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was ist luxus?

- wenn das wasser wieder kommt und man nicht staendig kanister schleppen muss, um die klospuelung aufzufuellen oder zu duschen

- wenn es statt weissem toastbrot mit honig GETOASTETES weisses toastbrot mit BUTTER und honig zum fruehstueck gibt

- ein stueck schokolade geschenkt bekommen

- gitarre spielen

- pizza essen beim pizza inn und so viel fanta trinken duerfen wie man will

- nach hause kommen, wenn es schon dunkel ist

- ins theater gehen

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spontanitaet ist die regel nummer ens in meinem afrikanischen urlaub. nach dem letzten eintrag hab ich gleich die kranke vanessa besucht und ihre mitbewohnerin melanie hat mich gefragt: wir gehen morgen zum elefantenwaisenhaus - magste mit? na klar mag ich mit. also los! gestern morgen mit eva, melanie, joachim und samuel eine ziemliche matatu-odyssee hinter mich gebracht, mit fahrern, die uns uebers ohr hauen wollten, matatuleuten, die keine ahnung hatten, wo wir eigentlich hinmuessen, matatus, die in komplett falsche richtungen gefahren sind und etliche fusswege. aber wir habens noch rechtzeitig zum david sheldrick wildlife trust geschafft, einem elefantenwaisenhaus, etwas ausserhalb der stadt. taeglich zwischen elf und zwoelf kommen die kleinen jumbos angetrampelt ans wasserloch, wo sie gefuettert werden, eifrig im matsch rumplantschen und den zuschauern hallo sagen. ach, waren die suess! noch etwas unkoordiniert sind sie vor sich hin gestolpert, haben neue muskeln in ihrem ruessel entdeckt und mussten hin und wieder aus dem matsch gezogen werden, in den sie geschlittert und gefallen waren. einer kam freudig auf mich zu gehoppelt (nur ein seil markiert die grenze zwischen tieren und menschen) und liess sich bereitwillig anfassen. mein ganzer arm und meine bluse waren uebersaet von braunen spritzern... nach einer stunde sind sie mit ihren waertern wieder abgezogen. die kleinen haben zum teil furchterregende geschichten hinter sich gebracht. viele haben ihre muetter durch fallen verloren, oder sind selbst in eine geraten, und konnten von den rangern gerade noch gerettet werden, bevor wilderer oder loewen sich ihrer bemaechtigen konnten. wenn sie aelter sind, werden sie in wilde herden integriert und so ausgewildert, aber es gibt wohl ein wasserloch, wohin sie immer wieder zurueckkehren, weil die ranger dort oefters mal vorbeischauen - und ein elefant vergisst nicht. eine frau fragte den ranger, ob den tieren chips implantiert wuerden, damit man sie weiterhin verfolgen und finden kann. daraufhin der ranger: "nicht wir finden die elefanten, wenn sie mal ausgewildert sind - die elefanten finden uns!"

danach gabs also teure, aber recht leckere pizza im city center und dann waren wir im musical "the prince of peace", einem afrikanisch-englisch comedy-spiel mit chor, taenzern und vielen gags. jesus wurde im slum kibera geboren, obwohl maria und josef nicht mal vom selben stamm abstammen. der erzengel sprang immer mit getoese herein, nur einmal stolperte er, da nahm er eben ein zweites mal anlauf. beste stelle: "DU WIRST EINEN SOHN GEBAEREN, UND SEIN NAME WIRD SEIN EMMANUEL --- naja, also du kannst ihn auch em oder emmi nennen, oder sonst irgendeine abkuerzung finden, das klingt dann vielleicht besser..." :D natuerlich hab ich nicht alles verstanden, aber es war echt witzig.

dank davids kontakten (er arbeitet ja auch inm theater), wurde ich dann dem direktor des boys choir of kenya vorgestellt. (der chor wird im januar in die usa fliegen, um zu obamas amtsantritt zu singen! - hier ist alles nur noch obama obama, weil sein vater oder opa doch kenianer ist.) also liebe choRleriker: vielleicht kann ich euch ein paar kenianische noten mitbringen.

auf der heimfahrt im matatu war ich mal wieder sehr verwirrt. das liegt aber am city center, das man durchqueren muss, wenn man zum theater will. diese ganzen ruecksichtslosen leute, das gerempel, diese masse, dieser stress --- daran muss ich mich wohl noch gewoehnen, damit mich das nicht mehr so aus dem konzept bringt wie gestern abend.

heute wollen wir zwei kisten voller spielsachen, kuscheltiere, baelle usw. zum shepherds waisenhaus bringen. das hat eva organisiert, deren mutter eine spendenaktion in deutschland gestartet hat. und dann ist ja auch schon wieder wochenende, und in fuenf tagen christmas.

selbst ken sagt, im dezember sollte es nicht mal in nairobi so heiss sein! aber im office kann man die tuer aufmachen, dann zieht es ein bisschen durch. jetzt machen wir uns langsam auf den weg. die betonung liegt auf langsam, hier gilt nach wie vor kenianische zeit. "komm einfach mal zum office, dann sehen wir schon..."

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kraniche und alte damen

zwei bemerkungen am rande, weil mir joachim aus oesterreich freundlicherweise seinen "lapi hergeborgt" hat, wie er das in seiner sprache sagt, also mir seinen laptop leiht.

es ist sehr witzig, hier durch die strassen zu laufen und kraniche zu beobachten, die umstaendlich und stelzbeinig versuchen, auf den breiten baeumen zu landen. sehr interessant ist auch eine auseinandersetzung zwischen einem raben und einem kranich zu beobachten, die sich um den besten platz am straßenrand streiten...

heute war ich also im go down arts center, hab jes'se geholfen, ein teachers' attendancesheet (eine art anwesenheitsliste) am computer zu erstellen, weil er nicht pc-fit ist. außerdem natuerlich gitarre gespielt, was ich voll genossen hab. und dann die heimfahrt mit dem matatu - ja pustekuchen, wenn man eins braucht, kommt keins. eeeeeeeeeewig gewartet in der hitze, abgase von der rush hour inhaliert und dann irgendwann ne alte dame angesprochen, ob ich denn hier richtig bin, wenn ich nach buruburu will. ja klar, sagt sie, aber es sieht nicht so aus, als wuerde hier noch ein matatu vorbeikommen, komm mal mit, wir gehen da vorne hin, fahren dann bis zum ity stadium und steigen dann um. sie hat uns beide sehr professionell durch den feierabendstau manövriert, und mir schließlich den einzigen platz im matatu überlassen: ich nehm das nächste, safari nzuri! gute reise!

und ich saß im matatu und dachte nur: tschüss alte dame, und asante sana! vielen dank. das ist nämlich eigentlich nicht selbstverständlich für kenianer, dass sie so ohne weiteres wazungu helfen, ohne nach geld zu fragen.

morgen christmas musical im national theater. yeeeha!

kontraste

hui, fragen ueber fragen. und hier die antworten:
@papa: ich weiss gar nicht so genau, wie lange ich ferien habe, aber auf jeden fall bis anfang januar. deshalb ist noch gar nicht sicher, ob ich vor dem januar-workcamp ueberhaupt nochmal zu den imani babys komme, weil dieses workcamp am 8. januar anfaengt. aber es gibt ja noch die aunties, die dort angestellt sind, die kiddies sind also nicht allein.
und das mit der demokratie ist hier eine recht spannende sache, vor allem wegen der vielen verschiedenen staemme, die es hier gibt, ist es sehr schwiereig, eine mehrheitliche mehrheit zusammenzukriegen, und das auch noch ohne wirkliche verfassung...

@ buchen: ich vermisse den schnee sooo arg! es fuehlt sich gar nicht wie weihnachten an: keine lebkuchen, kein tannenbaum, keine lichterketten, nur hitze und staub... ausserdem wird hier weihnachten gar nicht so gross gefeiert, oder zumindest nicht so traditionell. aber wir werden das beste draus machen!

@elli: wahrscheinlich machen wir nen ausflug irgendwohin ins gruene, ausserhalb der stadt. die adresse schreib ich gleich hier an die seite.

jetzt muss ich euch erstmal erzaehlen, wo ich am samstag abend gelandet bin. david ist bei mehreren projekten involviert, unter anderem auch bei dorothy, einem model. die ruft ihn von zeit zu zeit an und sagt: komm hier hin, komm da hin, und schiess ein paar fotos. und am samstag abend durfte ich also mit. dorothys fahrer, der verrueckte dickens, hat uns abgeholt und zu einer villa gebracht. da mussten wir uns erstmal auf die gaesteliste setzen lassen. das ganze war eine modenschau im garten unter pavillons, die leute waren ziemlich aufgetakelt und trugen glitzernde masken (war wohl das motto der party). zuerst hatte wahoo ihren auftritt, die ist wohl sehr beruehmt und hat ein paar ihrer lieder gesungen. dann wurde sylvia oworis neue kollektion vorgefuehrt, wie mans aus dem fernsehen kennt, total glamuroes. und das essen! (natuerlich alles auf kosten des hauses.) stellt euch vor, ich hab erdbeerkuchen gegessen! ERD-BEER-KUCHEN!! allerdings hatte das alles einen bitteren beigeschmack, weil ich staendig dran denken musste, dass ganz in der naehe kibera, der groesste slum afrikas, liegt, wo leute leben, die vielleicht nicht mal wissen, dass sowas wie erdbeerkuchen ueberhaupt existiert. als ich mich einige tage spaeter mit jemandem darueber unterhalten habe, meinte sie: daran solltest du dich gwoehnen; diese kontraste sind typisch fuer kenia. war auf jeden fall mal eine sehr verrueckte erfahrung, mit schlabberhose und t-shirt zwischen der ganzen oberflaechlichen high society zu sitzen. wir haben uns durchaus amuesiert ueber diese merkwuerdige gesellschaft!

sonntags gings dann mit joyce und david auf den safari walk, was eigentlich nur ein recht unspektakulaerer zoo ist. vielleicht war es zu heiss, oder einfach der falsche tag, jedenfalls haben sich viele tiere gar nicht blicken lassen. trotzdem war es ganz angenehm, mal nicht zwischen abgasen, autos und menschenmassen dahinhasten zu muessen, sondern etwas frische luft und gruene blaetter zu haben.
abends haben sich dann im office noch mehr freiwillige eingefunden, die alle im dezember-workcamp waren. auch die haben jetzt weihnachtsferien, wir sind also ziemlich viele (hauptsaechlich deutsche und japaner) und koennen viel unternehmen. der grossteil von denen wird ueber weihnachten nach mombasa fahren, aber ich glaube, ich moechte es ein bisschen ruhiger angehen mit den wenigen, die hier bleiben.

gestern, also am montag, hab ich dann david zum go down arts center begleitet, wo ehemalige strassenkinder ganz irre akrobatiksachen machen. jessie, einer der mitarbeiter dort, hatte seine gitarre mitgebracht. er hat sie seit drei jahren, kann aber nicht spielen. ich meinte, ich kanns auch nicht so gut, aber das wenige was ich kann, kann ich ihm beibringen. er war sofort feuer und flamme, weil seine "vision" in erfuellung gegangen ist: er meinte, er wuerde sichnie einen lehrer suchen. 'the teacher will find the student.' - 'der lehrer wird den schueler schon finden.' bei dem versuch, die drei jahrealten saiten zu stimmen, hab ich eine natuerlich gleich mal zerissen. da meinte er nur: so, um das jetzt wieder gut zu machen, bist du schlichtweg gezwungen, hierher zu kommen und mich zu unterrichten. mach ich doch gerne! endlich mal wieder gitarre spielen! heute wollte ich eigentlich schon die erste "unterrichtsstunde" abhalten, aber mein magen-darm-trakt macht zu komische geraeusche, als dass ich mich heute schon wieder ins city center stuerzen wollte.

das war gestern naemlich echt eine ueberdosis. nach davids arbeit mussten wir ein paar sachen wegen seiner kreditkarte klaeren - wow, der hat echt probleme mit seiner komischen bank, da hab ich richtig glueck! raiffeisenbank bibertal rules!!! im matatu hat uns dann leich noch irgendein wildfremder geschaeftsmann seine nummer aufgedraengt, falls wir was unternehmen wollen, sollen wir ihn einfach anrufen--- klaaar, kein problem. ich hatte "zufaellig" ueberhaupt kein handy und david hatte seins "zufaellig" nicht dabei. es ist echt nervig, aber als mzungu muss man hier schon den ein oder anderen trick anwenden, wenn man nicht permanent belagert werden moechte.

hab dann noch ne hose gekauft, aber dann hatte ich genug vom dermassen ueberfuellten city center. unser matatu richtung buruburu war voll gequetscht bis obenhin und wir brausten in vollem tempo ueber irgendwelche schleichwege und uebelste strassen, um dem allabendlichen feierabendstau zu entkommen. ich hab nicht viel gesehen, aber david meinte, die leute am strassenrand haette sich totgelcht, weil in solchen gegenden wohl sonst eher selten ein matatu vorbeikommt.

waesche konnte ich uebrigens vor einigen tagen endlich waschen, in nairobi existiert jetzt ein rationierungssystem, das heisst, wenn wir fuer ein paar stunden oder tage wasser haben, werden saemtliche eimer, faesser und kanister gefuellt, um die woche ueber versorgt zu sein, bis es wieder neues gibt.

jetzt werde ich mal meine erste gitarrenstunde vorbereiten und mich mal umhoeren, was die anderen noch so machen.

viele gruesse an den schnee (wow, ich hab ein foto von unserem garten gesehen - ihr seid echt zu beneiden!).

afrika ist auf dem dach

ihr lieben!
am donnerstag hab ich extreme-bett-beziehing gemacht. matratzen schleppen, laken spannen, moskitonetze installieren... von den babys hab ich an diesem tag sehr wenig gesehen. nachmittags war ich noch auf dem dach vom waisenhaus, klamotten falten. das ist afrika pur: die waschweiber keifen sich an und lachen dabei, der laerm der umgebung dringt komprimiert bis nach oben, es ist heiss und nur die flatternden laken und windeln schuetzen mich vor der knallenden sonne und malen wackelige schatten auf den warmen boden, auf dem ich sitze und strampler stapele. auntie massi hat mir dann auch gleich mal eroeffnet: you failed you failed you failed completely! (du hast total versagt!) und dann kam ein schoenes beispiel fuer die verbluemte afrikanische art, sich auszudruecken: schau laura, die elefanten und die hasen steigen in den bus. aber die elefanten koennen nicht in den gleichen bus steigen wie die hasen, also stapelst du die grossen sachen in eine seperate reihe und die kleinen sachen in eine seperate reihe, damit hasen und elefanten schoen getrennt bleiben. alles klar? - ndiyo! (ja!)

am freitag war dann der grosse tag: nationalfeiertag, weihnachtsfeier und die schulabschlussparty eines ehemaligen imani-waisenjungen in imani b, der zweiten abteilung von imani, wo die etwas groesseren kinder zusammen mit einigen nutztieren (kuehe, ziegen, hasen, huehner, enten und gaense) in einer schoenen gruenen oase leben. unsere imani-a-babys wurden herausgeputzt, in einen klapprigen bus gestopft (und wenn ich sage gestopft, dann meine ich gestopft! mit pauline auf dem arm hab ich gerade so luft gekriegt in diesem hoellengefaehrt!) und auf gings! mit sang und klang sind wir einmarschiert, die babys wurden unter pavillons untergebracht und fuers publikum wie im zoo ausgestellt. sie haben es wohl auch nicht ganz kapiert, was da eigentlich vor sich geht; die musik war wohl laut und ungewohnt und die essens- und wickelzeiten waren anders. also eher stress als party, das gleiche galt fuer uns aunties. aber das essen war echt gut! als wir nach joyces traenenreichem abschied (sie fliegt am sonntag heim) und all den lieben weihnachtswuenschen der aunties (wir haben jetzt urlaub - auch ich, obwohl ich nur vier tage gearbeitet hab) das waisenhaus richtung matatu verliessen, kam uns eine frau entgegen, die ihr kind abgeben wollte. imani nimmt mittlerweile aber nur noch kinder auf, die die polizei gefunden hat. hinzu kommt, dass man in kenia ins gefaengnis kommen kann, wenn man sein kind weggibt. ausserdem war die frau betrunken und haette wohl auch geld, wenn wir ihr welches gegeben haetten, erstmal fuer alkohol statt fuer ihr baby ausgegeben. mehrere gaeste, die nach uns das imani verliessen, erklaerten uns, dass die frau den leuten im viertel durchaus bekannt sei und das schon oefters versucht habe. wir sollten also einfach nach hause gehen und "have a nice evening and merry christmas!" haha, und dann war auch noch stau und wir mussten unterwegs noch das matatu wechseln --- oh what a day!! abends hatte dann verstaendlicherweise niemand mehr so richtig zu irgendwas lust.

in den nachrichten zeigten sie dann die vorfaelle, die den nationalfeiertag ueberschattet hatten: verhaftungen, brutale zwischenfaelle und ein praesident, der waehrend seiner feiertagsrede irgendwann sagt: ach, wenn ihr mir nicht zuhoeren wollt, sondern lieber kaempen, dann kaempft doch! ganz kenia wartet darauf, was er mit dem gesetzesentwurf macht, den ein viertel (!!) der parlamentarier letzte woche verabschiedet hat. wenn er seine unterschrift drunter setzt, wird die presse von da an staatlich kontrolliert und die kenianer erfahren nicht mehr, welche politiker zum beispiel ihre steuern nicht bezahlen und sie duerfen schon jetzt nicht mehr wirklich demonstrieren.

kenia brodelt.

gerade hat david eine nachricht bekommen, dass einer aus seinem programm wegen terrorverdacht und visa-problemen verhaftet wurde und nur mit 400 euro schmiergeld und zufaelligen kontakten zu einem politiker aus seiner gastfamilie verhindern konnte, dass er zusammen mit lauter schwarzen terrorverdaechtigen in eine gemeinschaftszelle gesperrt wird.
david ist bankrott, weil seine bankkarte nirgends angenommen wird und seine bank gerade ordentlich stress wegen irgend eines skandals in deutschland hat.

angeblich sind irgendwo schuesse gefallen.

ich geh morgen mit joyce und david auf den safari walk. tja, was will man machen. ich bin nach wie vor vorsichtig, bin bei einbruch der dunkelheit hinter dem verschlossenen haustor und traue keinem menschen. naja, wir planen einen weihnachtsausflug mit ein paar volunteers und wollen vielleicht wichteln.

den hochzeitskrimi hab ich uebrigens durchgelesen, papa - oh mann war der schlecht! voll stuemperhaft, aber dass "ein gewisser lukas" der moerder war, das war voll witzig.

so, jetzt lade ich noch ein paar fotos hoch, damit ihr euch mal ein BILD von meinem leben hier machen koennt. viele liebe gruesse an alle schneemaenner, kranzkerzen und adventstuerchen da draussen. ich vermisse euch sehr!

nachtrag: das mit den fotos wird leider noch nix, der computer hier ist einfach bemerkenswert langsam, ich werd wohl wieder zu paul ins internetcafe gehen muessen... aber heute abend nimmt mich david eventuell mit auf ne modenschau, wo er fotos machen soll, ausser es gibt ausnahmsweise mal wieder wasser hier in buruburu, dann werd ich ENDLICH mal waesche waschen muessen.

tag zwei - very confusing

hallo leute! uff! ich hatte heute meine erste vollgeschissene windel, yes! simon hat mir dieses geschenk gemacht. heute war also mein zweiter arbeitstag, weil ich am montag nur den aunties vorgestellt wurde und mir das waisenhaus anschauen durfte. jetzt bin ich gerade dabei zu lernen, wie man babys fuettert und wickelt und heute mussten sechs von den kleinen zum wiegen und messen ins krankenhaus. also hab ich mir den kleinen Joffrey auf den ruecken gebunden und los gings, durch die dreckigen vollen strassen, zwischen blechhuetten und heruntergekommenen steinhaeusern hindurch. Joffrey ist ein bisschen behindert glaube ich, er kann wahnwitzig mit den augen rollen und schielen und grinst immer in der gegend rum. als wir dann im krankenhaus warten mussten, sass er ganz lieb auf meinem schoss und taetschelte meinen arm, als wollte er sagen: don't worry mzungu, mach dir keine sorgen, vor dem doktor brauchst du dich nicht fuerchten. beim wiegen und messen hat er sich kurz beschwert, aber seinen appetit-test, eine tuete voller erdnussbutter, hat er anstandslos und mit genuss verspeist. so ein lieber kerl! die aunties scheuchen mich ein bisschen rum, weil ich halt noch keine ahnung von gar nix habe, aber sobald ich mich etwas auskenne, werd ich mich ein bisschen unabhaengig machen, bzw. hoffentlich mit den aunties anfreunden. ausserdem sind da noch viele andere volunteers da, serena aus italien hat mir heute zum beispiel gezeigt, wie man diese stoffwindeln aus- und wieder anzieht. normalerweise muss man auch taeglich einmal aufs dach und waschen (musste ich zb gestern), aber da heute sowieso so ein komischer tag war, mussten wir wenigstens nicht hoch. als wir naemlich vom krankenhaus zurueckkamen, gabs natuerlich kein essen mehr, bzw. die aunties sagten, sie haetten auch nix anderes gehabt als porridge (ein labberiger fruchtsaft) und bananen. dann gabs stress, weil wir auf unser mittagessen bestanden haben, aber so ein drachen von big mama terror gemacht hat, als faith auf die strasse wollte, um was zu essen zu kaufen. sie hat es aber doch gemacht, und wir konnten was kochen, aber das war auch bloed, weil dann ja nur die wazungu (weissen) was hatten, waehrend die aunties nix hatten... ach es war alles sehr confusing! auf der rueckfahrt haben wir es auch noch geschafft, das falsche matatu zu nehmen und mussten n ganzes stueck laufen. und im office ging das internet nicht mehr. jetzt sitz ich hier bei paul im internetcafe und fuehle mich ein bisschen wie ein weisses baby, dass gerade seinen ersten tag in kenia erlebt, obwohl ich schon die zweite woche hier bin. wenigstens gab es heute morgen wasser, da musste ich mir nicht welches von unten hochschleppen zum duschen. morgen frueh fahre ich wieder mit joyce, ich muss mich unbedingt an diese matatus gewoehnen. jetzt geh ich erstmal heim, schreib alle meine eindruecke in mein tagebuch und werde noch waesche waschen - das erste mal, denn vorher war noch kein wasser da. boah, heute freue ich mich schon auf das work camp im januar, wenn ich aufs land komme und fuer eine weile diesem massenabfertigungsbetrieb entkommen kann. naja, das klingt jetzt schlimmer als es ist: die babys machen es einem schon leicht. jedes grinsen, jedes blablabla, jedes winken entschaedigt mich fuer eine stunde harte arbeit. heute, als die kleinen alle in einer reihe sassen und darauf warteten, in die von uns gemachten betten gebracht zu werden, fiel es mir schon ein bisschen schwer, vor allem zu Joffrey good bye zu sagen - aber morgen ist ja wieder ein tag voller sabber, rotz und "poo poo", wie es hier heisst ich hoffe, ich hab euch nicht verschreckt, mir geht es auf jeden fall gut. immerhin bin ich (noch?) nicht krank, was all die anderen schon waren. ich lerne fleissig und geh jetzt meinen muskelkater auskurieren (wow, babys sind auf dauer ganz schoen schwer!) tutaonana!! seid herzlich umarmt. ps: der mp3player ist echt nicht sooo wichtig - nicht dass er noch unterwegs verloren geht! ich weiss echt nicht mehr, wo ich ihn zu letzt gehabt habe. sollte im office das internet mal wieder funktionieren, dann kann ich auch die ersten fotos schicken! liebe gruesse und kuesse und eine schoene adventswoche!

erster arbeitstag

guten morgen ihr lieben! habiri yako? (wie gehts?)

danke fuer die lieben kommentare und mails. und alles gute nachtraeglich an kevin! ich gewoehne mich hier immer noch ein. mein erstes wochenede war ein bisschen langweilig, weil ich halt doch noch nicht so viele leute kenne mit denen ich was unternehmen koennte. am samstag musste david schon arbeiten - sein projekt hoert sich irre spannend an, ich werd ihn wohl sehr oft besuchen kommen... also hab ich gelesen, kiswahili gelernt und eine liste mit allen sehenswuerdigkeiten in und um nairobi angefertigt, die ich mir in den fuenf monaten anschauen werde.

es war schon ein bisschen bloed, immer hinter der verriegelten hoftuere zu sitzen. einerseits fuehle ich mich natuerlich sehr sicher, andererseits ist es auch einfach ein bisschen wie ein gefaengnis. nachmittags bin ich dann zum lieblingssupermarkt tuskys gelaufen und hab mir ein leckeres samosa gekauft (gefuellte dreieckige gemuesetasche), aber danach bin ich ja wieder nur im hof gesessen. deswegen hab ich mich voll gefreut, als mich ploetzlich eine babykatze besucht hat und ununterbrochen gestreichelt werden wollte. die ist vielleicht suess! und vielleicht kriegen david und ich am mittwoch ne gitarre, dann ist es auch nicht mehr so langweilig.

am sonntag hab ich dann mit david das nationalmuseum besucht; eigentlich nur, weil da die truppe, mit der david zusammenarbeitet, einen auftritt haben sollte, aber daraus wurde dann natuerlich nix - da braucht man sich aber gar nicht laenger aufregen, das ist halt mal so in kenia: hakuna matata! (kein problem!) trotzdem war es interessant und in dem schoenen park drumrum gabs noch eine kleine vorstellung von traditionellen taenzen. ich hab ein paar fotos gemacht, wenn ich hier die moeglichkeit habe, lade ich sie natuerlich hoch.

unterwegs wurden wir mehrmals einfach so angesprochen; man faellt als weisser sehr auf, auch wenn nairobi schon ein bisschen eine metropole ist. die anderen weissen leuchten einfach aus der schwarzen menge raus. aber wenn man ein paar dinge beachtet, kommt man eigentlich ganz gut durch: zum beispiel hab ich mir hier sehr schnell diesen schlurfenden wiegeschritt angewoehnt; wirklich, ich hab hier noch kaum jemanden in hektik gesehen. man kann auf kenianische zeitangaben auch nix geben, eine halbe stunde verspaetung ist das mindeste! dann zeige ich natuerlich immer meinen ring, wenn jemand fragt, ob ich denn verheiratet bin: klaaar bin ich verheiratet, also lieber schwarzer mann, versuchs gar nicht erst! (bin aber erst einmal gefragt worden, gestern im matatu, als ich dem geldeinsammler peinlicherweise 50 cent anstatt 50 shilling hingehalten hab und er mich daraufhin erstmal auslachte - typisch mzungu - weisser). in menschenmengen muss man ein bisschen auf seine tasche achtgeben, aber die koennte mir genausogut in muenchen, rom oder new york geklaut werden. wenns dunkel wird, sollte ich zu hause sein oder ein taxi nehmen. (hier hat jeder seinen privaten taxifahrer, david wurde gestern von seinem gegruesst, das war witzig!) ich versuche mir zur zeit selbst das misstrauen, das man mir in der vorbereitung angelernt hat, etwas abzubauen, weil nicht jeder, der mir entgegen kommt, gleich ein potentieller dieb ist. da arbeite ich noch an mir selbst.

am wochenende gibts kaum wasser in buruburu, deswegen hat meine familie immer ein paar faesser als notreserve im hof stehen, die man, wenn das wasser wieder fliesst, aus einem wasserhahn im hof speist und bei wasserknappheit aufbraucht (zum beispiel fuer die klospuelung, die man halt von hand auffuellt). ich muss bald mal waesche waschen und ausserdem brauch ich dringend neue hosen, meine beiden mitgenommenen haben schon loecher. aber in der strasse, wo die indischen haendler ihre staende haben, solls ganz gute kleidung geben. inder sind gut in stoffen...

heute werde ich bei imani a vorgestellt, der babyabteilung des waisenhauses und bin schon ganz gespannt. thomas, der hier seinen zivi macht, wohnt hier bei mir um die ecke und wird also das gleiche matatu nehmen wie ich. das ist ganz praktisch, weil ich mich noch nicht damit auskenne. allerdings fliegt er am mittwoch ueber weihnachten und seinen geburtstag heim (da werd ich ihm ein paar karten mitgeben fuer euch), aber bis dahin werd ich mich wohl auskennen.

das mit den paeckchen ist ein bisschen kritisch: besagter thomas haette ein paeckchen mit ner kamera und zwei briefe kriegen sollen, die nie angekommen sind. ihr muesstet euch also genauestens informieren wie das mit dem zoll und so weiter laeuft, und dann wirds wahrscheinlich teuer! also wenn es nur der mp3player waere, wuerde ich auch auf ihn verzichten, bevor sich spaeter irgendein zollbeamter meine musik reinzieht... falls ihr aber doch was schicken wollt, tut euch vielleicht zusammen, dann wirds nicht sooo teuer. (und dann koennt ihr mir vielleicht n bisschen schokolade schicken, die ist naemlich teuer hier.)

so, was noch? zeitmaessig bin ich deutschland zwei stunden voraus, das heisst, ihr koenntet um acht lesen, was ich eine stunde spaeter gemacht habe. moeni, wenn ich das gerade richtig recherchiert habe, bin ich dir acht stunden voraus. bei dir ist es gerade halb zwei nachts und du traeumst hoffentlich suess vor dich hin...

das essen ist hier sehr einach: von ugali, dem traditionellen maismehl-papp hab ich euch ja schon geschrieben, und dazu gibts meistens irgendwas, was sich leicht im jiko, also auf der kleinen feuerstelle zubereiten laesst, weil der gaskanister letzte woche irgendwann leer war und noch niemand einen neuen gekauft hat. auch das klopapier wird in einzelnen rollen am kiosk gekauft, weisse toastbrotscheiben im fuenfer- bis siebenerpack, wenn grade jemand hunger hat. der kuehlschrank ist so gut wie leer, wird gekocht, muss man die sachen erst fuer ein paar shilling besorgen. ich werde mir wahrscheinlich einen kleinen privatvorrat anlegen, mit obst und brot, weil es fuer den kleinen hunger zwischendurch halt gar nichts gibt, wenn mans nicht selbst kauft. das sind so kleinigkeiten, die einem erst mit der zeit auffallen, an die man sich aber gewoehnen kann.

oje oje, dieser eintrag ist ja unendlich lang! entschuldigung dafuer, aber er ist schon ein bisschen strukturierter als der letzte. jetzt hoffe ich bloss, dass der strom nicht noch im letzten moment ausfaellt und dass mich dann irgendwer mal zu imani a bringt. vielleicht hab ich heute abend nochmal gelegenheit, mich zu melden, ansonsten im laufe der woche.

geniesst die dritte adventswoche, esst einen lebkucjen fuer mich mit und seid herzlich umarmt! viele gruesse aus der sonne und KWA HERI! (tschuess!)

am ende der orientation week

habiri ihr lieben!

man hoert ja gar nix von euch? wo seid ihr? hier tobt das leben. es ist heiss, stickig, staubig und gerade droehnt mit voll aufgedrehtem bass irgend so ne hip hop mucke hier rein. ich bin immer noch dabei, mich an alles neue zu gewoehnen. als weisse sticht man hier ganz schoen raus, aber die leute in buruburu sind das wahrscheinlich schon gewoehnt, weil hier ja viele volunteers von civs umlaufen. trotzdem sind die kleinen schokoladenkinder immer ganz neugierig und freuen sich, wenn ich ihr "hi" erwiedere.

diese woche hatte ich also immer mal wieder kleine powerpoint-vortraege und bin nun schon ein bisschen vorbereitet. trotzdem weiss ich eigentlich och gar nix ueber meine arbeit bei den waisenbabys, die ich am montag beginnen soll. ich muss mit dem matatu nach kayole fahren, aber die ersten tage wird mich noch jemand begleiten und mir zeigen, wo ich aussteigen muss usw. das ist naemlich gar nicht so einfach mit diesen fahrenden diskos. heute morgen bin ich mit david, ken und steems zur deutschen botschaft gefahren (auch in so einem bemalten minibus, bei voll aufgedrehter musik, mit einem affenzahn die holperige strasse entlang...), weil wir uns da registrieren wollten, damit die wissen, dass wir eben hier sind. nach einer ziemlich langen reise und dem einchecken in die botschaft wurden wir dann auf einen aushang hingewiesen, dass man sich nur online registrieren kann - na toll. das hab ich aber mittlerweile erledigt, sollte also irgendwas unvorhergesehenes passieren, weiss die deutsche botschaft in nairobi bescheid, dass ich noch irgendwo in der stadt unterwegs bin.

danach waren wir mittagessen (lecker gemuesetasche mit dem namen samosa) und sind dann mit jasper, einem leiter von civs und davids ansprechpartnerin faith zu davids zukuenftigem projekt gefahren. dabei handelt es sich um eine einrichtung, wo strassenkindern so sachen wie akrobatik, trommeln, tanz, theater und kunst beigebracht wird. ausserdem bekommen sie dort auch was zu essen. wir haben ein paar bilder anschauen duerfen - wow! die leute, die dort arbeiten, sind auch voll nett, haben david aber von vornherein klargemacht, dass er kaum anleitungen kriegen wird, sndern einfach da drauf los machen darf, wo er meint, dass hilfe benoetigt wird. das klang alles sehr vielversprechend. einer der sozialarbeiter wollte mich gleich ueberreden, das imani children home ueber den haufen zu werfen und mich einfach hier und jetzt auch fuer das strassenkinderprojekt zu bewerben. ich hab dankend abgelehnt, schliesslich hab ich mich fuer imani beworben und mich auch darauf vorbereitet, ab montag erstmal kleine babys zu fuettern und zu wickeln. aber ich darf david auf jeden fall besuchen und ihm bei seiner arbeit zuschauen, und wer weiss, vielleicht ergibt sich in den naechsten monaten noch was, dass ich da eventuell auch mal reinschnuppern kann...

im januar werde ich hoffentlich an einem workcamp teilnehmen, in der naehe vom lake viktoria im westen. das sind drei wochen, die mehrere leute aus verschiedenen nationen zusammen bei einem stamm verbringen und dort arbeiten (ziegel machen, baeume pflanzen, eine schule bauen oder so was) und die kultur naeheer kennenlernen. man wohnt zusammen, kocht zusammen, arbeitet zusammen, auch immer mit den einheimischen, und am wochenende oder in der freizeit besucht man schulen, wo man kinder ein bisschen unterrichten kann, oder macht so unuebersetzbare sachen wie women / youth empowerment oder hiv/aids awareness. meistens gibt es in solchen gegenden kein fliessend wasser und keine elektrizitaet, aber das bin ich ja schon von buruburu gewoehnt, wo es aber die letzten tage beides gegeben hat. kann aber schon sein, dass das auch hin und wieder mal ausfaellt.

ich weiss, das ist jetzt mal wieder viel zu viel zum lesen und ich wollte auch noch ganz andere sachen schreiben, wie ich mich fuehle usw, aber jetzt ist es schon wieder zwanzig vor sechs und ich muss mich langsam auf den heimweg begeben. vorher kauf ich mir aber nochmal ein samosa, das ist naemlich tamu sana (sehr lecker). oh ja, ich bin fleissig am kiswahili lernen.

am wochenende werde ich voraussichtlich mit david die stadt unsicher machen, museen und parks gibt es hier ja genug, und ins theater wollen wir uuuuuuuunbedingt auch mal. ich weiss gar nicht, was die anderen volunteers so machen oder mein gastbruder und gleichzeitig civs-mitarbeiter ken, aber ich hab ja jetzt ein handy, damit duerfte ich es herausfinden.

solltet ihr mir irgendwas schicken wollen, dann legt doch BITTE auch meinen mp3-player bei (in einem kleinen grauen maeppchen mit katzen drauf), den hab ich irgendwie zu hause verschlampt und ich vermisse ein bisschen meine musik.

ansonsten mal TUTAONANA (heisst so viel wie bis bald) und bis zum naechsten eintrag.

angekommen

hallo ihr lieben!

jetzt bin ich also hier in nairobi - nairobbery, wie es auch wegen der kriminalitaetsrate genannt wird. genauer gesagt in buruburu, einem stadtteil oder vorort. ich wohne mit massa aus japan (der naechste woche bis februar nach hause bzw. dresden bzw. london fliegt) bei ken, seinem bruder und zweitanten. ken arbeitet fuer civs (die civil service organisation )und zum office ist es nur die strasse vor.

diese woche hab ich noch orientation, das heisst ich komme morgens ins office und kriege dann irgendwann ein oder zwei powerpoint-presentationen ueber civs,  kenias geschichte, leute, kultur, dos and dont's usw. am ersten tag hat mich lilian vom office ins city center begleitet. wir sind mit einem matatu gefahren, einem kleinen bus, der mit voll aufgedrehter mucke und ohne  tuer ueber die holprigen strassen brettert. wenn du aussteigen willst, klopft der "matatubegleiter" volle kanne gegens fenster, damit der fahrer bescheid weiss. dieses matatu-system muss ich erst noch lernen. es gibt keine zeiten oder haltestellen, aber man gewoehnt sich anscheinend schnell dran. nairobi city ist extreeeeeeeeeem voll mit leuten (alle schwarz ausser ich) und autos (alle alt und luftverpester erster klasse), wenn ich schneuze, wird das tempo  schwarz! es gibt wohl den ein oder  anderen park und museen, und orientierungspunkt nummer eins ist das hilton hotel.

bei ken hab ich mein eigenes zimmer mit matratze und tisch, da hab ich mich schon ganz gut eingerichtet. ich liebe mein moskitonetz, das ist wie ein kleines zelt, wo ich mich von all den neuen eindruecken ein bisschen erholen kann.

buruburu ist ziemlich ueberfuellt, fuenf teile zu je 1000 leuten klingt jetzt wenig, aber es sind schon so viele, dass hier ab und zu wasser und strom ausfallen. stromausfall heisst hier stillstand. die computer schweigen, die leute sitzen rum und tratschen. bei wasserausfall haben wir einen hahn unten im kleinen vorhof vor dem haus, die klospuelung muss per hand aufgefuellt werden. es wird nicht geduscht, sondern gebechert (immer, nicht nur bei wasserausfall): ich stelle mich also in die badewanne und bechere kaltes wasser ueber mich. hab ich heute morgen gleich mal ausprobiert - geht eigentlich. es ist sowieso warm, die sonne scheint, manchmal geht ein angenehmer wind. 

um sieben wirds hier recht schnell dunkel, also muss ich schon vorher zu hause sein, aber das ist kein problem. unser bezirk hat ein tor mit waechter und das haus steht auf einem abgeriegelten grundstueck. als weisser wird man hier schon ein bisschen neugierig angekuckt und die kinder fragen staendig how are you? how are you? ausserdem wird es ein ewiger kampf mit den matatupreisen werden, weil man als weisser immer fuenfzig shilling zahlen soll, obwohl es nur dreissig kostet. die ersten tage werd ich aber nie allein matatu fahren muessen, es kommt noch jemand mit, dann kann ich das gleich lernen.

ich hab mir auch gleich als erstes mal ein handy zulegen muessen, weil fanuel von civs, meine "kontaktperson", immer mit mir in verbindung bleiben will, auch wenn ich dann mal nicht mehr taeglich im office, sondern im kinderheim bin. auch die ganzen anderen volunteers (daniela und david aus deutschland, massa aus japan und gerade sind hier noch zwei deutsche reingeschneit) tauschen untereinander handynummern aus, um am wochenende was zu unternehmen.

noch kurz zum essen: ugali ist maismehl, das in kochendes wasser gekippt wird. das gibt dann den typischen "african cake". dazu meistens fleisch, fuer mich halt gemuese, gestern zum beispiel bohnen bzw. so eine art kohl.

also mir gehts gut, ich glaube hier eroeffnen sich noch ungeahnte moeglichkeiten. ich wohne ja nah am office, und wenn ich zeit habe und hier ein pc frei ist (und es strom gibt), dann melde ich mich wieder. bis dahin mal, und viele liebe gruesse!