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zurueck in nairobi

oooh, ich HASSE diese stadt! von meiner unglaublich ereignisreichen zeit im kenianischen "hinterland" (gell, papa!) zurueck in diese miefige metropole - bah!! jetzt gehts ja bald nach hause und ich kanns eigentlich gar nicht fassen.

meine verbindung wird aber nicht abreissen: ich werde zwei projekte in ugunja unterstuetzen und seid versichert: ich werd euch noch gehoerig auf die nerven gehen! es handelt sich um ein minikrankenhaus und eine berufsschule, aber ihr werdet definitiv noch mehr von mir hoeren, wenn die projekte so einigermassen am laufen sind.

meine zeit im regenwald war recht relaxt, wie ihr schon lesen konntet, und danach war ich in nem zweiten work camp in emining, einem kaff im rift valley. tomaten binden und felder von steinen freiraeumen war da angesagt. war jetzt nicht so erfuellend wie das erste work camp, aber allein schon die frei rumlaufenden, fast kniehohen landschildkroeten (stimmt echt!! ich konnts auch kaum glauben) warens wert, in dieser wueste rumzustiefeln. fingerlange dornen und regenschirmbaeume zeichnen das perfekte bild der afrikanischen savanne.

die letzten tage hab ich in ugunja verbracht und stellt euch vor, ich war sogar in uganda! naja, so n paar meter halt, rueber ueber die grenze, ugandische matoke und fisch essen, und dann wieder zurueck.

ach leute, wie wollt ihr mich denn eigentlich wiedererkennen. mal abgesehen von der tatsache, dass ich hoechstwahrscheinlich ein paar kilo zugelegt habe (ugali-power!!) hat mich kenia doch innerlich ganz schoen veraendert... ich hab viel gelernt und ein zweites (und drittes und viertes und fuenftes - kenianische gastfreundschaft!) zuhause gefunden.

wie benutzt man nochmal ne westliche toilette?
und wann werde ich wieder meine zaehne unterm sternenhimmel putzen?
und wie krieg ich bloss den dreck von meinen fuessen, der da seit februar klebt (erinnert ihr euch an das matschhaus, das wir gebaut haben? ) und seitdem nie richtig abgegangen ist?

ihr muesst mir ein bisschen helfen, wieder deutsch zu werden. und ein bisschen nachsichtig mit mir sein, weil ich doch einen teil von mir in kenia lasse.

UND ICH WILL EINE DICKE DUNKLE SCHEIBE BROT MIT VIEL KAESE DRAUF BITTE!!!

ich freu mich schon, euch alle wiederzusehen. vielen tausend dank fuer all die lieben nachrichten und briefe, die ich von euch bekommen habe. und wie gesagt, das ist noch lange nicht das ende vom lied! ihr hoert von mir. und kenia.

kwa heri. laura omamo.

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regen und wald

ihr lieben!
mir gehts super! im regenwald gibts jetzt nicht so viel zu tun, aber ich hab ja noch die freunde aus dem work camp, mit denen ich am wochenende voluntary work promote und ein bisschen capacity building betreibe. hier bei k.e.e.p. machen wir eine art feuerwuerfel, arbeiten in der tree nursery und chillen. nachmittags kuemmere ich mich um meine 11 welpen, rupfe gemuese mit meiner gastoma und bruete mein ei aus. ja, ich hab ein ei, und wenn ichs gut warm halte, schluepft am 6. april ein kueken raus. ihr koennt auch mal takatifu gardens in shinyalu googlen, dann wisst ihr, wo ich auch manchmal bin. vielleicht findet ihr ja auch was ueber kakamega environmental education program. ich hoffe aber trotzdem, dass ich das april work camp mitmachen kann, damit ich noch ein bisschen was zu tun habe. ich hab hier sehr viel zeit in fluessen rumzuklettern und auf huegel zu kraxeln. am freitag und samstag gibts ne kleine party bei mir auf dem compound, ich hab da naemlich mein eigenes kleines haus. ach, ich kanns kaum erwarten, euch wieder zu sehen und euch alles zu erzaehlen, andererseits koennt ich jetzt schon heulen, wenn ich dran denke, kenia verlassen zu muessen.

ich kann euch gar nicht viel mehr schreiben, weil wenn ich jetzt anfangen wuerde, gaebs kein ende, und andere wollen diese internet-raritaet hier ja auch noch nutzen.
seid also alle ganz arg herzlich umarmt, ich vermisse euch schon ziemlich. macht euch keine sorgen, alle sind lieb zu mir und ich hab meine freunde, die mir immer helfen. die regenzeit lauert hinter der naechsten ecke, aber noch schauert es nur manchmal nachmittags. ich hab hier schon ganz viele zuhauses, mamas, papas und geschwister und eins steht fest: ich geh auf jeden fall nochmal zurueck!!

ich hab euch alle sehr lieb, vielen dank fuer all die nachrichten und entschuldigung falls ich sie nicht sofort oder ueberhaupt nicht beantworten kann - ist halt nicht so einfach hier.

taused afrikanische kuesse,
laura.

halloechen!
wow, jetzt binich schon ganze zwei monate hier, unglaublich! die zeit fliegt dahin! heute ist meine letzte woche in nairobi angebrochen. ich freu mich so auf neue abenteuer!

donnerstag und freitag hab ich gearbeitet - wie immer! feitag nachmittag hab ich dann eine kollegin von david im national theater besucht, weil sie unbedingt wissen wollte, wie ich meine dreads mache. sie hat mir dann an zwei ihrer freundinnen IHRE techniken gezeigt. das afrikanische haar ist echt komplett anders, das war mal ein gelungener kulturaustausch!

abends war dann nobus farewell paty, weil der am samstag zurueck nach japan geflogen ist. das hiess also wieder: ein schwung essen auf den tisch und reinhauen - ohne besteck! mit den fingern. ich liiieeebe das! erinnert ihr euch noch an masatos verabschiedung, hab ich davon geschrieben? das essen ist sooo lecker!

- nyama choma (fleisch mit knochen)
- mokemo (gruener kartoffel-mais-brei)
- ugali (typischer "african cake": in kochendem wasser gestocktes maismehl)
- kachumbari (gehackte tomaten und zwiebeln)

bei der schlemmerei hab ich auch rosa kennengelernt, eine finnin, die jetzt bei mir im zimmer wohnt und ins gleiche projekt nach kisumu gehen wird wie ella, auch eine finnin, auch vegetarierin, hat auch bei mir gewohnt vor paar wochen. das trifft sichdoch ganz gut! rosa und ella werden uebrigens mit aufs work camp kommen, das am sonntag anfaengt!

bis dahin hab ich noch viel zu tun: heute werd ich klamotten waschen, passfotos machen und ein bisschen aufraeumen, ausserdem ein bisschen relaxen und obstsalat essen, weil mir ein bisschen schwindelig ist. ist vielleicht wegen der stressigen arbeit, rueh aufstehen, ereignisreiche tage und wochenenden und wegen es wetters... aber ich hab bananen, ananas, mango und wassermelone fuer umgerechnet 70 euro cent (!!!) auf dem markt besorgt und die werden jetzt gleich geschlachtet! yippieh! danach nehm ichauch wieder lariam, jaja, es wird mal wieder zeit.

morgen werd ich nochmal nach umoja gehen, ins tagescenter von den strassenkindern, um all den leuten tschuess zu sagen, und am mittwoch nochmal ins godown, ein letztes mal gitarrenunterricht geben, klavier spielen, und ein kuruka maisha t-shirt kaufen.

mittwoch wird auch der letzte imani-tag sein, weil ich donerstag morgen mein visum verlaengern gehe und danach in karen blixens museum/wohnhaus/farm. freitag ist deutsche botschaft angesagt, um mich unter den persoenlichen schutz der deutschen botschaft stellen zu lassen --- pfff, man kriegt halt ne karte, die wahrscheinlich am ehesten als souvenir dient. danach werd ich mit eva ins yaya-cenre fahren, eine shopping mall mit schweizerischem outdoor-geschaeft, weil ich unbedingt nen guten rucksack fuer meine weiteren unternehmungen brauche.
samstag ist dann zeit fuer die orientation fuers work camp, wo wir erzaehlt bekommen, um was genau es da eigentlich geht und sonntag gehts los. raus aus der city, rein in die countryside. ich kanns kaum erwarten.

jetzt muss ich euch aber noch von meinem wochenende erzaehlen: am samstag waren wir zu viert auf dem massai markt, wo man am besten souvenirs kaufen kann - oder sollte ich sagen, kaufen MUSS, weil die haendler, die ihre "typisch afrikanischen", farbenfrohen waren auf dem boden auf decken ausgebreitet haben, die foermlich zwingen, ihnen was abzukaufen. ich hab seeehr hart verhandelt (wer zahlt denn 1500 schilling fuer fuenf laeppische katen??!! manchmal sind die leute echt dreist und wollen dir das geld aus der tasche ziehen! hab sie dann fuer 500 bekommen! ) und jetzt alle mitbringsel und souvenirs zusammen.

und jetzt zum sonntag (gestern): mit sieben anderen maedels, teilweise aus imani, teilweise noch unbekannt, bin ich in einem gemieteten van mit fahrer richtung norden, nach naivasha in den hell's gate national park gefahren. ich kam mir ziemlich touristisch vor, habs aber auch genossen. die reise fing schon mit einem stop am rift valley aussichtspunkt an, von wo aus man einen atemberaubenden blick ueber diesen riesigen, abgesunkenen graben hat, der sich durch halb afrika zieht. im nationalpark sind wir dann erstmal bisschen rumgefahren, haben schliefer, zebras, wildbeasts, impalas, andere antilopen, warzenschweine und spaeter sogar giraffen in freier wildbahn beobachten koennen, bevor wir dann nach der picknickpause einen guide bezahlt haben, der uns durch die schlucht gefueht hat. wow, kein wunder, dass das teil "eingang zur hoelle" genannt wird! wenn da das wasser in der regenzeit durchrauscht, wird alles mitgerissen. wir haben sogar riesengrosse felsbrocken gesehen, gross wie haeuser, die vor der letzten regenzeit ein paar kilometer weiter vorne gelegen haben und in der naechsten regenzeit noch weiterreisen werden, bis sie wieder irgendwo stecken bleiben. ich weiss gar nicht, wie ichs beschreiben soll: das wasser hat sehr tiefe schneisen in die felsen gespuelt, in denen wir unterwegs waren und hin und wieder war da eben so ein felsbrocken und wir maeels standen davor und dachten, so jetzt drehen wir um, hier gehts ja offensichtlich nicht weiter. spaeter fanden wir uns oben auf dem felsbrocken, weil der nette guide uns irgendwie da hochklettern machte. wow, die felswaende waren teilweise senkrecht! und ich hab nur chucks getragen, und die sind auch noch zu gross! einmal hat er mich einfach am rechten arm hochgezogen, weil meine schuhe null grip an der sohle haben und ich mich nirgends festhalten koennen. das war witzig!

heute haeng ich eben allerdings ein bisschen rum, bin muede und n bisschen schlapp. geh aber gleich nach hause wie gesagt, zum relaxen.

so ihr lieben, jetzt habt ihr ja wieder viel zu lesen.
- papa, die fotos sind uebrigens rechtzeitig angekommen - voll toll! juhuu, die kriegen nen ehrenplatz, die toughen skifahrer und die weihnachtsversammlung.
- mama, dein brief ist bald unterwegs, zwar schon geschrieben, aber ich hab ihn im cocobeach liegen lassen hab ihn aber wieder und schicke ihn bald.

- all die anderen: seid sakrisch umarmt und wundert euch nicht, wenn so bald vielleicht keine eintaege mehr kommen: ich begebe mich in die wildnis. aber ich vergesse euch natuerlich nicht. dickes herz!

kurze zwischenmeldung

nur ganz kurz: gestern war ein sch... tag, aber ich hab viel ueber mich gelernt. heute war dagegen sooo wundervoll! ganz entspannt im imani, ohne keifende aunty und mit viel zeit zum richard und pauline und marco und japheth knuddeln. dann hab ich ohne weiteres das andere matatu gefunden, das vom imani auf fast direktem weg zum go down faehrt und nicht so nen umweg macht und nicht so viel kostet wie das, was ich sonst immer genommen hab. im godown haben jes'se und ich dann nen alten leipziger fluegel gefunden, irgendwo im komplett dunklen auditorium! als wir dann den lichtschalter auch noch gefunden haben, hab ich ihm den ersten teil vom flohwalzer beigebracht. (man stelle sich das mal vor! afrika kann so skurril sein, aber dafuer liebe ich es!) nebenan haben sie dann den soundtrack von amelie von yann tiersen gespielt und dazu getanzt. oh mein gott, ich war im siebten himmel. die schoenste musik ueberhaupt! die ein oder andere traene konnte ich mir nicht verkneifen! und jetzt komm ich grade ins office und was liegt da: paeckchen nummer eins mit schokolade, dem album, das ich unbedingt jes'se zeigen will, schokolade UND ein liiiiiiiiieeeeeeeber brief!!! boah, besser kanns eigentlich gar nicht mehr werden. was fuer ein tag. heute geh ich frueh ins bett und dann wirds morgen vielleicht wiedergenauso toll. nairobi ist uebrigens wieder ziemlich vermatscht, es regnet hin und wieder. morgen gehe ich laetitia im candlelight waisenhaus besuchen und uebers wochenende wollen wir vielleicht nach hell's gate, einem nationalpark und da campen. kakamega bleibt soweit, auch wenns da nicht so viel arbeit gibt, fabian meint, wenn man will, kann man sich durchaus einbringen, und wenn ich nicht will, dann geh ich den regenwald erkunden. ich wollte eigentlich noch mehr matatumusik hier reinstellen, aber ich muss jetzt ganz dringend heim, duschen (heute nur vollgesabbert worden ) und den brief noch eine million mal lesen und schokolade dabei essen. ich umarme euch ganz fest und schicke tausend froehliche gruesse aus kenia!

mein benteuerliches wochenende

ach leute! adventure adventure! ich bin noch ganz gefesselt!

am donnerstag hab ich die kuruka maisha leute aus dem go down in dem rescue centre besucht, wo sie den strassenkindern unterricht geben. sie haben mich mitgenommen nach soweto, wo die haeuser ghauptsaechlich blechhuetten sind. sie mussten da ein paar sachen klaeren, aber ich kann zu wenig swahili, um irgendwas zu verstehen. aber ich hab viel gesehen: schuljungen, die matschdaemme mitten im feld bauen, wege, die sich kreuz und quer durchs gelaende ziehen und die ich mir mit nem haufen leuten, aber auch schweinen, huehnern, kuehen, schafen, ziegen, hunden und fahrraedern geteilt habe. eben diese blechhuetten, nur wenige quadratmeter gross, in die mit ach und krach eine sofa-garnitur und whlplakate von kibaki als wandschmuck passen. und immer die verdreckten kinder, die mir hinterherspringen, "how are you? how are you? how are you?" quietschen und ganz fasziniert meine haare anfassen. also schon am donnerstag ein bewegender und ereignisreicher tag. (mal ganz davon zu schweigen, dass ich das centre so ohne weiteres gefunden habe! da war ich vielleicht stolz!)

am freitag morgen hab ich dann meiner chefin gesagt, ich sei ja sooo krank und bin mit eva und michele drei stunden im matatu richtung osten gesessen, weil wir dennis, melli und jo in der igangara boarding school besuchen wollten, die in der naehe des kleinen oertchens chuka ist. die strasse fuehrte n reisfeldern vorbei, eselkarren und polizeikontrollen, die uns immer ein bisschen hibbelig werden liessen, weil wir uns nicht anschnallen konnten, ber unngeschnallt ist eigentlich verboten und oft ein guter grund fuer die korrupten polizisten, ein paar extraschilling einzutreiben. wir hatten aber glueck und sind immer durchgekommen.

chuka ist recht klein und abgelegen, und scheinbar kommen da nicht so oft wazungu hin, wir wurden naemlich gleich mal belagert bei der ankunft, sollten irgendwelche sachen kaufen und uns anfassen lassen. wir sind schliesslich gefluechtet, weil das aufsehen, das man als weisser in kenia eben erregt, bei weitem nicht so gross ist in nairobi. gluecklicherweise kamen dann schon dennis und jo, die uns nach nem verspaeteten mittagessen zur matatuhaltestelle richtung igangara gebracht haben. die matatus dort sind wieder ganz anders als hier in nairobi, und so fanden wir uns mit ein paar anderen leuten leicht gequetscht in einem pick-up wieder. dort hat uns ein mzee (alter, waiser mann) eine ganze stange zuckerrohr geschenkt, die er vom strassenrnd gekauft hat, aus lauter begeisterung ueber dennis und jo, die in der abgelegenen schule unterrichten. "good work, good work" meinte er nur immer und "thank you very much!"

holterdipolter gings dann auf dem pickup bis nach miraa, an bananenstauden und buschlandschaft vorbei, von wo aus wir das letzte stueck noch ueber trampelpfade laufen mussten. die kinder waren natuerlich gleich wieder zur stelle und haben uns ganz neugierig verfolgt, bis wir an nem kleinen wasserfall und ner steinbruecke vorbeikamen, wo die jungs baden gegangen sind - jo der alte haudegen natuerlich gleich hinterher. die schule ist wunderschoen gelegen und von sogenannten burning stone, einem felsen, der gnz lange nach sonnenuntergang noch warm bleibt, weil da tagsueber die sonne recht draufknallt, hat man einen grandiosen ausblick uf nichts als gegend: berge, waelder, taeler, busch... herrlich!

uebernachtet haben wir in dem zimmer, das sich melanie normalerweise mit ner anderen lehrerin teilt. die war aber uebers wochenende weg und so hab ich mit michele auf ner recht harten und kleinen matratze uebernachtet und eva mit melanie im zweiten, noch etws kleineren bett.

am samstagmorgen sind wir hochmotiviert losgestapft: wandern zur fledermaushoehle. es war nach ner weile recht beschwerlich, weil es heiss wurde und der weg teilweise recht gefaehrlich war und auf und ab ging. leicht fertig sind wir schliesslich bei ner riesen hoehle angekommen, in der millionen von fledermaeusen rumgeflattert sind. war leicht gruselig, weil die kinder, die uns natuerlich wieder begleitet haben, die tiere mit schreien aufgescheucht haben, sodass sie wild durcheinander schwirrten. aber ein bisschen grusel gehoert ja dazu und nach ein bisschen ueberreden haben mich die jungs in die hoehle locken koennen. hui, das war ein erlebnis. ich kanns gar nicht richtig beschreiben. (merkt ihr vielleicht, tut mir auch leid.)

der weg zurueck fuehrte an nem haeuschen vorbei, wo ein anderer mzee mit kuh und kalb unterm macadamia-nussbaum mitten in der landschaft wohnt. der hat uns mal kurzerhand ein paar nuesse geschenkt und wir haben da kurz pause gemacht. eine zweite pause (ok, es war echt heiss und der weg teilweise sehr anstrengend!) haben wir bei dem mann gemacht, der uns zur hoehle gebracht hat. jo kannte den wohl von seinem ersten usflug zur hoehle und war recht froh, dass der uns den weg gezeigt hat. er hat uns seine frau und seine beiden kinder vorgestellt, die sich gleich mal in die orgelpfeifenreihe der neugierigen nachbarskinder einreihten, die sich neugierig vor uns aufbaute und der dennis ein paar hustenbonbons geschenkt hat - das einzige, was wir in richtung geschenke zu bieten hatten. dann sind die groesseren kinder gegangen, den mangobaum leerzuschuetteln, und wir haben mangos gegessen. oh gott, ich koennt mich reinlegen! reife mangos frisch vom baum, sooooooo lecker!!! wir durften sogar noch ne tuete voll mitnehmen. von nem abgelegenen kaff, dem ersten mit verkehrsanbindung nach ner ziemlichen weile ohne kontakt zur aussenwelt, haben wir dann ein matatu nach chuka genommen, wos wieder was zu essen gab, und wo uns dann mister mugambi, der witzige schuldirektor, abgeholt hat. natuerlich hatte er noch eine million besorgungen zu machen, uns noch sein wohnzimmer und seinen shop gezeigt, den er so nebenher fuehrt und uf der rueckfahrt war er extra langsam unterwegs, weils ihm so gefallen hat, wie die vier mzungugirls in seinem auto zu der miserablen countrymusik ausgeflippt sind und er unbedingt wollte, dass ihn auch ja alle leute am strassenrand mit uns sehen. war also ein bisschen anstrengend, aber auch sehr skurril: country roads mitgroelen und dabei durch afrikanischste landschaft fahren...

sonntag morgen haben uns dennis und jo noch zu nem anderen, ueberwaeltigend grossen wasserfall gefuehrt und wir sind noch ein bisschen rumgeklettert, um den zusammenfluss der beiden oertlichen fluesse zu sehen. dabei mussten wir einen stamm ueberqueren, der recht hoch ueber dem fluss als bruecke dient. ich bin nur gekrochen (die nderen haben mich usgelacht), aber so ne bruecke hab ich auch noch nie erlebt. vielleicht kann ich noch paar fotos hochladen, ansonsten zeig ich sie euch zu hause - war auf jeden fall echt abenteurlich.

genauso wie die heimfahrt, die wegen stu und halten an jeder milchkanne viereinhalb stunden gedauert hat und wir zum teil mit 22 leuten im 15sitzer sassen. quetsch quetsch.

heute hb ich wieder gearbeitet. tja, nairobi hat mich wieder, gleich mal wieder rauf aufs dach und hoch die tassen - aeh, kinder. nach diesem wochenende bin ich sooo froh, endlich aus der grossstadt rauszukommen. ich hab gemerkt, wie sehr sie mich doch nervt, immer hektik und dreck und so viele leute und wenn man mal was gruenes sehen will, muss man ins museum oder ins arboretum fahren. und staendig hoert man matatus und zuege und gebruell. auch wenn son tuskys-supermarkt nebenan natuerlich schon recht praktisch ist - ich will in die natur. hab ich ja uch bld. nur weiss ich noch nicht, ob ich denn wirklich in das regenwald-projekt gehe, weils da anscheinend echt keine arbeit gibt. faend ich jetzt aber uch nicht so tragisch, dann haette ich mehr zeit, um die gegend zu erkunden. naja, mal sehen.

jetzt werd ich erstmal waesche waschen. es ist recht heiss, da kann sie gut trocknen, und meine hosen sind voll erklettertem matsch und dreck.

ich drueck euch alle! laura.

obama obama obama obama

ihr lieben!
wow, war der regentag echt der letzte, an dem ich geschrieben hab? das ist ja schon wieder fuenf tage her! mittlerweile scheint hier die sonne wieder unermuedlich. hmmm, was hab ich in der letzten zeit denn alles gemacht? fleissig gearbeitet natuerlich erstmal. die fruehschicht find ich ganz gut. morgens ist es ein bisschen schwierig, aufzustehen, aber die zeit geht perfekt raus, ich bin immer kurz vor sieben in kayole. dann gehts los: alle babys wickeln, waschen und umziehen, zu der zeit stehen sie naemlich grade auf. je nachdem, ob alle da sind, macht das teilweise zehn babys, die ich da in akkordarbeit ''change'', wie man hier sagt. dann kriegen sie wasser zu trinken, um der dehydrierung entgegen zu wirken. danach gibts lecker porridge zum fruehstueck und wenns das wetter erlaubt, klemm ich mir links und rechts ein kleines menschlein auf den arm und dann gehts vier treppen runter, durch den babyhouse-hof in den grossen hof, wo sie alle in einer reihe in die sonne gesetzt werden. dann wieder treppauf, den naechsten schwung holen, und wieder runter... bis alle unten sind. morgensport, sag ich da nur!

manchmal hab ich dann noch was anderes zu tun, wie betten richten, zimmer aufraeumen, becher spuelen oder so, aber heute hab ich die zeit mit klein marco, pauline und japheth verbracht. marco ist schon acht monate alt aber einfach viel zu klein und zu schwach fuer sein alter, und das macht ihn ziemlich wuetend. der kann bruellen, nur weil er sich ueber sich selbst aergert. pauline war im krankenhaus, aber die aunties sagen ja nicht warum (kenianische art der arbeitsatmosphaere - man gewoehnt sich dran, muss ich wohl akzeptieren), aber jetzt ist sie wieder zurueck und grinst in der gegend rum wie ein kleiner sonnenschein. japheth krabbelt immer zu mir, obwohl er ja schon in der aelteren gruppe ist und sagt hallo und setzt sich auf meinen schoss, und wenn ich mich dann um ''meine'' babys kuemmern muss, faengt er immer ganz schrecklich an zu heulen, weil er mich viel toller findet als ''seine'' aunties.

nachmittags war ich immer im go down, wo ich eine art ausweise fuer die strassenboys entworfen habe, damit sie wenigstens ein bisschen sicherheit haben und einen nachweis, falls die polizei sie aufhaelt.

am wochenende haben wir wieder nick besucht in rongai. war sehr nett: es gab chai und brot und wir haben einen film angekuckt und viel gequatscht und gelacht. nick ist der leiter von kuruka maisha, der kulturorganisation fuer die strassenkinder, die im go down arts centre ihre akrobatik- und trommelunterricht kriegen. deswegen wurde er von der amerikanischen botschaft zu einer inauguration party eingeladen. illegaler weise sind david und ich auch irgendwie da rein gekommen. es war nicht ganz so schwer, obwohl wir weder einladung noch reisepass hatten, aber als wazungu ist man doch ueberall willkommen. also sind wir zu irgend so ner privatresidenz, wohl von nem amerikanischen diplomaten, gefahren, wo die ganze obama-zeremonie live uebertragen wurde (und es gab lecker essen for free! ) das war vielleicht witzig: obama tritt auf den bildschirm - die menge flippt aus! obama haelt seine rege - alle sind mucksmaeuschenstill. obama erwaehnt das kenianische heimatdorf seines vaters - die menge rastet aus, die atmosphaere explodiert! war echt lustig. obwohl ich zuerst nicht so viel davon gehalten habe, ich hielt das alles fuer uebertrieben, aber dann hatte ich doch ein bisschen gaensehaut. die usa haben einen neuen presidenten. kenia hat einen neuen praesidenten. die welt hat einen neuen praesidenten. - sagt man hier! diese kenianer!

jetzt zu euren fragen:

meinem magen-darm-trakt gehts wieder blendend. kekse und bananen sind doch die beste medizin!

der regenwald in kenia ist ziemlich im westen, eben direkt bei kakamega, und ich hab gelesen, er ist der letzte rest von nem ganzen guertel aus regenwald, der sich wohl mal durch kenia gezogen hat.

muecken gibts hier genuegend, vor allem bei uns zu hause, weil wir doch direkt so ein rinnsal hinterm haus haben. aber durch mein tolles moskitonetz kommen die nicht durch, und wenn ich dann aus nairobi rausgehe, nehm ich auch wieder die malaria-prophylaxe auf, die ich inzwischen fuer eine weile ausgesetzt habe. ich trage abends lange helle sachen und habe mich mit moskito repellent eingedeckt. hier in nairobi ist die gefahr nicht besonders gross und der doktor gleich um die ecke. natuerlich hab ich ein paar stiche und am anfang war das auch erstmal ein bisschen mulmiges gefuehl, aber ich fuehle mich hier mit meinen vorkehrungen sehr sicher, nehme das auf keinen fall auf die leichte schulter und verspreche allen besorgten eltern und grosseltern, rechtzeitig vor der ausreise wieder pillen einzuschmeissen!

was ich im regenwald will? tja, das ist noch die frage. wie ich von anderen freiwilligen gehoert habe, gibts da anscheinend nicht so wirklich was zu tun. die rede war von einem aufzubauenden schlangenpark, einer schmetterlingsfarm, oekologischen heizprojekten, education und nem office, aber in wirklichkeit ist da wohl tote hose. ich lass es mal auf mich zu kommen, freue mich aber auf jeden fall sehr, aus dieser lauten, vollen, dreckigen und nervenden stadt rauszukommen. nairobi ist so weit ganz interessant und toll, aber irgendwann reichts auch mal!

wann ich das alles schreibe? im moment hab ich ja frei, wegen der morgenschicht, und weil im civs-office niemand mehr ist, sitze ich im internetcafe und tippe hier so vor mich hin. meistens mach ich aber nachmittags noch andere sachen (go down, oder morgen zum beispiel das rescue centre von kuruka maisha, wo die go down leute den strassenjungs lesen und schreiben und so beibringen... oder waesche waschen - hab ich vorher schon erledigt!), deswegen hoert ihr in letzter zeit nicht mehr sooo regelmaessig von mir.

oh ja, der himmel ist in afrika so was tolles! der sonnenaufgang, den ich morgens immer vom matatu aus sehe, ist ein bisschen staubig, aber schoen rosa und orange. der grosse wagen haengt falschrum ueber der strasse vor unserem haus und der mond laechelt zur zeit ein bisschen schief. das ist keine sichel, das ist ein mund oder ne schale. ich hab manchmal angst, dass er runterfallt, so schepps haengt er da oben.

der blubbkas ist mein kleiner snowboarder von bruder wow, snowboarden, das ist so witzig, in der kenianischen hitze von deinen schnee-abenteuern zu lesen!

die tanten haben ihre sachen abgeholt, die das haus blockiert ahben, und haben bloederweise auch den dvd-player mitgenommen, deswegen gibts zur zeit keine filmabende mehr bei uns. aber ich schreibe tagebuch und hier gibts wunderbar billige buecher, da ist das kein problem mit der abendgestaltung.

an den neuen leser: hier blueht nicht sehr viel mehr, als sonst auch nach dem regen. aber das liegt vielleicht daran, dass ich in der grossstadt lebe.

NOCH! ich freu mich so auf die baldigen veraenderungen. noch zweieinhalb wochen, und die werden wohl so schnell vorbei sein wie der letzte monat auch.

mir gehts nichtsdestotrotz sehr gut, ich hab nette leute um mich rum und liebe die afrikanische kueche. (auch deswegen muss ich ins work camp und hart arbeiten: ich hab ein bisschen zugelegt und will ein paar kilos loswerden! ugali, chapatis, matoke und reis machen halt doch n bissl dick!)

ich umarme euch alle ganz ganz fest und freue mich schon auf eure kommentare, die mich staendig an euch erinnern. schon toll, dass man, obwohl man so weit voneinander weg ist, so aktuelle sachen voneinander hoert, was?

n haufen kuesschen. laura.

regen in kenia

es regnet! endlich!!! die luft riecht nach nassem staub und die schlagloecher laufen ueber!das ist echt gut, ein bisschen hoffnung fuer die hungerkrise. mehr gibts eigentlich nicht zu erzaehlen. jetzt ist gleich noch ne verabschiedungsparty im cocobeach fuer masaro und jetzt ist ja wochenende, erholungszeit vom imanistress. jetzt will lilian an den pc, herlichste, flotte gruesse also und tausend dank fuer eure kommentare, hab mich sehr gefreut. alles liebe! tausend kuesse. (mir gehts gut. )

viel los!!!

ihr lieben!
im office ist ne orientation fuer nen tschechen, deswegen melde ich mich aus dem cyber cafe.
ich hab ja ewig nicht mehr geschrieben, aber ich hatte auch viel zu tun und nie die moeglichkeit, meinen blog auf den neuesten stand zu bringen. hier also das neuste vom neusten:

letzte woche dienstag haben so ziemlich alle volunteers, die in greifbarer naehe waren, jo und melanie verabschiedet, die zu der schule gefahren sind, wo sie unterrichten. wir sassen im cocobeach, einem recht lauten und leeren pub und wir waren sowas von multikulti: freiwillige und civs-leute aus kenia, deutschland, finnland, japan und suedkorea!

im imani hatte ich letzte woche nachmittagsschicht, die nach einem kurzen hallo-sagen und babys knuddeln mit dem lunch angefangen hat, und danach gings direkt aufs dach. dann hiess es: kinder fuettern, baden bzw. waschen, windeln wechseln, anziehen und dann hochtragen und schlafenlegen. das hoert sich jetzt recht einfach an, ist aber ziemlich viel arbeit. trotzdem hat es ganz gut funktioniert und ich konnte immer spaetestens um sechs das haus verlassen, wenn nicht sogar frueher. dann mit dem matatu nach hause fahren, und kurz vor sieben war ich dann immer daheim. kurz nach sieben ist es hier dunkel, aber bis halb neun etwa sind immer noch viele leute auf den strassen, deswegen war das kein sicherheitstechnisches problem.

es ist immer eine herausforderung, die dicke paris zu fuettern: sie laesst sich von allem ablenken, glotzt in der gegend rum und konzentriert sich ueberhaupt nicht auf die tasse porridge vor ihr. allen anderen babys sing ich immer was vor beim fuettern, aber bei paris darf ich das gar nicht versuchen, sonst wuerde sie mich fasziniert anschauen und wahrscheinlich dabei verhungern... hassan hat mich am mittwoch vollgekotzt (tschuldigung, ich weiss ja nicht, ob ihr das ueberhaupt lesen wollt, aber ich schreibs trotzdem!). zuerst dachte ich: na toll, wie eklig, aber im nachhinein war das die erklaerung dafuer, warum er nichts essen wollte. als er dann leer war, floss das mittagessen in ihn rein wie nix.

mein kleiner affe richard reagiert immer mehr auf mich und die anderen und ich freu mich immer total, wenn ich seine fortschritte sehe. als ich am freitag gehen wollte, weil es schon fast sechs war und ich keine zweifel an meinen vorgesehenen arbeitszeiten aufkommen lassen will, hatte er sich gerade richtig schoen eingesch..., sodass ich ihn nochmal komplett umziehen musste und ihm tschuess sagen konnte.

letzte woche, als das schichtensystem noch neu und noch nicht richtig etabliert war, musste ich ein paar mal die gruppe wechseln, was ein bisschen anstrengend, aber auch eine herausforderung war. ich war dann bei aunty grandma (sie ist die aelteste aunty, deswegen nennen sie alle so), die sich um die allerkleinsten saeuglinge kuemmert, die man wieder ganz anders anfassen muss als "meine" schon etwas aelteren. gerade an dem tag gabs zwei neuankoemmlinge: david, der so heisst, weil er zwei tage lang in einer latrine gelegen und trotzdem seinen kampfgeist nicht verloren hat. und ein kleines, das von oben bis unten brandwunden und rechts nur drei finger hat. wir sagen immer: es ist ein wunder, dass sein mund nicht verbrannt ist, so kann es wenigstens essen - und lachen, was es staendig tut!

die andere gruppe war noch aelter als "meine", da koennen schon ein paar laufen, oder zumindest stehen und krabbeln, und die werden immer an einen minitisch gesetzt und duerfen dann ihr essen selbst loeffeln - das ist ein spass, und eine riesensauerei!!

seit dieser woche arbeite ich in der morgenschicht, das heisst um 5.30 uhr aufstehen, um sechs mit dem matatu losfahren und hoffen, dass ich nicht arg zu spaet komme. ich soll ja um 6.30 da sein, aber um 6 wirds grade hell und die ersten arbeiter sind unterwegs und vorher gehe ich definitiv nicht, der sicherheit wegen. bis jetzt kam ich immer zu spaet, aber was will die olle tabitha machen?!
dann gehts los: fuettern, wechseln, runtertragen (das ist fruehsport: mit zwei babys im arm die treppen runter und die kleinen unterm freiluftzelt ablegen, wieder treppen hoch, die naechsten holen... uff!), fuettern, wechseln, und um 12, spaetestens halb eins, gibts lunch, der das ende meiner schicht darstellt, weil ich danach gehe.
dann direkt ins go down, weil mich jes'se letzte woche angerufen hat: you you you are so bad! warum kommst du nicht mehr hierher??? - aeh, jes'se, ich ARBEITE!!?? - aber du bist doch mein teacher!

nun ja, seit der morgenschicht ist das ja jetzt kein problem mehr. heute abend hat jes'se uebrigens seine erste ausstellung im ramoma, einer superschoenen gallerie, deswegen waren wir die letzten tage immer dort, haben bilder hingebracht, arrangiert, aufgehaengt, vermessen und aufgelistet. jes'se denkt immer noch, dass david und ich heute ins work camp fahren (die letzten tage waren ein einziges verbales versteckspiel voller notluegen und ausfluechte!) und die vernissage nicht besuchen koennen --- ich freu mich schon auf sein gesicht, wenn wir spaeter DOCH da sind!

mittlerweile hab ich auch recht konkrete plaene fuer die naechsten monate:
vom 8. bis zum 28. februar ist ja das work camp (hoffentlich!!) und im maerz werde ich dann in kakamega im regenwald arbeiten und nicht mehr im imani. da kommen so viele volunteers hin und ich finde, sechs wochen reichen dann auch mal. ausserdem komme ich dann mal aus der grossstadt raus und hab noch die moeglichkeit, ganz andere seiten kenias zu sehen und kennenzulernen. von da aus kann ich dann auch ella besuchen, die seit montag in ihrer schule in kisumu ist und vanessa, die da jetzt auch arbeitet. im april hab ich mich nochmal fuer ein work camp angemeldet, das heisst ich komme am 28. oder 29. zurueck nach nairobi, und am 30. flieg ich ja schon wieder nach hause.
ich hab keine ahnung, wie die internetbedingungen in kakamega aussehen, aber ich glaube nicht so rosig. waehrend der work camps werde ich wohl ueberhaupt keine moeglichkeit haben, euch zu schreiben, und in kakamega vielleicht ganz selten. also nur dass ihr schonmal bescheid wisst: keine sorgen machen, im regenwald gibts eben nicht so guten empfang, was nicht heisst, dass es mir schlecht geht.

jetzt muss ich euch noch von meinem merkwuerdigen wochenende erzaehlen: am freitag, nach der nachmittagsschicht, hab ich erstmal ein matatu erwischt, das viel zu frueh abgebogen ist, sodass ich den rest heimlaufen musste. dann musste ich bei daniel den schluessel fuers haus abholen, weil steven und ken nicht zu hause waren. also ein kleiner abendspaziergang. david kam mit ner neuen folge "unserer" serie (carnivale: hach voll toll, ich liebe es!), ich hab mir was zum abendessen aufgewaermt und bin dann irgendwann ins bett. steven hatte mich angerufen und gemeint, er kaeme "bald" nach hause. kenianische zeit: um 5 uhr 40 (!!!!!) klingelte mein handy: ich bin jetzt da, kannst du das tor aufmachen? klaaar! er hat sich hinterher anstandsgemaess entschuldigt, also kein problem, er war wohl recht gut am feiern gewesen. an diesem sehr fruehen morgen kam dann mein abendessen im rueckwaertsgang zurueck, und ich weiss bis heute nicht wirklich, woran es lag. nachdem ich dannleer war, gings mir wieder besser und ich bin spaeter mit ella und eva ins sarit centre gefahren, einem riesigen, westlichen einkaufszentrum, sah ein bisschen so aus wies blautalcenter in ulm. mal wieder kontraste, wie schon im village market. naja, am nachmittag war dann nicht mehr wirklich was mit mir anzufangen und ich hab mich ins bett geknallt, wo ich auch den naechsten sonntag groesstenteils verbracht habe. am montag hatte ich keinerlei probleme mehr, nur heute war ich nicht arbeiten, weils jetzt in die andere richtung geht: durchfall erster klasse! aber das ist alles eine frage der selbstbeherrschung und nach bananen zum mittagessen hab ich mich und meinen magen-darm-trakt wieder soweit unter kontrolle, dass ich spaeter wirklich zu jes'ses ausstellung fahren kann!

habt ihr eigentlich was vom notstand mitgekriegt, den kibaki fuers ganze land ausgerufen hat? kenia leidet naemlich ziemlich unter einer krassen hungerkrise: es hat ewig nicht geregnet (eigentlich ist der dezember ein regenmonat, aber ich hab noch keinen einzigen tropfen gesehen!), die fluesse sind so gut wie leer, die felder vertrocknen, es gibt keine ernte und die kuehe und ziegen verdursten. hinzu kommt das maismehl-programm (maismehl ist hier grundnahrungmittel nummer eins!), das die regierung vor ein paar monaten begonnen hat und das komplett fehlgeschlagen ist. des weiteren gibts noch ne oelkrise, die inflation, eine unfaehige koalition --- die volle ladung also!

hier in der hauptstadt sind wir vom hunger nicht direkt betroffen: nahrungsmittel werden natuerlich teurer, aber ich muss nie hungrig ins bett gehen. ich hab schon ueberlegt, was man denn eventuell tun koennte (wenn ich schonmal hier bin!), aber je mehr man drueber nachdenkt, desto groesser und groesser wird das problem und man kann nur hilflos die nachrichten anschauen. steven sagte: das einzige, was du tun kannst, ist beten. (na toll, und das von nem halben atheisten wie steven!!) ein anderes problem ist auch, dass ich einfach nicht genug von den ganzen politischen sachen verstehe, was auch am englisch liegt, ich hab also gar nicht den einblick, den ich braeuchte, um was zu unternehmen. tja, manchmal muss man seine machtlosigkeit einfach einsehen.

jetzt muss ich mal langsam aufhoeren! noch zu euren kommentaren:

@ papa: oje, du kennst tabitha nicht! stell dir einen drachen vor, das triffts ungefaehr! aber wenn ich sie ignoriere, hab ich keinerlei probleme! und fuer das paeckchen ueberleg ich mir was, aber wenn ich dann eh aus nairobi weg bin, weiss ich gar nicht, obs mich ueberhaupt rechtzeitig erreichen wuerde, weil ja alles erstmal im civs-postfach landet und dann zu mir gebracht werden muesste - vorrausgesetzt, es kommt ueberhaupt sicher durch die korrupten haende des kenianischen zolls...

@ lukas: gruesse an den kaffeeautomaten. ich wette, meine tolle ex-schule wird noch eine million jahre fuer sowas in der art brauchen! ueber die gestorbenen babys will verstaendlicherweise keiner sprechen, aber tabitha meinte, eins habe sich nachts mit der bettdecke selbst erstickt, und andere sind an dehydrierung gestorben, deswegen wurde der ernaehrungsplan ziemlich umgestellt und es gibt jetzt viel mehr zu trinken. war klar, dass ich nur ne zwischenstation vor wow bin. hab spass! <3

@ buchen: verteilt meine adresse an wen immer ihr wollt (bin das gewoehnt von papa und dem jakobswegblog ). --> civskenya.org ach ja, fasching! bitte macht ein foto von manu im huddelbaetz!!!! zum wetter: teilweise sind es 40 grad unterschied zwischen mir und euch!

@ alle: ich melde mich, sobald ich wieder aknn. und ich freue mich immer sooo arg ueber all eure kommentare, briefe und nachrichten. hab euch alle sehr lieb, und vergesse euch nie, trotz meiner spannenden zeit hier! tausend afrikanische (neger)kuesse --- boah, der war gemein!

back to the roof

ihr lieben!
uff, hier gibts ja ganz schoen viel nachzuholen, aber die babys halten michseit gestern so auf trab, da hab ich abends ueberhaupt keine zeit, geschweige denn den nerv dazu, einen einrag zu schreiben. hier also der ueberblick ueber die letzten tage, der ein bisschen oberflaechlich ausfallen wird, weil ich mich nicht mehr genau an alles erinnere:

am samstag also waren wir abends bei eva und melanie, die bei violet wohnen. vio ist sooo witzig und macht die besten fritten in ganz nairobi! wir hatten also einen recht lustigen, gemuetlichen abend.

den sonntag haben wir im arboretum verbracht. das ist ein park mit ganz vielen verschiedenen baeumen, wo man picknicken und dabei affen beobachten kann, die da einfach so rumspringen. wir haben samosas und kekse verspeist, ich hatte unser "baby", sprich die gitarre dabei und wir haben werwolf gespielt, was sehr lustig ist. ich war der werwolf, aber ich wure leider in er vorletzten runde gekillt.

an diesem tag, recht frueh am morgen, hab ich auch ne neue mitbewohnerin ins zimmer bekommen: ella aus finnland. ken hat meine matratze entfernt und stattdessen ein stockbett ins zimmer gebaut. ella wird naechste woche in ihr projekt nach kisumu ziehen und ist nur diese woche fuer die orientation hier, aber sie ist echt nett und genauso alt wie ich. vielleicht kann ich sie dort mal besuchen, wenn sie sich eingelebt hat und ich die zeit finde, kisumu anzukucken...

am montag gings dann wieder aufs imani-dach, wo ich fast den ganzen tag mit windeln aufhaengen windeln abhaengen windeln aufhaengen windeln abhaengen verbracht habe... unsere babys sind toll: big mama ist echt richtig aktiv, quatscht ein bisschen und krabbelt schon fleissig rum. heute hat sie ihren wasserbecher selbst gehalten und selbststaendig getrunken! die fette paris hat ein bisschen abgenommen und hat ueber weihnachten gelernt zu lachen. richard, der kleine orang utan, ist immer noch ein bisschen schwachlich, aber nicht mehr ganz so apatisch und unnahbar. er lacht so herzerfrischend, wenn ich handflieger mit ihm spiele...
leider sind ueber weihnachten auch vier babys gestorben und heute sind zwei neue gekommen: ein ganz ganz ganz kleines und eins mit ziemlichen verbrennungen im gesicht und am koerper.

heute hatten wir ein "meeting" mit tabitha, der chefin, die allgemein nicht so beliebt ist. wir mussten um halb acht da sein, also um halb sieben mit dem matatu losfahren. natuerlich mussten wir dann zwei stunden rumsitzen und warten, dass das meeting anfaengt. wir hatten ne hitzige diskussion, weil es fuer uns leute aus buruburu einfach nicht moeglich ist, vor sieben anzufangen bzw. nach sechs aufzuhoeren, weil es dann noch bzw. schon dunkel ist, wenn wir nach hause kommen und damit nicht mehr so sicher. andererseits verstehen wir auch tabithas neues system mit den schichten, die sie einfuehren will, die wahrscheinlich nicht nur den aunties zu gute kommen, sondern vor allem den babys, die dann immer frische und nicht uebermuedete leute haben, die sich besser um sie kuemmern koennen.
wie ich letztens schon geschrieben habe, ist diese hoeflichkeits- respekt- sache hier in kenia ein grosses ding, und weil tabitha meinte, dass wir sagen sollen, wenn uns was stoert, nachdem sie meinte, masaro sei der einzige gute volunteer von uns allen, da hab ich gesagt: nr weil er neu ist und nix sagt. (dabei ist er gar nicht neu, er hat nur immer in imani b gearbeitet.) da war tabitha recht sauer und meinte zu mir und zu verena, die auch irgendwas gesagt hatte, wir seien "very rude". wir haben uns ordnungsgemaess entschuldigt fuer etwas, das wir gar nicht gemacht haben und sind jetzt wohl erstmal die schwarzen petras, obwohl die aunties versichert haben, tabitha sei nur "hot tempered" und nicht nachtragend...
irgendwann ist dann ploetzlich steven von civs aufgetaucht und hat versucht zu vermitteln,ach es war alles etwas schwierig heute. morgen werd ich jetzt mal die nachmittagsschicht machen, also um elf losfahren, damit ich um zwoelf da bin. ich hoffe, das system funktioniert, und ich kann euch versichern, ich werde nicht in der dunkelheit alleine rumlaufen, nicht mal fuer die lieben babys.

ich habe sowieso schon ueber einen wechsel nachgedacht, weil ich bis zum work camp nun fuenf wochen in imani arbeiten were und zwischen den work camps im februar und im april vielleicht noch was anderes machen und sehen moechte. auf dem dach und im matatu hat man naemlich viel zeit, nachzudenken, und da kommen mir manchmal die grossen sinnfragen ins hirn: warum tu ich das eigentlich? wem bringt es wirklich was? ist das alles so sinnvoll? --- keine panik, ich stehe immer noch voll hinter allem, was ich hier tue, nur mittlerweile hab ich eingesehen, dass es zu neunzig prozent ich selbst bin, die ich davon profitiere, denn um die babys koennte sich im grunde genommen auch irgendein dafuer bezahlter kenianer kuemmern. aber wenn japhet, den ich damals ins krankenhaus getragen habe, mir winkt, wenn ich seinen namen rufe, oder wenn little richard kichert wie ein kleiner wasserfall, oder wenn big mama sich dermassen ueber sich selbst freut, weil sie sitzen und brabbeln und ihre tasse selbst halten kann, dann seh ich schon einen sinn in dem, was ich tue, mal ganz von den sachen abgesehen, die ich fuer mich persoenlich mitnehme... naja, das mit einem anderen projekt wird sich alles ergeben.

heute abend ist erstmal abschiedspaty fuer melanie und jo, die morgen wieder in ihre schule ausserhalb nairobis fahren und morgen werden wir ja sehen, ob diese schicht-sache wirklich funktioniert.

das mit dem album fuer oma find ich ja sehr toll! und auf eure matatu-musik-ranglisten bin ich auch schon sehr gespannt! (heute morgen liefen uebrigens "life is life" und "sex on the beach", naja, die matatus zwischen buru und kayole, wo imani ist, sind halt doch ein bisschen komisch... ) und oma: na dreimal darfst du raten, wer die jakobsweg-karte in den kalener geklebt hat!!! und weil sich alle nach den mendes erkundigen: ich muss euch leider enttaeuschen, die kakis sind alle tot und begraben!! oooooooohhhhhhh, pole

jetzt geh ich erstmal ne banane bei meiner dicken lieblingsbananenfrau kaufen. die hat mir doch neulich mal eine umsonst gegeben - "because you are my customer!", weil ich ihr kunde bin. voll nett. so ein fruechtchen hab ich mir nach so einem tag auch redlich verdient!

wie ihr also lesen koennt, erlebe ich hier so allerhand, ich lerne fuers leben und bin weiterhin sehr wohlaufest! ausserem vermisse ich euch alle und warte sehnsuechtig auf eure kommentare... hab euch lieb!

ps: an alle, denen ich nicht immer gleich antworte: bitte nicht sauer sein, ich verliere so langsam den ueberblick von myblog, googlemail, facebook usw... und jetzt ist ja auch noch der urlaub vorbei, da wirds noch viel schlimmer!

neues jahr, neuer eintrag

ihr lieben!
ich hoffe ihr seid gut in 2009 angekommen. ich war ja zwei stunden schneller als ihr, aetsch.

fuer alle, die sich noch fuer den mende tempel interessieren: nachdem ich am ersten nachmittag des jahres aufgewacht bin und eine mende IN meinem moskitonetz sass, hats mir gereicht und ich hab sie auf den boden gehetzt, wo david sie todesmutig zermatscht hat. jetzt ist glaub ich ruhe.

unser silvester war echt nett: wir haben uns alle bei eva versammelt, matatu-musik gehoert und kartoffelsalat gegessen. um 12 sind wir dann raus auf die strasse, haben ein bisschen gegroelt und feuerwerk a la buruburu angeschaut: zwei kleine jungs hatten sowas aehnliches wie ein dickes seil, das funken gesprueht hat, wenn man es am einen ende angezuendet hat, und die beiden haben uns eine funkenwirbel-vorstellung erster klasse abgeliefert!

gestern waren david und ich dann bei nick vom go down eingeladen. boah, der wohnt noch hinterm nationalpark, das ist echt weit weg. entsprechend hat sich dann auch die matatu-fahrt gestaltet: das mit dem um- und aussteigen verlief nicht so glatt wie neulich auf dem weg zum giraffe centre. nachdem wir an der railway station umgestiegen waren, wollte uns der erste conductor zunaechst beim nationalpark rauslassen, obwohl wir ihm tausend mal gesagt haben, wir wollen bei der kobil tankstelle raus - weisst du, wo die ist? --- ja klar, kein problem, hier ist der nationalpark, wollen nicht alle wazungu beim nationalpark raus? NEIN! wir wollen zur kobil petrol station. paar minuten spaeter meinte er dann wieder: hier aussteigen, da vorne ist ne tankstelle. wir steigen also aus, laufen zur tankstelle und muessen feststellen: tankstelle ja, aber keine kobil. also ins naechste matatu und weiterfahren, nachdem wir ewigueber den preis verhandelt hatten, weil der conductor statt 30 erstmal 50 schilling verlangt hat, weil wir ja wazungu sind. irgendwie haben wirs dann tatsaechlich ans andere ende von nairobi geschafft, wo nick uns abgeholt hat. wir haben musik gehoert, gequatscht und tee getrunken. das war echt witzig, die leute vom go down sind alle so nett, und es war mal ein schoener gegensatz zu den - nicht weniger witzigen - unternehmungen mit den hauptsaechlich deutschen volunteers.

das schwierige am umgang mit kenianern ist, dass sie dir hoechst selten sagen, wenn du was falsch gemacht hast, denn sie haben einen ziemlich komplexen verhaltenskodex und dinge wie hoeflichkeit und gastfreundschaft sind hier extrem wichtig. die kenianer selbst kennen natuerlich die verhaltensregeln; so ist es zum beispiel absolut unangebracht, ein fremdes haus ohne einladung des besitzers zu betreten. man zieht normalerweise die schuhe aus, bevor man reinkommt und wenn du auf der strasse stolperst oder dich am heissen topf verbrennst, versichern dir gleich alle, wie "sorry sorry sorry" bzw. "pole pole pole" sie doch sind. anfangs war ich immer noch versucht zu sagen: "aeh, leute, ihr koennt doch gar nix dafuer!", bis ich gemerkt habe, dass die kenianer auf diese weise einfach ihr mitgefuehl ausdruecken.
einerseits ist dieses festgefuegte verhaltensregelnetz ein bisschen anstrengend, andererseits macht es natuerlich sehr sensibel, weil ich staendig gezwungen bin, mein verhalten zu ueberdenken und zu ueberlegen, ob ich dies oder jenes jetzt tun oder lassen sollte und ob ich damit jemanden beleidigen koennte oder nicht. dadurch bekommen respekt und hoeflichkeit eine sehr viel hoehere bedeutung als zum beispiel in deutschland...

so, nach diesem kurzen ausflug in die soziophilosophie kenias nun zu den wirklich wichtigen dingen des lebens!

lukas, nachdem sich dann loewe schon an die wand im alten haus gewoehnt hatte, liess er sich doch bereitwillig in die neue wohnung umsiedeln, wo er jetzt von der wand heruntergrinst und mich immer an meinen talentieten kleinen bruder erinnert. ausser daniels raketenbild leisten ihm noch folgene kalender und postkarten gesellschaft:


aus dem david sheldrick wildlife trust, dem elefanten-waisenhaus


aus dem national museum von er ausstellung 24nairobi - der besuch auf www.24nairobi.com lohnt sich auch!


von oma - nehm ich mir natuerlich zu herzen!


von gigi - erinnert mich an meine zeit in spanien, die so ganz anders und doch ebenso ereignisreich war wie meine zeit in afrika


ach ja und uebrigens: das work camp findet leider erst im februar statt, weil die community noch nicht ausreichend vorbereitet war. ist ein bisschen schade, weil ich mich schon so drauf gefreut hatte, aber macht ja nix. ab montag geh ich dann wieder zu den imani-babys, die ich ja doch auch schon ziemlich vermisse.

vielleicht krieg ich heute noch ne neue mitbewohnerin, es kommt naemlich jemand aus japan. leider kann man dem namen nicht entnehmen, obs ein junge oder ein maedchen ist; deswegen wird sich erst noch herausstellen, ob nun eine zweite freiwillige bei ken einzieht. wenns naemlich ein junge ist, zieht er woanders hin...

am wochenene wollen wir vielleicht ins arboretum, einen urwaldaehnlichen baumpark gehen, ausserdem war die rede von nem spieleabend und dem besuch des massai-marktes und der talentshow im theater und der sonntagsvorstellung im museum... ich lass mich ueberraschen. dass ich in der kenianischen zeit einfach spontan sein muss, hab ich ja mittlerweile gelernt.

lasst ihr es euch also mal gut gehen und von euch hoeren. tausend afrikanische kuesse und umarmungen!!!

matatu music



oh yeee-e-e-e-e! oh yeee-e-e-e-e!



und jetzt alle: hapo vipi?? HAPO SAWA!!!



yo yo, kama kawaida!



lalala, bembelezaaaa



here we go: salari oooooooo, salari o-o-o!!!

ps: fuer das richtige matatu-feeling voll aufdrehen und in der achterbahn hoeren...

von giraffen und kakerlaken

ihr lieben!
daaanke fuer all eure mails und kommentare und so! jetzt ist schon ein monat rum, das heisst, ein fuenftel meiner zeit hier. wow, das geht alles so schnell!

i kissed a giraffe and i liked it... lalala... aber von vorne:
gestern waren wir also tatsaechlich im giraffe centre im stadtteil lang'ata, wo die rothschildgiraffen vor dem aussterben bewahrt werden. es hat mich eigentlich irgenwie gewundert, dass wir so ohne jegliche probleme dorthin gekommen sind, denn wir hatten absolut ueberhaupt keinen plan, wo das eigentlich sein soll. und wer meinen orientierungssinn kennt, wird ebenso erstaunt sein wie ich, dass ich die ganze gruppe zum richtigen umsteigematatu gelotst und auch problemlos wieder nach hause gefunden habe.

im centre haben wir die giraffen dann fuettern duerfen, und wenn man sich so nen futterkeks zwischen die lippen klemmt, dann strecken betty oder lora, zwei von diesen sanften, eleganten tieren, ganz vorsichtig die lange, blaue, antiseptische zunge aus und geben dir einen franzoesischen kuss! besonders in augenhoehe mit den giraffen, naemlich auf der ausichtsplattform, macht das besonders spass. ja, es gibt da so ein paar witzige fotos von mir... ich hoffe, ich kann sie bald hochladen.

gegenueber befindet sich der giraffe centre nature trail, ein trampelpfad durch savannengestruepp. man wandert durch die wildniss, sieht voegel und schmetterlinge (ich hab auch giraffenkoettel fuer meine suedafrikanische sammlung aufgelesen ), und schliesslich standen wir doch tatsaechlich einer giraffe auf zehn meter gegenueber. wir haben sie eher zufaellig bei fressen entdeckt, weil wir uns ein bisschen verlaufen hatten und das gefleckte fell bei den schattenspielen in den bueschen eine ziemlich gute tarnung ist.

wesentlich besser zu sehen waren da doch die millionen von kakerlaken, die gestern abend aus dem kuechenschrank gesaust sind. ken hat die chemische keule draufgehalten und jetzt liegt die ganze kueche voller leichen. es war dann nicht mehr so einfach, einzuschlafen, verstaendlicherweise nach diesem traumatischen erlebnis, aber ich muss wohl sehr muede gewesen sein... naja, ich hoffe, ken killt heute den rest von den ekligen viechern.

heute abend bin ich ja erstmal nicht im mende (swahili fuer kakerlake)-tempel, denn wir feiern bi eva ins neue jahr, mit allen freiwilligen und civs-leuten, die gerade hier sind.

und es gibt noch eine erfreuliche nachricht: david und ich haben eine gitarre gekauft!!! und ratet mal, wo die gerade steht --- na klar, bei mir zu hause im mende-tempel! ich hab auch schon fleissig gespielt, und wenn ich dann aufhoere, ist das wie die rueckkehr in die wirkliche welt.

apropos: gestern sass ich im matatu und hatte, wie eva es nennt, den afrika-flash, dieses unglaubliche gefuehl: wow, du bist tatsaechlich hier - wie ist das moeglich? tja, manchmal ist es einfach unglaublich...

ich werd jetzt gleich noch ein paar videos posten, damit ihr wisst, welche matatu-lieder beonders angesagt sind zur zeit.

und falls jemand ein paket geschickt hat, koennt ihr mir das bitte schreiben? damit ich bescheid weiss und civs bei gelegenheit drauf ansprechen kann, weil die post hier ja im civs-postfach landet.

so, jetzt wuensch ich euch allen ein gutes, erfolgreiches und gesundes neues jahr - rutscht gut rein, aber rutscht nicht aus... :D und seid versichert: mir gehts hier wunderbar! (schoene gruesse auch von den kakerlaken )

seid allerherzlichst umarmt und gekuesst von laura.

Mein verruecktes Weihnachten - Ein Rueckblick in Akten

ihr lieben! da im office das internet mal wieder nicht funktioniert ("hakuna natwork"), melde ich mich nun mal aus dem cyber cafe mit einem kleinen (ok, es koennte auch ein riesiger werden) ueberblick ueber meine erlebnisse zwischen den jahren. 1.Hilfe, wir ziehen um - an Heilig Abend sowas hab ich auch noch nie erlebt: ein umzug, der an einem nachmittag ueber die buehne geht. das ist selbst fuer kenianische verhaeltnisse ungewoehnlich, sagt ken. ich fand mich, statt wie geplant beim weihnachtseinkauf, im hinterhof wieder, wo sich sofas, betten, schraenke, mikrowellen und massenweise tueten und koffer stapelten und die tanten, ken und ich auf den transporter warteten. der kam und brachte ein paar junge maenner mit, die auf kleinen aesten kauten - kein wunder, dass die zu zweit das riesen sofa auf den transporter pfeffern konnten, als waere es ein sack federn: die leute waren ziemlich high von diesen drogen, die sie da kauten. holterdipolter gings dann ein paar strassen weiter in die neue wohnung, wo ich mit ken und seinem bruder wohne (der aber gerade bei seiner schwester in mombasa ist). die wohnung hat eine kleine kueche, ein wohn- und esszimmerchen im eingangsbereich und zwei schlafraeume. das bad ist nicht so prickelnd. als dusche und klo dient ein einfaches loch im fliessenboden. aber erstaunlicherweise kann man sich auch daran gewoehnen. klingt wirklich schlimmer als es ist, und im januar bin ich ja erstmal im work camp und dann kommt der japaner masa wieder, sodass ich eventuell eine neue gastfamilie kriegen werde. ken sagte etwas von einer verwandten mit kind und heisser dusche!!! ich lasse mich ueberraschen. hinter dem haus, das knapp an der grenze zum ghetto ist, wie mir ken erzaehlte, fliesst ein winziger kanal (deswegen haben wir jetzt so viele muecken im haus, wenn wir nicht konsequent die fenster zumachen) und dahinter erstreckt sich ein maisfeld bis zu einer blechwand. ausserdem muessen da noch schienen sein, wo hin und wieder zuege vorbeiprusten. kennt ihr das ganz beruehmte monet-bild, auf dem ein paar damen und kinder in weissen kleidern mit schirm ueber ein mohnfeld spazieren? so aehnlich sah das gestern aus, als eine schwarze mama in weissem kleid mit schirm und sohn durch den mais stiefelte... ach ja, und wir haben noch ein paar bewohner in diesem haus: alfrde, the german ghost, den vanessa mitgebracht hat und der meine zimmertuer staendig auf und zu macht, die laesst sich naemlich nicht richtig schliessen. ausserdem noch zwei (oh mann, was ist jetzt das deutsche word fuer lizzard??) , aeh, sowas wie lurche oder geckos. einen in der kueche und laut ken auch einen im "bad", den hab ich aber noch nicht gesehen. die sind aber gut, denn die fressen die insekten. was den heiligen abend betrifft, war unser improvisiertes festchen natuerlich nicht zu vergleichen mit dem richtigen deutschen weihnachten. weihnachten ist hier naemlich nicht so wichtig, und wenn ueberhaupt, dann erst am 25. wir haben also zwischen umzugskisten und auf dem boden nudeln gegessen, geschenke getauscht und ich hab loriots adventsgedicht vorgelesen. aber die richtige weihnachtsatmosphaere hat eigentlich gefehlt. 2.Entspannte Tage mit Muecken am ersten weihnachtsfeiertag hab ich erstmal eine abspuelorgie gestartet, um mich von ein paar trueben gedanken abzulenken. ich moechte nicht sagen, dass ich heimweh hatte, aber schade fand ichs schon, dass dieses weihnachten so unweihnachtlich ist. mit blick auf den kanal hinterm haus und ein paar exotischen reihervoegeln, die da rumstaksten, spuelte es sich ganz fix ab, und danach gings mir wieder gut. der rest des tages verlief recht unspektakulaer. die kenianer trinken eigentlich nur die ganze zeit, kucken filme (was wird in einem kenianischen haushalt natuerlich als allererstes installiert? - klar, der fernseher!), und abends haben wir wieder mit den deutschen volunteers gegessen. ich hatte viel zeit und hab mein zimmer, das ein einziges chaos war, mal ein bisschen bewohnbarer gemacht, meinen koffer ausgepackt und in dem leeren schrank verstaut. ausserdem bilder und kalender aufgehaengt und mich eben etwas eingerichtet. 3.Ein Anruf aus Afrika und die Entdeckung des Radios die tage werden aehnlich, zu tun gibt es nix und weihnachten faengt an zu nerven. also auf zum cyber cafe und einen international call machen! wahrscheinlich lag es daran, dass wir alle so ueberrascht waren und die verbindung ein bisschen zeitverzoegerung hatte, dass wir uns gar nicht so viel erzaehlen konnten. ich hab nur fuer drei minuten bezahlen muessen, mehr nicht! das war echt kurz, aber es war toll, euch mal zu hoeren. diese ueberraschung ist mir wohl gelungen, was? ausserdem hab ich an dem tag einen tollen radiosender entdeckt: so wie ich in deutschland bayern 2 hoere, um diesen pop-musik-sermon nicht immer hoeren zu muessen, so freue ich mich hier ueber radio ex fm 105.5, weil mich der pop-musik-sermon, den die da spielen, ein bisschen an zu hause erinnert... 4.7 Freunde und der Ausflug ins Verlorene Paradies am ersten nicht-weihnachtstag gings mit daniela, ken, vanessa, david, tanja und christian nach paradise lost, das ist ein park eine stunde noerdlich von nairobi. wir sind ueber verschlungene pfade vor und hinter wasserfaellen rumgestiefelt, sind in hoehlen gekrochen, wo sich die mau-mau-kaempfer seinerzeit versteckten, bevor sie fuer kenias unabhaengigkeit kaempften, haben deutsches brot und gemuese verpicknickt und hatten danach schliesslich viel spass bei einer bootsfahrt auf dem see. wir haben voegel und sogar ne wasserschlange gesehen und waeren beinahe an ufergeaest stecken geblieben. ja, hat sehr viel spass gemacht. 5.was sonst noch so passiert eigentlich nicht viel: ich hab die serie "the black donellys" angeschaut (und nur die haelfte verstanden), tania blixens kurzgeschichten verschlungen, waesche gewaschen und ganz viel abgespuelt. denn wie sagte schon der suesse franzose auf dem jakobsweg: ich spuele gerne ab, denn wer was zum abspuelen hat, der hatte auch was zu essen! recht hat er!

6.was mir schon gar nicht mehr auffaellt
hier einige dinge, die schon zum taeglichen kenn-ich-eh-schon-gefuehl gehoeren:
* maenner, die mindestens vier oder fuenf getraenkekisten auf den gepaechtraeger ihres fahrrads gestapelt haben und damit die hubbeligen strassen entlang fahren, ohne umzufallen!
* marabus, diese exotischen riesenvoegel, die im flug schatten auf die strasse malen und einfach furchtbar haesslich sind (viele gruesse an "john the guy", den beruehmten marabu auf dem national theater!)
* linksverkehr! so langsam kapiere ich auch, dass es besser ist, auf de linke statt die rechte seite auszuweichen, wenn mir jemand auf der strasse entgegen kommt...
* diese grossen, kutschenaehnlichen holzkonstruktionen mit zwei raedern, an deren anfang statt eines pferdes ein mann im arbeitsmantel steht und sein vollbeladenes gefaehrt ueber nairobis strassen manoevriert

7.Ausblick
was die naechsten tage ansteht: heute nachmittag werden david und ich endlich eine gitarre kaufen - jippieh! morgen wollen wir ins giraffen center, wo man sich von giraffen kuessen lassen kann und dann muss ich so langsam damit beginnen, mich aufs work camp vorzubereiten: arbeitshandschuhe ausleihen, insektenmittel kaufen usw. ausserdem will ich noch mehr fotos hochladen, aber ich weiss nicht, wann dieses bloede internet ins office zurueckkehrt bzw. ob ich nochmal zeit hab.

so, genug gecshrieben, jetzt bin ich immerhin schon ne stunde am rechner, was 60 shilling kostet (umgerechnet 60 eurocent!). ich hoffe, ihr seid wieder einigermassen auf dem laufenden und verzeiht mir den ein oder anderen unverstaendlcihen satz, aber wie soll ich mich hier konzentrieren, wenn abba (!!) in voller lautstaerke laeuft.
ab januar werden die kenianer auch wieder arbeiten, dann ist es nicht mehr GANZ so voll und unentspannt wie zur zeit noch.
meine mails werd ich auch bald beantworten, aber heute nicht mehr, tschuldigung.

jetzt muss ich nochmal TAUSEND DANK fuer eure lieben nachrichten sagen, ich hab mich sehr gefreut, von euch zu hoeren. es macht spass, von euch zu lesen! ich hab euch alle sehr lieb und sende tausend kuesse aus nairobi.

zwischen shepherds' und westlands

wow, der letzte eintrag ist ja schon ne ganze weile her! also los: immer schoen die lieben leser auf dem laufenden halten...

am freitag sind wir also zu zehnt zum shepherds' waisenhaus gefahren, mit drei grossen kisten, einem kanister saft und mehreren tueten reis. und das im matatu! wir haben vielleicht aufsehen erregt! die shepherds' waisenkinder wohnen in blechhuetten, aber seit ich das letzte mal dort war, hat sich ein bisschen was getan: es waren wohl ein paar australische freiwillige dort, die geholfen haben, den boden in den schlafraeumen zu zementieren, damit die kinder nicht mehr im schutt rumlaufen muessen. auch das kleine buero, das letztes mal eher wie ein kabuff aussah, ist nun abgetrennt, aufgeraeumt und mit neuen schreibutensilien ausgestattet. die kinder haben sich riesig gefreut, besuch zu bekommen, sie haben gleich mal was gesungen und ein kleiner junge ist an mir hochgeklettert. auch die beiden japanischen freiwilligen von civs, nobu und jhiaki, die dort zur zeit arbeiten, sind wohl ein teil der bunten shepherds' familie geworden. ich bin ja schon einmal dort gewesen, aber michael von civs hat die verschlaege zum ersten mal gesehen, und hat hinterher gestanden, dass ihn das sehr geschockt hat. deswegen will er mit den anderen civs-jungs ein bisschen geld zusammen kratzen, um dann in eigenregie in den anderen raeumen auch noch den boden zu zementieren.
ein bisschen bloed war es schon, die kinder bekamen die gespendeten kuscheltiere und spielsachen in die hand gedrueckt, fuer das foto fuer die deutsche firma, die fuer eva die versandkosten uebernommen hat, und danach mussten sie alles wieder abgeben, weil es ja eigentlich weihnachtsgeschenke sind...

den nachmittag haben wir mit nichtstun verbracht.
abends war ich dann in langata, wo kens cousine ihre graduation party feierte. freitag war naemlich der tag, wo ganz viele hochschulen in nairobi ihre abschlussfeiern hatten; also nix wie los. wir haben ewig gebraucht, weil mal wieder ziemlich stau war richtung city center und wir dort auch noch umsteigen mussten. irgendwann fand ich mich dan auf der terrasse von kens cousine wieder, inmitten von zehn angeheiterten afrikanischen weibern, die alle gleichzeitig drauf los quatschten und lachten - war seeehr lustig.

danach bin ich noch zu eva, um bei ihr mit david, melanie joachim und brian den rest von irgend so nem mafiafilm zu kucken. richtig schoener, typisch deutscher filmabend, mit chips und cola - und dem erfreulichen besuch einer kakerlake! (also doch nicht ganz wie in deutschland... )

am samstag hab ich dann einen abstecher nach europa gemacht. mit vanessa, jana, finnen-iida, verena und samuel bin ich naemlich zum village market gefahren, einem komplex etwas ausserhalb, mit ganz vielen noblen geschaeften, swimming pool, restaurants (unter anderem ein german point, wos schnitzel gibt!) und erstaunlich vielen wazungu. das war ein merkwuerdiges gefuehl, so absolut untypisch fuer das kenia, das ich bis jetzt kennengelernt habe. einerseits finde ich, dass ich das nicht unbedingt brauche, ich meine, wenn ich schon mal in afrika bin, dann lebe ich halt auch afrikanisch. andererseits ist die tatsache, dass ich auch in afrika kiri und philadelphia und "bavarian bread" kaufen kann, einfach ein teil der globalisierung, gehoert also irgendwie doch mit dazu... fuer vanessa jedenfalls, die jetzt bald die haelfte ihres jahres in kenia hinter sich gebracht hat, waren die klamottenlaeden, die wirklich wie jeder deutsche h&m aussahen, ein kurzer ausflug zurueck in die heimat und sie hat ganz leuchtende augen gekriegt...

sonntags bin ich mit david ins city center gefahren, wo wir in den uhuru- und central park gegangen sind. ach, welch eine wohltat: GRUEN!!! und ein kleiner see zum tretbootfahren ist da auch. es war mal wieder irre viel los, wie eigentlich immer nd ueberall in nairobi, aber ich hab den spaziergang durch die fast gruenen wiesen wirklch genossen. david hatte sein skateboard dabei und ist immer vorrausgeflitzt. die afrikaner haben sich erst ganz erschrocken umgedreht, sind dann in panik auf die seie gesprungen und haben im nachhinein ueber diesen merkwuerdigen mzungu gelacht, so als haette sie noch nie einen skateboarder gesehen - haben sie vielleicht auch nicht!

danach haben wir jeff aus der psychatrie-kritischen szene in kenia getroffen - nicht dass ich auf diesem gebiet besonders bewandert waere! das musste ich jeff aber auch erstmal erklaeren. nein, david kennt sich da ganz gut aus und ihm wurde schon in detschland der kontakt vermittelt. (das waere wieder ein gespraech ganz im sinne von meiner moeni gewesen! ) wir haben uns ganz gut unterhalten und die zeit flog nur so dahin. um sieben wollten wir dann langsam mal aufbrechen, haben jeff noch ueber die strasse begleitet, wo er einen alten freund getroffen hat, zu dem er eingeladen war. dieser freund hat uns gleich mit eingeladen und david und ich fanden uns kurze zeit spaeter in einer kleinen villa in westlands wieder, mit parkettboden und zwei laptops auf dem kamin. kontraste, sag ich da nur! die kleine tochter geht auf die franzoesische schule in nairobi und spricht mit den eltern reinstes, entzueckendes franzoesisch und mit den gaesten glockenreines englisch. ihr vater, der sich fuer davids fotos interessiert und fuer safaricom, das kenianische vodafone, arbeitet, kommt eigentlich aus togo, lebt wohl in belgien, war bis vor kurzem noch in den usa und haelt nicts von der "kenianischen zeit", die ich schon des oefteren beschrieben habe. "unpuenktlich zu sein hat nichts mit afrika zu tun! wenn kenia was werden will, muessen die leute puenktlich zum meeting kommen!" es gab ein leckeres abendessen und wir haben uns sehr gut unterhalten. so schnell geht das hier in nairobi: na klar, komm doch mit, kein problem, karibu sana, herzlich willkommen.

auf der heimfahrt von westlands nach buruburu haben wir uns ein bisschen verfranst, weil die beiden afrikaner noch nie in diesem stadtteil waren: "is this still nairobi? ist das hier immer noch nairobi?" und zu david meinten sie: "mensch, du lebst ja im ghetto!" tja, so ist das nunmal. der westlands-geschaeftsmann muss sich hoechstwahrscheinlich nicht genau ueberlegen, wann er das naechste mal seine waesche waescht, so wie die leute in buruburu, waehrend leute in anderen stadtteilen taeglich zwischen im stau stehenden autos auf den heissen strassen und im abgasnebel orangen verkaufen muessen, damit ihre kinder genug zu essen haben...

gestern - und jetzt haltet euch fest - ist die kleine laura das erste mal ganz alleine und ohne fremde hilfe im oeffentlichen bus gefahren! boah war ich stolz, vor allem, weil ich unterwegs tausendmal dachte, ich sei falsch. fuer andere freiwillige mag das jetzt kurios klingen, aber mich hat dieser kleine persoenliche triumph ueber mich selbst sehr gefreut. jetzt bin ich gute zwanzig tage hier, und so langsam gewoehne ich mich an alles. das macht richtig spass, sich stueck fuer stueck immer ein bisschen besser auszukennen. im go down arts center wieder gitarre gespielt (david ist gerade am verhandeln: er hat eine gebrauchte gitarre in aussicht, die wir recht guenstig erwerben und dann mit ins work camp nehmen koennten, weil jes'se sein heiliges baby ja keinesfalls hergeben moechte!). die typen dort haben mich danach noch mitgenomme in ein anderes strassenkinder-center, aber weil ja zur zeit ferien sind, haben wir eigentlich nix anderes gemacht als tee getrunken und witze gerissen. die leuchtend-weisse laura ist dann gegen abend in begleitung von den beiden schwarzen grossen maennern jes'se und felix ueber stock, stein und durch verwinkelte maerkte nach hause begleitet worden.

dort erwartete mich ein kleines chaos, denn kens tanten sind gerade damit beschaeftigt, alles zu packen, weil die familie doch ausziehen muss. und das ueber weihnachten - aber das scheint hier keinen besonders zu stoeren. deswegen weiss ich auch noch nicht, wie GENAU ich den morgigen festtag verbringen werde, auf jeden fall it daniela, die jetzt wieder aus somalia zurueck ist, david und vanessa. deswegen werde ich mich jetzt, nach diesem eeeeeeeewig langen eintrag, auch langsam mal verabschieden: ich muss naemlich noch saefte und zimt kaufen, fuer einen richtigen deutschen weihnachtspunsch.

ich wuensche euch allen ein ganz schoenes weihnachtsfest, feiert schoen und erholt euch gut vom alltagsstress. ich hoffe, ihr verbringt genauso erfuellte tage wie ich hier, wenn auch mit weniger staub, dafuer mit mehr schnee. geniesst die zeit, glitzert ein bisschen vor euch hin und esst einen zimtstern fuer mich mit. seid allerheftigst umarmt und macht euch keine allzu grossen sorgen (gell, oma!! )

merry christmas to everyone! und jingle bells!:D

laura.

kenia - in wort und bild

hier also endlich ein paar bilder:


aussicht von meinem zimmer aus


der jiko, in dem das essen zubereitet wird


ein thron


mein freund paka


im civs-office


sonnenuntergang in phase 2


ohne worte




eulen fuer mama, aus dem natinal museum


mosaik im museumsgarten


huehner im matatu - that's kenya!


auf dem dach vom imani


auntie laura


imani-weihnachtsparty - ich mit pauline

der naechste schwung kommt, sobald ich sie verkleinert habe! viele gruesse aus dem go down arts center, wo ich die fotos hochladen durfte. ich soll euch uebrigens sagen: die tonne schokolade koennt ihr gerne auch ans art center schicken, nick wuerde sie entgegen nehmen...