macht, wohnt hier bei mir um die ecke und wird also das gleiche matatu nehmen wie ich. das ist ganz praktisch, weil ich mich noch nicht damit auskenne. allerdings fliegt er am mittwoch ueber weihnachten und seinen geburtstag heim (da werd ich ihm ein paar karten mitgeben fuer euch), aber bis dahin werd ich mich wohl auskennen.

das mit den paeckchen ist ein bisschen kritisch: besagter thomas haette ein paeckchen mit ner kamera und zwei briefe kriegen sollen, die nie angekommen sind. ihr muesstet euch also genauestens informieren wie das mit dem zoll und so weiter laeuft, und dann wirds wahrscheinlich teuer! also wenn es nur der mp3player waere, wuerde ich auch auf ihn verzichten, bevor sich spaeter irgendein zollbeamter meine musik reinzieht... falls ihr aber doch was schicken wollt, tut euch vielleicht zusammen, dann wirds nicht sooo teuer. (und dann koennt ihr mir vielleicht n bisschen schokolade schicken, die ist naemlich teuer hier.)

so, was noch? zeitmaessig bin ich deutschland zwei stunden voraus, das heisst, ihr koenntet um acht lesen, was ich eine stunde spaeter gemacht habe. moeni, wenn ich das gerade richtig recherchiert habe, bin ich dir acht stunden voraus. bei dir ist es gerade halb zwei nachts und du traeumst hoffentlich suess vor dich hin...

das essen ist hier sehr einach: von ugali, dem traditionellen maismehl-papp hab ich euch ja schon geschrieben, und dazu gibts meistens irgendwas, was sich leicht im jiko, also auf der kleinen feuerstelle zubereiten laesst, weil der gaskanister letzte woche irgendwann leer war und noch niemand einen neuen gekauft hat. auch das klopapier wird in einzelnen rollen am kiosk gekauft, weisse toastbrotscheiben im fuenfer- bis siebenerpack, wenn grade jemand hunger hat. der kuehlschrank ist so gut wie leer, wird gekocht, muss man die sachen erst fuer ein paar shilling besorgen. ich werde mir wahrscheinlich einen kleinen privatvorrat anlegen, mit obst und brot, weil es fuer den kleinen hunger zwischendurch halt gar nichts gibt, wenn mans nicht selbst kauft. das sind so kleinigkeiten, die einem erst mit der zeit auffallen, an die man sich aber gewoehnen kann.

oje oje, dieser eintrag ist ja unendlich lang! entschuldigung dafuer, aber er ist schon ein bisschen strukturierter als der letzte. jetzt hoffe ich bloss, dass der strom nicht noch im letzten moment ausfaellt und dass mich dann irgendwer mal zu imani a bringt. vielleicht hab ich heute abend nochmal gelegenheit, mich zu melden, ansonsten im laufe der woche.

geniesst die dritte adventswoche, esst einen lebkucjen fuer mich mit und seid herzlich umarmt! viele gruesse aus der sonne und KWA HERI! (tschuess!)

28.2.05 17:13

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Papa (8.12.08 21:53)
Hallo, Du Weisse.
Das alles hört sich ja an, wie im Film. Wenn es Dir auch nicht gefällt, aber im Film "Jenseits von Afrika" gibt es eine Szene, in der Meryl Streep (Karen Blixen) in einer Menge von farbigen Kindern steht. So ungefähr kann ich mir Dich vorstellen. In der zweiten Sportstunde heute abend hat Sabine auch die Melodie des Films zur Entspannung laufen lassen. Als dann die Szene, in der man über Millionen von Flamigos fliegt, in mein Gedächnis kam, musste ich etwas weinen, weil mir bewusst wurde, mal wieder, wie weit Du weg bist. Aber es geht schon wieder und ich gönne es Dir von Herzen und wäre gerne auch dort. Mein Liebling, mach es gut. Ich melde mich bald wieder. Das nächste Mal gebe ich Dir auch einen Überblick über Deine Post. Ich drück Dich und hab Dich ganz ganz lieb.
Papa